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Baby wird liegend gestillt

Ver­schie­de­ne Still­hal­tun­gen


Mit et­was Übung und nach ei­ni­ger Zeit kann jede Mut­ter ihr Kind im Lie­gen, Sit­zen und so­gar Ste­hen stil­len, und auch das Kind trinkt dann in je­der Lage. Am An­fang und in be­son­de­ren Si­tua­tio­nen (z.B. Kai­ser­schnitt, sehr pral­le Brüs­te, wun­de Brust­war­zen) sind man­che Po­si­tio­nen bes­ser, an­de­re we­ni­ger gut ge­eig­net.

Stil­len in der Sei­ten­la­ge


Mutter stillt ihr Baby im Bett
Stillen in der Seitenlage

Die­se Still­po­si­ti­on ist güns­tig als Ent­span­nungs­la­ge, nachts und nach Kai­ser­schnitt. Auch in den ers­ten Ta­gen nach der Ge­burt ist die­se Lage zu emp­feh­len.

Die Mut­ter liegt auf der Sei­te. Ihr Rü­cken, Kopf und Schul­tern kön­nen mit ei­nem Kis­sen ge­stützt wer­den, da­mit sie ganz ent­spannt ist. Das Kind liegt auf der Sei­te und dicht am Kör­per der Mut­ter. Sein Kopf be­fin­det sich auf Brust­hö­he, es liegt auf dem Bett oder im Arm der Mut­ter. Der Rü­cken des Kin­des kann mit ei­nem Kis­sen oder ei­ner Tuch­rol­le ab­ge­stützt wer­den, even­tu­ell auch mit dem Still­kis­sen, da­mit es auf der Sei­te lie­gen bleibt.

Bei die­ser Po­si­ti­on wird die un­te­re Brust ge­ge­ben. Wird die obe­re Brust ge­ge­ben, muss die Mut­ter sich et­was wei­ter nach vor­ne beu­gen und ihr Knie zum Ab­stüt­zen nach vor­ne schie­ben. Hilf­reich ist dann ein Kis­sen zwi­schen den Bei­nen.

Stil­len in der Rü­cken­la­ge


Mutter stillt Neugeborenes
©
GettyImages
Stillen in der Rückenlage

Die­se Still­po­si­ti­on wird manch­mal, aber eher sel­ten gleich nach der Ge­burt, auch nach Kai­ser­schnitt und bei star­kem Milch­fluss emp­foh­len.

Die Mut­ter liegt auf dem Rü­cken, das Kopf­en­de ist leicht er­höht. Das Kind liegt bäuch­lings der Län­ge nach auf dem Bauch der Mut­ter. Sein Kopf liegt di­rekt über der Brust. Evtl. muss die Stirn des Kin­des mit der Hand ab­ge­stützt wer­den, da­mit die Nase beim Trin­ken frei bleibt.

Stil­len in der Wie­ge­hal­tung


Mutter stillt im Sitzen mit Stillkissen
Stillen in der Wiegehaltung

Die­se klas­si­sche Still­hal­tung sieht man zwar am häu­figs­ten, sie ist aber we­ni­ger güns­tig bei star­kem Milch­fluss, wie z.B. auch beim Milch­ein­schuss im Wo­chen­bett.

Die Mut­ter sitzt da­bei im Bett oder in ei­nem Ses­sel. Das Kind liegt auf der Sei­te und Bauch an Bauch mit der Mut­ter und ist so mit dem gan­zen Kör­per der Mut­ter zu­ge­wandt. Die Mut­ter hält das Kind im Arm (Wie­ge­hal­tung). Der Na­cken des Kin­des liegt in ih­rer El­len­beu­ge und das Ge­säss des Kin­des in ih­rer Hand. Zum Ab­stüt­zen der Arme kön­nen Arm­leh­nen oder Kis­sen die­nen. Be­son­ders be­quem fin­den vie­le stil­len­de Frau­en ein La­ge­rungs- oder Still­kis­sen. Die Bei­ne der Mut­ter sind an­ge­win­kelt oder ab­ge­stützt. Ein Fuss­sche­mel sorgt für Be­quem­lich­keit.

Stil­len mit dem Rü­cken­griff (Fuss­ball­griff)


Stillen im Sitzen
Stillen mit dem Rückengriff (Fussballgriff)

Die­se Still­po­si­ti­on ist güns­tig nach Kai­ser­schnitt (weil die Nar­be ge­schont wird), bei sehr gros­sen Brüs­ten und Milch­stau, bei Zwil­lin­gen und Früh­ge­bo­re­nen, aber auch bei un­ru­hi­gen Kin­dern oder wenn Ihr Baby eine Er­käl­tung mit ver­stopf­ter Nase hat.

