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Mutter mit Baby im Videocall
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Fra­gen zum Mut­ter­schafts­ur­laub


Beim Be­zug des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes kom­men oft prak­ti­sche Fra­gen auf. Hier fin­den Sie Ant­wor­ten.

Ist ein Vor­be­zug des Mut­ter­schafts­ur­laubs mög­lich?


Nein. Die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Mut­ter­schafts­ur­laub sind zwin­gend, und der Mut­ter­schafts­ur­laub be­ginnt mit der Ge­burt des Kin­des. Es ist so­mit nicht er­laubt, ein­zel­ne Tage vor­zu­be­zie­hen.

Was ein­zig mög­lich ist, ist das Tag­geld der Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung spä­ter zu be­zie­hen. Die­ser Zah­lungs­auf­schub  ist er­laubt bei Früh­ge­bur­ten, falls ein Neu­ge­bo­re­nes min­des­tens 3 Wo­chen im Spi­tal ver­blei­ben muss. Durch den Zah­lungs­auf­schub kann es al­ler­dings zu ei­ner Ein­kom­mens­lü­cke bei der Mut­ter kom­men, da für die­se ein ab­so­lu­tes Ar­beits­ver­bot wäh­rend 8 Wo­chen gilt.

Auf­schub des Mut­ter­schafts­ur­laubs - geht das?


Nor­ma­ler­wei­se be­ginnt der An­spruch auf das Mut­ter­schafts­geld erst mit der Ge­burt des Kin­des. Wenn aber ein Neu­ge­bo­re­nes (z.B. Früh­ge­bo­re­nes) wäh­rend min­des­tens 3 Wo­chen im Spi­tal blei­ben muss, wür­de sich die Zeit, wäh­rend der sich die Mut­ter zu Hau­se um das Kind küm­mern könn­te, ver­kür­zen. Dies wäre na­tür­lich nicht im Sin­ne des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes. Des­halb kann in die­sem Fall die Mut­ter ei­nen Auf­schub der Ent­schä­di­gung be­an­tra­gen (Art. 16c Abs. 2 EOG, Art. 24 EOV). In den ers­ten 8 Wo­chen nach der Ge­burt gilt ein ab­so­lu­tes Ar­beits­ver­bot. Der Ver­dienst­aus­fall zwi­schen Ge­burt und Be­ginn des auf­ge­scho­be­nen Mut­ter­schafts­ur­lau­bes ist in der Re­gel vom Ar­beit­ge­ber zu be­zah­len, so­fern ein Arzt­zeug­nis die Ar­beits­un­fä­hig­keit der Mut­ter be­stä­tigt.  

Den Auf­schub muss die Mut­ter zu­sam­men mit der An­mel­dung für das Mut­ter­schafts­geld be­an­tra­gen und zu­sätz­lich ein ärzt­li­ches Zeug­nis bei­le­gen, in dem die Dau­er des Spi­tal­auf­ent­hal­tes des Kin­des be­stä­tigt wird. Wird der Mut­ter der Auf­schub be­wil­ligt, be­ginnt der be­zahl­te 14-wö­chi­ge Mut­ter­schafts­ur­laub dann erst an dem­je­ni­gen Tag, an wel­chem das Kind nach Hau­se kommt. Bei ei­ner Mehr­lings­ge­burt könn­te der Auf­schub auch ver­langt wer­den, wenn nur ei­nes der Kin­der im Spi­tal blei­ben muss.

Darf der Ar­beit­ge­ber den Mut­ter­schafts­ur­laub kür­zen?


Nein. Die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen über den Mut­ter­schafts­ur­laub sind zwin­gend, und der Mut­ter­schaft­ur­laub darf von Ih­rem Ar­beit­ge­ber nicht ge­kürzt wer­den, aus wel­chem Grund auch im­mer.

Nach dem ab­so­lu­ten Ar­beits­ver­bot von 8 Wo­chen nach der Ge­burt dür­fen Sie je­doch vor­zei­tig die Ar­beit wie­der auf­neh­men, falls Sie dies wün­schen. Be­ach­ten Sie je­doch, dass Sie dann Ih­ren An­spruch auf das Tag­geld aus der Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung ver­lie­ren.

Ist eine Kür­zung der Fe­ri­en er­laubt?


Dür­fen die Fe­ri­en we­gen Schwan­ger­schaft oder Be­zug des Mut­ter­schafts­ur­lau­bes ge­kürzt wer­den? Das Ge­setz gibt hier kla­re Ant­wor­ten:

  • Ja: We­gen Schwan­ger­schaft dür­fen vom Ar­beit­ge­ber die Fe­ri­en nur dann ge­kürzt wer­den, wenn eine Ar­beit­neh­me­rin län­ger als 2 Mo­na­ten an der Ar­beits­leis­tung ver­hin­dert ist (Art. 329b Abs. 3 OR). Ab dem drit­ten vol­len Mo­nat Ab­we­sen­heit und für je­den wei­te­ren vol­len Mo­nat kann der Ar­beit­ge­ber die Fe­ri­en im glei­chen Ka­len­der­jahr um je 1/12 kür­zen.

  • Nein: Das Ge­setz er­wähnt aus­drück­lich nur die "Schwan­ger­schaft" als Kür­zungs­grund. Der Fe­ri­en­an­spruch darf des­halb nicht ge­kürzt wer­den, wenn der Mut­ter­schafts­ur­laub (Art. 329f OR) be­zo­gen wird.

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12/14/2016
Raum in der Neonatologie mit Inkubator

Mut­ter­schafts­ur­laub

Muss ein Neu­ge­bo­re­nes (z.B. we­gen Früh­ge­burt ) für mehr als drei Wo­chen im Spi­tal blei­ben, soll die Mut­ter län­ger Mut­ter…
Letzte Aktualisierung: 18.10.2021, CF/NK

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