Anzeige
Baby wird gestillt, Muttermilch läuft aus seinem Mund

Der Milch­fluss


Der Milch­spen­de­re­flex und da­mit auch der Milch­fluss kann durch ver­schie­de­ne Ur­sa­chen ge­hemmt oder so­gar blo­ckiert wer­den, z. B. durch Schmer­zen (Damm­naht, Kai­ser­schnitt­wun­de, wun­de Brust­war­zen), Tren­nung vom Kind, Angst, Hek­tik und Är­ger. Rau­chen­de Müt­ter ha­ben eine um bis zu 50% re­du­zier­te Milch­pro­duk­ti­on. Auch wenn das Stil­len Ih­nen, bei­spiels­wei­se im Bei­sein an­de­rer, un­an­ge­nehm ist, kann es pas­sie­ren, dass sich der Milch­fluss ab­schwächt.

Ach­ten Sie des­halb schon im Spi­tal dar­auf, dass Sie beim Stil­len Ihre Ruhe ha­ben. Auch Be­su­cher, so­gar die ei­ge­ne Fa­mi­lie und äl­te­re Kin­der, soll­ten Sie dann nicht stö­ren kön­nen. Das Baby wird un­ru­hig, un­zu­frie­den oder wei­ner­lich und will nicht mehr trin­ken, wenn die Milch nicht rich­tig fliesst. Las­sen Sie sich vor al­lem nicht un­ter Er­folgs­druck set­zen. Ver­su­chen Sie sich zu ent­span­nen, spre­chen Sie mit Ih­rem Kind, strei­cheln Sie es, rie­chen Sie an sei­nem Köpf­chen und le­gen Sie es dann noch ein­mal an. Sit­zen Sie viel­leicht zu ver­krampft? Än­dern Sie Ihre Hal­tung oder die Still­po­si­ti­on und be­ob­ach­ten Sie ge­nau, ob das Kind rich­tig an­ge­legt ist. Es muss mü­he­los mit dem Mund die Brust­war­ze und ei­nen Teil des War­zen­hofs um­schlies­sen kön­nen. Auf kei­nen Fall soll­ten Sie dann gleich auf­ge­ben und zu­schöp­peln. Je we­ni­ger Ihr Baby trinkt, umso we­ni­ger wird da­nach pro­du­ziert.

An­de­rer­seits kann ein star­ker Milch­fluss dazu füh­ren, dass Ihr Kind die Brust nicht rich­tig fas­sen kann, sie nicht leer trinkt und viel­leicht so­gar ein Milch­stau ent­steht.

Es kann auch vor­kom­men, dass wäh­rend des Stil­lens Milch aus ei­ner Brust­war­ze tritt, wäh­rend das Baby an der an­de­ren saugt. Le­gen Sie eine Stil­lein­la­ge ein oder le­gen Sie Ihre Hand flach auf den War­zen­hof, um den Milch­fluss ein­zu­däm­men. Wenn die Milch sehr stark fliesst, kön­nen Sie auch eine Auf­fang­scha­le (in Fach­ge­schäf­ten er­hält­lich) in den Still-BH le­gen.

Zu viel Milch


Wenn die Milch zu reich­lich fliesst, kann es sein, dass Ihr Baby sich ver­schluckt, spuckt und even­tu­ell nicht noch ein­mal an­ge­legt wer­den will. Bei ei­ner sehr vol­len Brust ist auch die Brust­war­ze für das Baby schwe­rer zu fas­sen, und es fängt dann un­ge­dul­dig an zu schrei­en. An ei­ner pral­len Brust trinkt das Kind grund­sätz­lich am bes­ten im Rü­cken­griff (Fuss­ball­griff) oder – mit Un­ter­stüt­zung oder wenn das Kind schon et­was äl­ter ist - auf­recht auf dem Ober­schen­kel sit­zend. Die­se Hop­pe-Rei­ter-Hal­tung ist auch güns­tig bei Kin­dern mit ver­stopf­ter Nase. Hilf­reich ist, wenn Sie den ers­ten Schwall her­aus­pres­sen. Sie kön­nen ein Hand­tuch be­nut­zen, um die Milch auf­zu­fan­gen. Be­ru­hi­gen Sie das Kind und ver­su­chen Sie es dann noch ein­mal. Wenn dies bei je­dem Stil­len pas­siert, pres­sen Sie im­mer et­was Milch aus, be­vor Sie das Baby stil­len. Der Milch­fluss kann auch ver­lang­samt wer­den, in­dem man un­ter- und ober­halb des War­zen­ho­fes die Brust et­was zu­sam­men­drückt.