Das Kind liegt seit­lich un­ter dem Arm der Mut­ter und der Kör­per und die Bei­ne zei­gen nach hin­ten. Das Ge­säss des Kin­des liegt auf ei­nem Kis­sen, un­ge­fähr beim El­len­bo­gen der Mut­ter. Die Mut­ter stützt den Hin­ter­kopf des Kin­des mit der Hand, der obe­re Teil des Rü­ckens liegt auf ih­rem Un­ter­arm (Rü­cken­griff, Fuss­ball­griff).

In die­ser Hal­tung kön­nen Zwil­lin­ge oder un­ter­schied­lich alte Kin­der gleich­zei­tig ge­stillt wer­den (so­ge­nann­tes Si­mul­tan­stil­len oder Tan­demstil­len).

Stil­len in der Hop­pe-Rei­ter-Hal­tung


Baby trinkt aufrecht sitzend an der Brust
Stillen in der Hoppe-Reiter-Haltung

Die Hop­pe-Rei­ter-Hal­tung ist als Still­po­si­ti­on vor al­lem für et­was äl­te­re Säug­lin­ge ge­eig­net, die schon ei­ni­ger­mas­sen sit­zen kön­nen. Sie ist güns­tig bei Kin­dern mit Saug­pro­ble­men, ver­stopf­ter Nase, bei eher schwa­chem Sau­gen und bei ge­stau­ter Brust.

Das Kind sitzt ritt­lings auf dem Ober­schen­kel der Mut­ter, evtl. mit ei­nem zu­sätz­li­chen Kis­sen, bis sich der Mund auf der Höhe der Brust­war­ze be­fin­det. Die Mut­ter stützt mit Hand und Un­ter­arm den Rü­cken des Kin­des.

Still­po­si­tio­nen bei Zwil­lin­gen


Stillen von Zwillingen
©
GettyImages
Stillen von Zwillingen

Su­chen Sie sich un­be­dingt eine an­ge­neh­me Still­hal­tung. Da man meh­re­re Stun­den täg­lich und auch nachts mit Stil­len ver­bringt, wer­den Hals, Schul­tern und Rü­cken ex­trem be­las­tet, was zu schmerz­haf­ten Mus­kel­ver­span­nun­gen füh­ren kann. Der Rü­cken soll­te op­ti­mal ab­ge­stützt sein, z.B. auf ei­nem Sofa oder ei­nem Bett, wo man sich hin­ten an­leh­nen kann. Um­ge­ben Sie sich links und rechts mit di­cken Pols­tern, auf de­nen die Ba­bys so lie­gen, dass sie die Brust­war­zen be­quem er­rei­chen kön­nen. Auch ein Still­kis­sen kann sich da­bei als sehr nütz­lich er­wei­sen. Das gröss­te Pro­blem: Man hat die Hän­de nicht frei ge­nug, um den Ba­bys beim Er­fas­sen der Brust­war­ze zu hel­fen oder bei­de ab­wech­selnd zum Görps­li hoch­zu­he­ben.

Beim gleich­zei­ti­gen Stil­len von Zwil­lin­gen gibt es ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten:

  • Bei­de Ba­bys mit Kör­per und Bei­nen nach hin­ten le­gen, die Köpf­chen lie­gen vorn auf zwei Kis­sen ge­stützt (Rü­cken­griff, Fuss­ball­griff). Die klas­si­sche Po­si­ti­on für Zwil­lin­ge oder un­ter­schied­lich alte Kin­der beim „Tan­dem-Stil­len“.

  • Ba­bys par­al­lel zu­ein­an­der le­gen – die Kör­per lie­gen da­bei in glei­cher Rich­tung vor Ma­mas Bauch (Y-Po­si­ti­on). Ein Kind liegt in Wie­ge­hal­tung wie ein Ein­ling vor dem Bauch der Mut­ter, das an­de­re im Rü­cken­griff mit dem Kopf auf den Bei­nen oder dem Bauch des Ge­schwis­ters.

  • Sie stil­len die Kin­der in der Po­si­ti­on, in der Ein­zel­kin­der ge­stillt wer­den. Da­bei lie­gen Kör­per und Bei­ne des ei­nen Ba­bys nach links, die des an­de­ren nach rechts. Der Nach­teil bei die­ser Me­tho­de ist, dass sich die Ba­bys ge­gen­sei­tig mit ih­ren Bein­chen be­hin­dern und dass man die klei­nen Kör­per nicht so gut un­ter Kon­trol­le hat.

  • Gleich­zei­tig Stil­len im Lie­gen (Sei­ten­la­ge): Die Mut­ter liegt auf der Sei­te, aber et­was nach hin­ten ge­lehnt, mit fes­ten Kis­sen oder De­cken im Rü­cken. Ein Kind liegt seit­lich ne­ben der Mut­ter auf dem Bett, das an­de­re oben bäuch­lings quer auf ih­rer Sei­te, mit den Bei­nen auf den Kis­sen in ih­rem Rü­cken. Die­se Po­si­ti­on er­mög­licht der Mut­ter aus­rei­chen­den Schlaf.

Letzte Aktualisierung: 26.11.2019, BH

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