Anzeige
Schwangere im Lavendelfeld
©
iStock

Haus­mit­tel wäh­rend der Schwan­ger­schaft

Haus­mit­tel sind in der Schwan­ger­schaft eine gute Al­ter­na­ti­ve zur Schul­me­di­zin.


Die Schwan­ger­schaft ist ein neun­mo­na­ti­ges Er­leb­nis für jede wer­den­de Mut­ter. Man­che Frau­en spü­ren re­la­tiv früh, dass sie in Er­war­tung sind, an­de­re erst beim Aus­blei­ben der Mens­trua­ti­on. Ty­pi­sche An­zei­chen und klei­ne­re Be­schwer­den wer­den un­ter­schied­lich wahr­ge­nom­men. Übel­keit, Mü­dig­keit, ein ver­än­der­ter Ge­ruchs- und Ge­schmacks­sinn, ver­stärk­ter Harn­drang sind un­trüg­li­che Zei­chen da­für, dass eine gros­se Ver­än­de­rung im Kör­per statt­fin­det.

Im Ver­lauf ei­ner Schwan­ger­schaft kön­nen Ver­än­de­run­gen wie Darm­träg­heit, über­mäs­si­ge Ge­wichts­zu­nah­me, Schwit­zen, Heiss­hun­ger, Sod­bren­nen, Hä­mor­rhoi­den, Haut­ver­än­de­run­gen und Rü­cken­schmer­zen auf­tre­ten. Nach sorg­fäl­ti­ger ärzt­li­cher Ab­klä­rung, dass al­les im grü­nen Be­reich ist, kön­nen pflanz­li­che Arz­nei­mit­tel eine gute Hil­fe bie­ten.

Wer­den­de Müt­ter ha­ben oft Angst, dem un­ge­bo­re­nen Kind durch Me­di­ka­men­te Scha­den zu­zu­fü­gen. Des­halb sind die meis­ten Schwan­ge­ren sehr zu­rück­hal­tend, wenn es dar­um geht, Arz­nei­mit­tel ein­zu­neh­men. Das ist auch gut so. Be­ru­hi­gend ist aber: Wenn Be­schwer­den be­ein­träch­ti­gen, gibt es durch­aus Haus­mit­tel, die Schwan­ge­re ver­wen­den kön­nen. Selbst­ge­macht oder aus der Apo­the­ke und Dro­ge­rie hel­fen sie, den All­tag an­ge­neh­mer und ge­las­se­ner an­zu­ge­hen.

Oft sen­si­bi­li­siert eine Schwan­ger­schaft jun­ge Frau­en für pflanz­li­che Arz­nei­mit­tel. Müt­ter von klei­nen Kin­dern ver­las­sen sich ger­ne auf das Kräu­ter­wis­sen von Fach­per­so­nen. Las­sen Sie sich gut be­ra­ten, denn nicht alle Pflan­zen sind in der Schwan­ger­schaft, Still­zeit oder für Klein­kin­der ge­eig­net. Wir ha­ben hier ei­ni­ge Tipps und Haus­mit­tel für die Schwan­ger­schaft zu­sam­men­ge­stellt.

Was lin­dert Un­wohl­sein und Er­bre­chen?


Übel­keit ist ein ty­pi­scher un­an­ge­neh­mer Be­glei­ter in den ers­ten Schwan­ger­schafts­mo­na­ten, meist be­dingt durch ei­nen nied­ri­gen Blut­zu­cker und durch die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen. Da­her emp­fiehlt es sich, auf dem Nacht­tisch ein paar tro­cke­ne Cra­ckers zu ha­ben und vor dem Auf­ste­hen et­was da­von zu sich zu neh­men. Tags­über soll­ten Sie re­gel­mäs­sig klei­ne Por­tio­nen es­sen und et­was Kräu­ter­tee trin­ken.

Übel­keit am Nach­mit­tag kann auch da­her rüh­ren, dass Ihr Baby im Ute­rus nach Raum ver­langt und beim Grös­ser­wer­den auf den Ma­gen drückt.

Ver­su­chen Sie ei­nen Kräu­ter­tee und/oder ein Duft­tuch als Aro­ma­the­ra­pie. Zi­trus­früch­te oder die er­di­ge Note der Ber­ga­mot­te eig­nen sich be­son­ders gut als Duft­va­ri­an­te.

Üb­ri­gens: Die Re­ak­ti­on auf Ge­rü­che und Ge­schmack ist in der Schwan­ger­schaft sehr in­di­vi­du­ell. Die Nase ent­schei­det, ob ein Haus­mit­tel eher Übel­keit her­vor­ruft oder sie lin­dert. Tes­ten Sie dar­um am bes­ten vor­gän­gig, wel­cher Duft Sie an­spricht.