Ma­chen Sie sich kei­ne Sor­gen, wenn Ihr Baby die sehr vol­le Brust nicht im­mer leer trinkt, denn auch die Milch­pro­duk­ti­on schwankt. Säug­lin­ge neh­men im­mer nur so viel Nah­rung auf, wie sie kön­nen und brau­chen, auch wenn we­sent­lich mehr an­ge­bo­ten wird. So­bald die Brust nicht mehr völ­lig ge­leert wird, geht die Milch­pro­duk­ti­on wie­der au­to­ma­tisch et­was zu­rück. Nimmt Ihr Baby nor­mal zu – d.h. pro Wo­che 100 und 200g – ist al­les in Ord­nung. Die­ser Wert schwankt, bei man­chen wird es et­was mehr, bei an­de­ren et­was we­ni­ger sein. Auf kei­nen Fall muss Ihr Baby vor und nach je­der Mahl­zeit ge­wo­gen wer­den! Im Ge­gen­teil: Ein­mal pro Wo­che reicht bei wei­tem und setzt Sie nicht so un­ter Stress. Wenn Sie stil­len, ist es kaum mög­lich, dem Baby zu viel zu ge­ben, da sich Ihre Milch­pro­duk­ti­on ent­spre­chend der Men­ge, die das Baby trinkt, selbst re­gu­liert.

Man­che Frau­en ha­ben gute Er­fah­run­gen mit dem Ab­pum­pen und Ein­frie­ren von Mut­ter­milch in Zei­ten von „Über­pro­duk­ti­on“ ge­macht. An­de­re fin­den eher, dass da­durch die Milch­pro­duk­ti­on noch mehr ge­stei­gert wird. Vor­sich­ti­ges Aus­strei­chen mit der Hand sti­mu­liert we­ni­ger und hilft trotz­dem, ei­nen Milch­stau und die Ge­fahr ei­ner an­schlies­sen­den Brust­ent­zün­dung zu ver­min­dern. Wenn Sie viel zu­viel Milch ha­ben, kön­nen Sie vor­sich­tig et­was Pfef­fer­minz- oder Sal­bei­tee trin­ken oder ei­nen Auf­guss von Mönchs­pfef­fer­früch­ten und Ker­mes­bee­ren­wur­zeln, das ver­rin­gert die Pro­duk­ti­on et­was.

Bei man­chen Frau­en läuft auch zwi­schen den Still­mahl­zei­ten die Brust aus. Das kann sehr läs­tig wer­den, wenn die Klei­dung stän­dig durch­nässt ist und die Milch­rän­der sich nur schwer aus­wa­schen las­sen. Stil­lein­la­gen sau­gen für’s ers­te auf. Dann hilft ein fes­ter Druck mit der fla­chen Hand auf die Brust, so­bald Sie den Milch­spen­de­re­flex spü­ren. Auch Auf­fang­scha­len kön­nen nütz­lich sein.

Zu we­nig Milch?


Wird Ihr Kind kurz­fris­tig mal nicht satt, macht es viel­leicht ei­nen Wachs­tums­schub durch. Das ist ty­pisch zwi­schen dem 8. und 10. Le­bens­tag, mit 5 - 6 Wo­chen und zwi­schen dem 3. und 4. Mo­nat. Es ver­langt öf­ter nach Mahl­zei­ten, und da­durch wird au­to­ma­tisch die Milch­pro­duk­ti­on stär­ker an­ge­regt. Sie brau­chen also nicht gleich zu der Schop­pen­fla­sche zu grei­fen, denn dann wür­de die Milch­pro­duk­ti­on ab­neh­men.

Um die Milch­pro­duk­ti­on zu stei­gern, gibt es also nur ein Re­zept: Häu­fi­ger an­le­gen und viel trin­ken, z.B. spe­zi­el­len Milch­bil­dungs- oder Still­tee mit Anis, Dill, Fen­chel, Küm­mel, Me­lis­se, Ba­si­li­kum und Bren­nes­sel, Ei­sen­kraut, Geiss­rau­ten­kraut und wil­dem Ma­jo­ran. Zu emp­feh­len sind Ri­vel­la und Mi­ne­ral­was­ser. Wer­den Sie nicht un­ge­dul­dig. Nach 24 Stun­den häu­fi­ge­rem An­le­gen hat sich die Milch­pro­duk­ti­on der ge­stei­ger­ten Nach­fra­ge meist wie­der an­ge­passt.

Ganz wich­tig beim er­folg­rei­chen Stil­len ist: Küm­mern Sie sich auch um sich selbst, es­sen Sie aus­rei­chend, trin­ken Sie so­viel Sie kön­nen und gön­nen Sie sich Ru­he­pau­sen. Wenn Sie sich wohl füh­len und aus­ge­ruht sind, hat dies auch eine po­si­ti­ve Wir­kung auf den Milch­fluss.

Ein Baby, das ge­nü­gend Milch be­kommt, ist nach je­der Still­zeit zu­frie­den und aus­ge­gli­chen. Der Stuhl ist weich und gelb­lich. Es kann auch sein, dass ta­ge­lang kein Stuhl­gang kommt. Pro Tag soll­te Ihr Kind ca. 6 mal ein­näs­sen, ohne dass zu­sätz­li­che Flüs­sig­keit ver­ab­reicht wird. Ihr Kind soll­te aus­ser­dem ei­nen glück­li­chen und zu­frie­de­nen Ein­druck ma­chen. Erst wenn dies al­les nicht mehr der Fall ist, soll­te über Zu­schöp­peln nach­ge­dacht wer­den.

Vi­deo


Das kor­rek­te An­le­gen - Ihr Baby weiss, wie es geht!

Ein In­for­ma­ti­ons- und Schu­lungs-Film von ARDO in Ko­ope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Heb­am­men­ver­band e.V.

Letzte Aktualisierung: 26.11.2019, BH
Anzeige
Anzeige