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Neugeborenes trinkt an der Brust
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Milch­stau


Bei ei­nem Milch­stau blei­ben die Be­schwer­den auf die Brust be­grenzt. Sie spannt und ist fest ge­schwol­len, druck- und be­rüh­rungs­emp­find­lich und fühlt sich heiss an oder sie ist ge­rö­tet, ähn­lich wie beim Milch­ein­schuss im Wo­chen­bett. Sie spü­ren kno­ti­ge, ver­här­te­te Stel­len in der Brust. Das An­le­gen des Ba­bys bringt kei­ne Er­leich­te­rung und das Sau­gen des Kin­des schmerzt. Die Kör­per­tem­pe­ra­tur ist höchs­tens leicht er­höht. Rich­tig krank füh­len Sie sich nicht.

Ein Milch­stau kann un­be­han­delt leicht in eine Mas­ti­tis, d.h. eine Brust­ent­zün­dung, über­ge­hen. Die Schmer­zen in der Brust wer­den stär­ker und der gan­ze Kör­per re­agiert auf die Ent­zün­dung, zum Bei­spiel mit ho­hem Fie­ber,  Schüt­tel­frost und grip­pe­ähn­li­chen Be­schwer­den. Mat­tig­keit, Glie­der-  und Kopf­schmer­zen kom­men hin­zu.

Der Stau in den Milch­gän­gen kann un­ter­schied­li­che Ur­sa­chen ha­ben. Er ent­steht, wenn nicht alle Milch­ka­nä­le voll­stän­dig ent­leert wer­den. Fliesst die Milch nicht ab, ent­zün­det sich die Brust. Oft tritt ein Milch­stau ein, wenn das Kind plötz­lich län­ge­re Zeit als ge­wohnt nicht an der Brust trinkt. Aber auch ein hor­mo­nel­les Un­gleich­ge­wicht zwi­schen Milch­pro­duk­ti­on und Milch­fluss bzw. -trans­port, was oft psy­chi­sche Grün­de hat, kann der Aus­lö­ser sein. Vor­beu­gend ge­gen Milch­stau wirkt, wenn Sie Ihr Baby die Brust - zu­min­dest auf der ers­ten Sei­te - im­mer ganz leer trin­ken las­sen. Kon­trol­lie­ren Sie Ihre Brust re­gel­mäs­sig, um ver­här­te­te Stel­len früh zu er­ken­nen.

Quark­wi­ckel ge­gen Milch­stau

Eine Anleitung für selbstgemachte Wickel finden Sie hier

Kommt es zu ei­nem Milch­stau, kann Ihr Baby Ih­nen am wirk­sams­ten hel­fen:

  • Auch wenn es weh­tut - le­gen Sie Ihr Baby häu­fig, min­des­tens alle zwei Stun­den, an der be­trof­fe­nen Sei­te an und zwar so, dass es mit dem Kinn die ver­här­te­te Stel­le mas­siert. Man kann sie aber auch mit krei­sen­den Be­we­gun­gen und leich­tem Druck, von in­nen nach aus­sen strei­chend, selbst mas­sie­ren. Am bes­ten von der Heb­am­me zei­gen las­sen!  Dies lin­dert die Schwel­lung und hebt die Brust­war­zen, so dass Ihr Kind sie leich­ter neh­men kann.

  • Ach­ten Sie dar­auf, dass die Brust leer ge­trun­ken wird. Wenn das Kind die Brust nicht leer trinkt, müs­sen Sie sie mit der Brust­pum­pe lee­ren.

  • Ein feucht-war­mer Um­schlag, z. B. ein heis­ser Wasch­lap­pen, zum Warm­hal­ten mit ei­ner Weg­werf­win­del be­deckt, kann kurz vor dem nächs­ten Stil­len den Milch­fluss er­leich­tern, weil sich da­durch die Milch­gän­ge er­wei­tern.

  • Die ge­leer­te Brust so­fort mit ei­nem feuch­ten Tuch oder Wasch­lap­pen oder mit ei­nem Quar­k­um­schlag (Quark fin­ger­dick auf eine Win­del­ein­la­ge strei­chen und in den BH le­gen) küh­len, da­mit sich die Milch­gän­ge wie­der zu­sam­men­zie­hen kön­nen. Zum Küh­len eig­net sich auch ein Beu­tel tief­ge­kühl­te Erb­sen, zer­hack­tes Eis in ei­nem Plas­tik­sack oder ein Cold­pack - all dies na­tür­lich um­wi­ckelt und nicht di­rekt auf die Haut ge­legt, da es zu Er­frie­run­gen füh­ren kann.

  • Kör­per­li­che Ent­span­nung und Ruhe, durch­aus auch für ein paar Stun­den mit Ih­rem Baby im Bett, tun Ih­nen jetzt be­son­ders gut. 

Schmer­zen und Fie­ber kon­nen Sie auch mit Me­di­ka­men­ten lin­dern, zum Bei­spiel Ibu­pro­fen. Es geht nur in ge­rin­gen Men­gen in die Mut­ter­milch über. Sie kön­nen es wäh­rend der Still­zeit kurz­zei­tig ein­neh­men.

Nach ein bis zwei Ta­gen soll­te sich der Zu­stand der Brust wie­der nor­ma­li­siert ha­ben. Kon­trol­lie­ren Sie Ihre Kör­per­tem­pe­ra­tur, bei Fie­ber oder Ver­stär­kung der Sym­pto­me soll­ten Sie fach­li­chen Rat bei ei­ner Still­be­ra­te­rin, Ih­rer Heb­am­me oder Ih­rem Frau­en­arzt/Ih­rer Frau­en­ärz­tin ein­ho­len.

Letzte Aktualisierung: 26.11.2019, BH / BF / AS

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