Duft­tuch: Aro­ma­the­ra­pie ge­gen Übel­keit


Aro­ma­the­ra­pie ist eine sanf­te Art, Übel­keit zu lin­dern. Die Re­ak­ti­on auf Ge­rü­che ist je­doch sehr in­di­vi­du­ell. Der bes­te Hin­weis ist eine Ge­ruchs­pro­be: Ihre Nase ent­schei­det, ob ein Mit­tel eher Übel­keit her­vor­ruft oder sie lin­dert. Viel­leicht tun Ih­nen eher Zi­trus­früch­te gut, man­chen hilft die er­di­ge Note von Ber­ga­mot­te.

Was hilft ge­gen Mü­dig­keit?


Ei­sen­man­gel kann sich durch Mü­dig­keit, An­triebs­lo­sig­keit und Bläs­se äus­sern. Ein Ei­sen- oder Hä­mo­glo­bin­man­gel muss durch die Ärz­tin ab­ge­klärt wer­den.

Die Er­näh­rung soll­te al­len­falls um­ge­stellt wer­den und wenn nö­tig muss Ei­sen sub­sti­tu­iert wer­den.

Erd­beer­blät­ter-Tee (wenn mög­lich von Wald­erd­bee­ren) hilft ge­gen Mü­dig­keit. Trin­ken Sie mehr­mals täg­lich eine Tas­se da­von.

Auch Fen­chel­sa­lat mit Hum­mus gibt Ih­nen wie­der En­er­gie. In Kom­bi­na­ti­on mit Se­sam aus dem Hum­mus wird das Ei­sen be­son­ders gut auf­ge­nom­men.

Ein Ha­gen­but­ten­aus­zug (Früch­te hal­bie­ren und über Nacht im kal­ten Was­ser an­set­zen, an­schlies­send ab­sei­hen und die Flüs­sig­keit kurz auf­ko­chen) über den Tag ver­teilt trin­ken, macht Sie wie­der mun­ter.

Auch eine Frisch­saft­kur mit Brenn­nes­sel­saft gibt viel En­er­gie. Mi­xen Sie mor­gens eine Hand­voll fri­sche Brenn­nes­seln mit ei­nem Glas Was­ser und dem Saft ei­ner hal­ben Zi­tro­ne und trin­ken Sie die Mi­schung. Die Brenn­nes­sel ist ein wert­vol­ler Ei­sen­lie­fe­rant. Durch die Säu­re im Saft kann das Ei­sen be­son­ders gut auf­ge­nom­men wer­den. Ne­ben­wir­kung: Die Brenn­nes­sel wirkt harn­trei­bend.

Äthe­ri­sche Öle des Ros­ma­rins, als Tee schluck­wei­se ge­trun­ken, wir­ken be­le­bend. Gies­sen Sie dazu ei­nen Tee­löf­fel Ros­ma­rin­na­deln mit ei­ner Tas­se heis­sem Was­ser auf.

Vor­sicht: Die be­le­ben­de Wir­kung kann in der Nacht an­hal­ten und den Schlaf be­hin­dern. Trin­ken Sie be­le­ben­de Kräu­ter nicht zu spät abends!

Was hilft ge­gen Ver­stop­fung?


Das wach­sen­de Kind nimmt zu­neh­mend Platz ein. In der Spät­schwan­ger­schaft führt dies ger­ne zu ei­ner trä­gen Ver­dau­ung. Chro­ni­sche Ver­stop­fung ist die Fol­ge. Ein­fa­che Haus­mit­tel wie Lein­sa­men (ein Ess­löf­fel gan­ze Lein­sa­men in ei­nem Na­tur­jo­ghurt ver­mischt und dazu ein Glas Was­ser) oder Dörr­pflau­men (in Was­ser oder Jo­ghurt ein­ge­weicht) hel­fen, die Darm­tä­tig­keit in Gang zu hal­ten.

Auch Kleie (ein Ess­löf­fel Din­kel-, Ha­fer-, Rog­gen- oder Wei­zen­kleie) ein­ge­weicht in Jo­ghurt mit ei­nem Glas Tee oder Was­ser wirkt stuhl­er­wei­chend und be­schleu­nigt den Stuhl­gang.

Neh­men Sie die­se Tro­cken­früch­te oder quel­len­den Schleim­stof­fe meh­re­re Tage zu sich, da die Wir­kung bei hart­nä­cki­ger Ver­stop­fung et­was dau­ern kann.

