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                              Kind hält ein Büschel Kamillenblüten
                              ©
                              GettyImages

                              Kin­der sanft und na­tür­lich hei­len – ein Rat­ge­ber aus dem Be­ob­ach­ter-Buch­ver­lag

                              In­ter­view mit Ruth Jahn


                              swiss­mom: Ihr zwei­tes Buch „Kin­der sanft und na­tür­lich hei­len“ ist ein wert­vol­ler Rat­ge­ber rund um die Ge­sund­heit und die klei­nen Bobos des All­tags. Im Buch geht es aber nicht nur ums „Ge­sund wer­den“ son­dern auch ums „Ge­sund blei­ben“. Wel­che Punk­te sol­len El­tern hier­bei be­son­ders be­ach­ten?

                              Ruth Jahn: Die Ge­sund­heit des Kin­des stär­ken und Krank­hei­ten vor­beu­gen: Das kommt noch vor dem Hei­len. Und die meis­ten El­tern tun dies ganz in­tui­tiv, vom ers­ten Le­bens­tag an: Sie schen­ken dem klei­nen We­sen Zu­nei­gung und schüt­zen es vor Ge­fah­ren und ge­ben ihm Raum für – al­ters­ge­rech­te – Er­kun­dun­gen und Mut­pro­ben, bei de­nen das Kind sei­nen Le­bens­raum Stück für Stück er­wei­tert. Wei­ter es­sen­ti­ell sind: eine ge­sun­de Er­näh­rung, täg­lich viel Be­we­gung an der fri­schen Luft, Schutz vor Pas­siv­rauch. Aus­ser­dem ge­hö­ren auch re­gel­mäs­si­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen beim Kin­der­arzt dazu – um Ent­wick­lungs­stö­run­gen früh zu er­ken­nen. Und we­nigs­tens ein Mi­ni­mal­pro­gramm von Imp­fun­gen ist rat­sam.

                              Zur Per­son

                              Ruth Jahn (45) ist ETH-Umweltnaturwissenschaftlerin, freie Journalistin mit den Spezialgebieten Medizin/Gesundheit und Autorin des Beobachter-Bestsellers „Rezeptfrei gesund mit Schweizer Hausmitteln“. Sie lebt mit ihrer 7-jährigen Tochter und ihrem Partner in Bern.

                              swiss­mom: Das Ka­pi­tel Na­tur­me­di­zin be­schreibt sehr um­fas­send die ver­schie­de­nen kom­ple­men­tä­ren – also die Schul­me­di­zin er­gän­zen­den - Heil­me­tho­den. Kön­nen Sie un­se­ren Le­se­rIn­nen ei­ni­ge da­von kurz nen­nen und be­schrei­ben?

                              Ruth Jahn: Die Na­tur­me­di­zin bie­tet sanf­te Me­tho­den für Ba­bys und Kin­der in Hül­le und Fül­le: Etwa kneipp­sche Bä­der, Wi­ckeln mit di­ver­sen Zu­ta­ten - von der Kar­tof­fel bis zur Spitz­we­ge­rich­sal­be – oder auch Mas­sa­gen und Ent­span­nungs­übun­gen. Zu­dem Kräu­ter­tees, äthe­ri­sche Öle, ho­möo­pa­thi­sche und an­thro­po­so­phi­sche Arz­nei­en so­wie Kräu­ter­es­sen­zen aus der Spa­gy­rik (der klei­nen Schwes­ter der Ho­möo­pa­thie). Mit den Mit­teln und Me­tho­den, die ich für das Buch aus­ge­sucht habe, kön­nen El­tern nicht viel falsch ma­chen: Die Re­zep­te sind da­nach aus­ge­wählt, dass sie nach­hal­tig wir­ken und mög­lichst kei­ne un­er­wünsch­ten Wir­kun­gen ha­ben, ein­fach zu er­hal­ten re­spek­ti­ve zu­zu­be­rei­ten sind – und, was am wich­tigs­ten ist: den Kin­dern auch Spass ma­chen!

                              swiss­mom: Sehr in­for­ma­tiv in Ih­rem Rat­ge­ber ist die Zu­sam­men­stel­lung der Be­schwer­den von A wie All­er­gi­en bis V wie Ver­dau­ungs­be­schwer­den. Wel­che Tipps sind für El­tern am wich­tigs­ten?

                              Ruth Jahn: Das hängt vom Kind und na­tür­lich von sei­nem Al­ter ab. Und bei je­dem Bre­steli, je­der Krank­heit gibt es je­weils ge­eig­ne­te Knif­fe, die dem Kind gut tun, es be­ru­hi­gen und die Hei­lung un­ter­stüt­zen. Ty­pi­sche Be­schwer­den des Ba­by­al­ters sind etwa Schlaf­pro­ble­me, Drei­mo­nats­ko­li­ken, Win­del­der­ma­ti­tis oder das Zah­nen. Spä­ter kommt die Zeit der Er­käl­tungs­krank­hei­ten, even­tu­ell tau­chen All­er­gi­en auf und na­tür­lich sind auch die klas­si­schen Kin­der­krank­hei­ten von Wind­po­cken bis Schar­lach bis in die Schul­zeit hin­ein ein Dau­er­bren­ner. 

                              swiss­mom: Hilf­reich sind auch Rat­schlä­ge, wie Ver­let­zun­gen und klei­ne­re Bles­su­ren zu be­han­deln sind. Bei schwe­ren Un­fäl­len sind die ers­ten Mass­nah­men be­son­ders wich­tig. Fin­den El­tern auch Tipps, Un­fäl­le zu ver­hü­ten?