Ach­tung: All die­se Bal­last­stof­fe kön­nen mög­li­cher­wei­se zu ei­ner Gas­bil­dung füh­ren. Trin­ken Sie dar­um je­den Tag bis zu zwei Li­ter Was­ser ver­teilt durch den Tag.

Ver­än­de­run­gen der Haut


Mit der hor­mo­nel­len Um­stel­lung in der Schwan­ger­schaft ver­än­dert sich auch das Haut­bild. Ei­ner­seits be­ob­ach­ten wer­den­de Müt­ter Akne, an­de­rer­seits kann die Haut auch tro­cken sein und ju­cken. Neu­ro­der­mi­tis kann sich ver­schlech­tern und Schwan­ger­schafts­strei­fen kön­nen neu auf­tre­ten.

Eine gute un­ter­stüt­zen­de Haut­pfle­ge hilft, die Ver­än­de­run­gen in den Griff zu be­kom­men und so die Sym­pto­me zu lin­dern. Wir ha­ben Ih­nen dazu ei­ni­ge gute mil­de Haus­mit­tel, die hel­fen und un­ter­stüt­zen.

Sod­bren­nen: Wel­che Haus­mit­tel hel­fen?


Mehr als die Hälf­te al­ler Schwan­ge­ren lei­det be­son­ders im letz­ten Schwan­ger­schafts­drit­tel an Sod­bren­nen. Ei­ni­ge Haus­mit­tel hel­fen, die über­schüs­si­ge Ma­gen­säu­re zu bin­den und lin­dern das Sod­bren­nen.

Trin­ken Sie lang­sam ein Glas Was­ser mit ganz kal­tem, koh­len­säu­re­frei­em Was­ser. Oder es­sen Sie Zwie­back, Brot, Reis oder Reis­waf­feln in klei­nen Bis­sen.

Was­ser­ein­la­ge­run­gen in der Schwan­ger­schaft


Öde­me in den Bei­nen bzw. Füs­sen und an den Hän­den ma­chen un­ge­fähr 80 % der Schwan­ge­ren ge­gen Ende der Schwan­ger­schaft zu schaf­fen. Durch er­höh­tes Blut­vo­lu­men kommt es zum Ve­nen­stau mit er­höh­ten Was­ser­ein­la­ge­run­gen im Ge­we­be. Dies führt zu teils schmerz­haf­ten Span­nun­gen der Haut. Klä­ren Sie im­mer mit der Heb­am­me oder Ärz­tin ab, ob al­les im grü­nen Be­reich ist.

Ein Wa­chol­der-Fuss­bad hilft zu ent­wäs­sern. Ma­chen Sie sich dazu ein an­ge­nehm war­mes Fuss­bad und ge­ben Sie 10 Trop­fen äthe­ri­sches Wa­chol­der­öl dazu. Mi­schen Sie zu­sätz­lich et­was Koch­salz (3 Ess­löf­fel in zwei bis drei Li­ter Was­ser) dazu und ge­nis­sen Sie 15 Mi­nu­ten das Fuss­bad.

Mi­schen Sie sich ei­nen Ent­wäs­se­rungs­tee, der nicht we­hen­för­dernd ist.

Un­ter­stüt­zend hel­fen Kom­pres­si­ons­strümp­fe. Sie ver­hin­dern, dass sich zu viel Flüs­sig­keit im Ge­we­be an­sam­melt und es zu Span­nungs­schmer­zen kommt. Zu­dem ent­las­ten sie das Herz und da­mit den Blut­druck.

Mil­de Haus­mit­tel ge­gen Er­käl­tung in der Schwan­ger­schaft?


Ein war­mes Bad, et­was Thy­mi­an­tee, Na­sen­spü­lun­gen mit Meer­salz und das Ein­rei­ben der Brust mit ei­ner Creme mit äthe­ri­schen Ölen lin­dern die läs­ti­gen Er­käl­tungs­sym­pto­me et­was. Gön­nen Sie sich et­was Ruhe und ge­nü­gend Schlaf. Das Aus­ku­rie­ren ei­ner Er­käl­tung braucht Zeit und Ge­duld.

Er­käl­tun­gen mit ho­hem Fie­ber ge­hö­ren in ärzt­li­che Be­hand­lung.

Un­ter­stüt­zend dazu hilft Ing­wer­tee mit Zi­tro­ne, die­se Mi­schung stärkt Ihr Im­mun­sys­tem.

Läs­ti­ger Hus­ten in der Schwan­ger­schaft


Schwan­ge­re sor­gen sich um ihr Kind, wenn läs­ti­ger Hus­ten­reiz sie plagt. Hus­ten ist je­doch ein sinn­vol­ler Schutz­me­cha­nis­mus, um Schleim aus den Lun­gen zu ent­fer­nen. Wenn ir­gend­wie mög­lich, soll­te man ihn des­halb nicht un­ter­drü­cken. Aber er kann schlaf­rau­bend und läs­tig, mit­un­ter so­gar schmerz­haft sein. Da wünscht man sich ein Mit­tel, das schnell Ab­hil­fe schafft. Da je­doch vie­le Me­di­ka­men­te Aus­wir­kun­gen auf das un­ge­bo­re­ne Kind ha­ben, ist beim Hus­ten in der Schwan­ger­schaft Vor­sicht ge­bo­ten.

Bei star­kem Hus­ten kann zu­nächst ein­mal mit In­ha­lie­ren und viel Flüs­sig­keit (Kräu­ter­tee) eine Schleim­lö­sung er­reicht wer­den. Auch Ein­rei­bun­gen mit ei­ner Brust­sal­be mit äthe­ri­schen Ölen wie Thy­mi­an und Ma­jo­ran kön­nen Lin­de­rung brin­gen. Ein heis­ser Kar­tof­fel­wi­ckel gibt tief­ge­hen­de Wär­me und kann so den Hus­ten­reiz dämp­fen.

Die Nase läuft, was hilft bei Schnup­fen?


Bei Schnup­fen hilft ein war­mes Er­käl­tungs­bad oder In­ha­lie­ren mit äthe­ri­schen Ölen (Pfef­fer­min­ze, Kam­pher, Thy­mol). Riech­stif­te mit be­fe­rei­en­den äthe­ri­schen Ölen wie Eu­ka­lyp­tus ge­ben wie­der Luft. Un­ter­stüt­zend wir­ken da­bei auch Meer­salz­na­sen­spü­lun­gen oder Na­sen­sprays.

Kopf­schmer­zen vor und nach der Ge­burt


In ers­ter Li­nie wir­ken Ruhe, küh­len­de Auf­la­gen auf die Stirn und viel­leicht auch ein ab­ge­dun­kel­ter Raum. Tees kön­nen je­doch zu­sätz­lich hel­fen, läs­ti­ge Kopf­schmer­zen zu lin­dern. Un­ter­stüt­zend wirkt da auch Aro­ma­the­ra­pie.

Was hilft bei Schlaf­lo­sig­keit?


End­lich Ruhe und ins Bett - doch an­statt ein­zu­schla­fen krei­sen nachts manch­mal die Ge­dan­ken. Ein Oran­gen­blü­ten­tee, et­was Me­di­ta­ti­on oder Le­sen hilft, ein- und durch­zu­schla­fen. Auch eine Ver­vei­ne- oder Schlaf­tee, den Sie sel­ber mi­schen kön­nen, ent­spannt und hilft, in den Schlaf zu fin­den.

Damm­pfle­ge in der Schwan­ger­schaft


Ab der 30. Schwan­ger­schafts­wo­che soll­te der Damm ge­pflegt und weich ge­hal­ten wer­den. Mit ei­nem Mas­sa­ge­öl und/oder ei­nem Lin­den­blü­ten­bad wird das Ge­we­be auf die Ge­burt vor­be­rei­tet.

Ko­chen Sie dazu eine Hand­voll Lin­den­blü­ten in ei­nem Li­ter Was­ser auf, las­sen Sie die­se zehn Mi­nu­ten zie­hen und sei­hen Sie dann den Sud ab. Gies­sen Sie den Aus­zug in eine gros­se Schüs­sel und fül­len Sie noch drei Li­ter Was­ser dazu. Da­nach ein Sitz­bad neh­men. Das Bad kann 3- bis 4-mal täg­lich er­fol­gen. Mit dem Mas­sa­ge­öl mor­gens und abends den Damm pfle­gen.

Frau­en­man­tel­tee zur Ge­burts­vor­be­rei­tung und nach der Ge­burt


Frau­en­man­tel wird so­wohl zur Ge­burts­vor­be­rei­tung wie auch im Wo­chen­bett ge­trun­ken. Er hilft ge­mäss der Volks­heil­kun­de zur Kräf­ti­gung des Bin­de­ge­we­bes, för­dert die Rück­bil­dung und sorgt für eine ra­sche Wund­hei­lung. So las­sen auch Nach­blu­tun­gen nach der Ge­burt schnel­ler nach. Auch die Mut­ter­milch­bil­dung wird ge­för­dert.

Letzte Aktualisierung: 14.06.2021, AS
Anzeige
Anzeige