                              Ruth Jahn: Vor­beu­gen ist auch hier das A und O. Denn das Gros der Un­fäl­le von Kin­dern ist ver­meid­bar. Ne­ben Si­cher­heits­tipps sol­len El­tern aber auch im Akut­fall nach­le­sen, was bei ei­ner Ge­hirn­er­schüt­te­rung, was bei ei­ner Ver­gif­tung, beim Ver­schlu­cken ei­nes Ge­gen­stan­des, ei­ner Schür­fung oder ei­nem Hun­de­biss zu tun ist. Auch dem The­ma Ers­te Hil­fe wid­met das Buch ein Son­der­ka­pi­tel: El­tern kön­nen sich hier – am bes­ten in ei­ner „kin­der­frei­en Vier­tel­stun­de“ - in­for­mie­ren, was zu tun ist, wenn ihr Kind ei­nen schwe­ren Un­fall oder plötz­lich le­bens­be­droh­li­che Krank­heits­sym­pto­me hat. Und wie man sich auf so ei­nen Not­fall op­ti­mal vor­be­rei­tet.

                              swiss­mom: Wich­tig ist die Ein­schät­zung: Was fehlt mei­nem Baby/Kind? Und wann soll ich ei­nen Arzt auf­su­chen? Ihr Buch gibt Tipps mit na­tür­li­chen Mit­teln zur Selbst­hil­fe, aber auch Emp­feh­lun­gen, wann ärzt­li­che Hil­fe auf­ge­sucht wer­den soll. Wel­che Tipps kön­nen Sie El­tern hier­für ge­ben? Gibt es da ei­nen al­ters­ab­hän­gi­gen Un­ter­schied?

                              Ruth Jahn: Als Faust­re­gel gilt: Ba­bys bis zu ei­nem Jahr soll­ten bei je­dem Fie­ber dem Kin­der­arzt ge­zeigt wer­den. Zu­dem auch wenn das Baby plötz­lich nicht mehr trin­ken mag und dazu Durch­fall hat oder er­bricht. Bei äl­te­ren Kin­dern braucht es ärzt­li­chen Rat, wenn ein fie­bern­des Kind wei­te­re Krank­heits­sym­pto­me hat wie An­triebs­lo­sig­keit, an­hal­ten­der Durch­fall oder mehr­ma­li­ges Er­bre­chen, Haut­aus­schlag, Schmer­zen oder Atem­not. Al­ler­dings: Die Ent­schei­dung, wann El­tern ihr kran­kes Kind der Ärz­tin zei­gen oder wann sie gar den Not­arzt (Tel. 144) ru­fen soll­ten, kann das Buch Müt­tern und Vä­tern nicht ab­neh­men. Ne­ben den Rat­schlä­gen in mei­nem Buch dür­fen, ja müs­sen sich El­tern auf ihre Wahr­neh­mung ver­las­sen. Denn sie ken­nen ihr Kind ja auch am bes­ten.

                              swiss­mom: Was ge­hört in eine Haus­apo­the­ke?

                              Ruth Jahn: Mein Vor­schlag: 

                              • Ge­trock­ne­te Hei­del­bee­ren – für schnel­le Hil­fe bei Durch­fall

                              • Wei­zen­kleie – ein Kleiebad hilft bei Juck­reiz und tro­cke­ner, ent­zün­de­ter Haut

                              • Ka­mil­len­blü­ten­tee – äus­ser­lich bei Ent­zün­dun­gen der Haut, als Kopf­dampf­bad bei Er­käl­tun­gen oder als be­ru­hi­gen­der Wi­ckel. In­ner­lich bei Ma­gen-Darm-Pro­ble­men.

                              • Schwarz­tee: äus­ser­lich bei Win­delso­or, Neu­ro­der­mi­tis, Son­nen­brand, Bin­de­haut­ent­zün­dung, Heu­schnup­fen. In­ner­lich bei Durch­fall.

                              • Schlüs­sel­blu­men­blü­ten­tee – ver­flüs­sigt den Schleim, eig­net sich zum Bei­spiel bei Hus­ten, Na­sen­ne­ben­höh­len­en­t­zün­dung, Hei­ser­keit.

                              Dazu bei­spiels­wei­se die 8 Ein­zel­mit­tel der „ho­möo­pa­thi­schen Kin­der­apo­the­ke“ im Buch so­wie di­ver­se Hilfs­mit­tel wie Plas­ter, Wärm­fla­sche, Wi­ckel­tü­cher, Schmerz­mit­tel (Par­acet­amol) und Salz­was­ser-Na­sen­spray.

                              swiss­mom: Wie im Buch er­wähnt ist die Selbst­hei­lung ei­ner der wich­tigs­ten As­pek­te. Was kön­nen Sie El­tern ra­ten, um ihr kran­kes Kind beim Ge­sund­wer­den zu un­ter­stüt­zen?

                              Ruth Jahn: Kran­ke Kin­der brau­chen eine ex­tra Por­ti­on Lie­be. Stel­len Sie sich mehr als sonst auf die Be­dürf­nis­se Ih­res Kin­des ein. Und ge­nies­sen Sie – ohne Ihre ei­ge­nen Be­dürf­nis­se zu ver­ges­sen - ge­mein­sam mit Ih­rem Kind die ganz be­son­de­re Zeit, in der Sie sich viel­leicht nä­her sind als sonst.

                              Letzte Aktualisierung: 14.01.2020, swissmom-Redaktion
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