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Schwangere Verkäuferin bei der Arbeit
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Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung


Nach­fol­gend fin­den Sie ei­nen Über­blick mit den wich­tigs­ten Fra­gen rund um die Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung.

All­ge­mei­ne Fra­gen


Wer hat An­spruch auf eine Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung?

  • Er­werbs­tä­ti­ge Frau­en (auch Teil­zeit) im Mo­nats­lohn

  • er­werbs­tä­ti­ge Frau­en im Stun­den­lohn, falls sie in re­gel­mäs­si­ger Teil­zeit ar­bei­ten

  • ar­beits­lo­se Frau­en, die be­reits Tag­gel­der be­zie­hen oder eine ge­nü­gen­de Bei­trags­zeit im Sin­ne des Ar­beits­ge­set­zes auf­wei­sen

  • Frau­en, die in­fol­ge Un­fall, Krank­heit oder In­va­li­di­tät Tag­gel­der be­zie­hen (so­fern die­ses Tag­geld auf ei­nen vor­an­ge­gan­ge­nen Lohn be­rech­net wur­de) 

  • Frau­en, die im Be­trieb des Man­nes ar­bei­ten und da­für AHV-Bei­trä­ge be­zah­len (z.B. Bäue­rin­nen)

  • Frau­en, die als "selb­stän­dig Er­wer­ben­de" gel­ten (was von den Be­hör­den so fest­ge­stellt wer­den muss; nicht jede Geld­ein­nah­me be­grün­det die­se "Selb­stän­dig­keit"

Haus­frau­en, wel­che ihre Kin­der be­treu­en, aber in kei­nem Ar­beits­ver­hält­nis ste­hen, er­hal­ten kein Mut­ter­schafts­geld.
Bei Werk­stu­den­tin­nen, Aus­hilfs- und Ge­le­gen­heits­ar­bei­ten kommt es auf die Um­stän­de und den kon­kre­ten Ar­beits­ver­trag dar­auf an

Wel­che Vor­aus­set­zun­gen müs­sen ku­mu­la­tiv er­füllt wer­den?

  • Die An­spruchs­be­rech­tig­te muss vor der Ge­burt 9 Mo­na­te im Sin­ne des AHV-Ge­set­zes ob­li­ga­to­risch ver­si­chert ge­we­sen sein. Die­se Vor­aus­set­zung er­fül­len alle Frau­en, die in der Schweiz Wohn­sitz ha­ben oder in der Schweiz ar­bei­ten. Auf Grund der Ab­kom­men der Schweiz mit der EU und der EFTA wer­den zu­dem die in sol­chen Staa­ten zu­rück­ge­leg­ten Ver­si­che­rungs­zei­ten eben­falls an­ge­rech­net  

  • Sie muss von die­sen 9 Mo­na­ten min­des­tens 5 er­werbs­tä­tig ge­we­sen sein, un­ab­hän­gig von der Höhe des Ar­beits­pen­sums

  • Bei­de Be­din­gun­gen müs­sen zu­sam­men er­füllt sein (die­se des­halb, weil es Kon­stel­la­tio­nen gibt, aus wel­chen kein An­spruch ent­steht: Eine Aus­län­de­rin aus ei­nem Nicht-EU oder Nicht-EFTA-Staat kann z.B. für 6 Mo­na­te für ein in­ter­na­tio­na­les Un­ter­neh­men in der Schweiz ar­bei­ten, in die­ser Zeit je­doch dem aus­län­di­schen So­zi­al­ver­si­che­rungs­recht un­ter­stellt blei­ben).

Wie lan­ge dau­ert der An­spruch?

  • Der An­spruch be­ginnt am Tag der Nie­der­kunft und en­det spä­tes­tens 14 Wo­chen resp. 98 Tage (Ka­len­der­ta­ge; nicht Ar­beits­ta­ge) nach der Nie­der­kunft, so­fern die Ar­beits­tä­tig­keit nicht vor­zei­tig wie­der auf­ge­nom­men wird

  • Für die Wo­chen 15 und 16 be­stehen noch­mals be­son­de­re Schutz­rech­te für die Mut­ter (z.B. zu Hau­se blei­ben [je­doch ohne Ent­schä­di­gung], Kün­di­gungs­schutz)

  • Die Fe­ri­en dür­fen vom Ar­beit­ge­ber nicht ge­kürzt wer­den, weil die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung be­zo­gen wur­de (Art. 329b Ziff. 3 OR).

Kann der Mut­ter­schafts­ur­laub an die Schwan­ger­schafts-Ab­we­sen­heit an­ge­rech­net wer­den?

  • Nein. Der Mut­ter­schafts­ur­laub gilt erst ab der Ge­burt des Kin­des. Ein Vor­be­zug oder gar ein An­rech­nen an Ab­we­sen­heits­ta­ge wäh­rend der Schwan­ger­schaft ist nicht er­laubt.

Höhe und Art der Ent­schä­di­gung?

  • 80 % vom Er­werbs­ein­kom­men vor der Nie­der­kunft, max. 196.-- pro Tag (max. Ein­kom­men CHF 7'350.-- pro Mo­nat).

  • In Ein­zel­fäl­len kann die Be­rech­nung je­doch er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten bie­ten, ins­be­son­de­re, falls z.B. vor der Ge­burt un­be­zahl­ter Ur­laub be­zo­gen oder das Ar­beits­pen­sum re­du­ziert wur­de.

  • Be­zieht die Mut­ter vor der Nie­der­kunft ein Tag­geld aus der ALV-, Kran­ken-, Un­fall­ver­si­che­rung oder ei­ner an­de­ren So­zi­al­ein­rich­tung, löst die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung die an­de­ren Tag­gel­der ab. Die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung geht im­mer vor.

Wo be­an­tra­ge ich die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung?

  • Bei An­ge­stell­ten über die zu­stän­di­ge AHV-Aus­gleichs­kas­se via Ar­beit­ge­ber.

  • Alle üb­ri­gen di­rekt bei der zu­stän­di­gen AHV-Aus­gleichs­kas­se.

Wer zahlt die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung aus?

  • Wenn der Ar­beit­ge­ber der Mut­ter eine Lohn­fort­zah­lung leis­tet, wird das Tag­geld an den Ar­beit­ge­ber be­zahlt.

  • Bei Dif­fe­ren­zen mit dem Ar­beit­ge­ber oder be­son­de­ren Um­stän­den, kann die di­rek­te Aus­zah­lung durch die Aus­gleichs­kas­se an die Mut­ter ver­langt wer­den.

  • In al­len üb­ri­gen Fäl­len zahlt die Aus­gleichs­kas­se die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung di­rekt an die Mut­ter.

  • Wird der Wohn­sitz nach der Ge­burt ins Aus­land ver­legt, kann ver­langt wer­den, dass die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung ins Aus­land be­zahlt wird. 

Muss ich auf die Mut­ter­schafts­ent­schä­di­gung Bei­trä­ge an die AHV, IV und EO leis­ten?

  • Das Mut­ter­schafts­geld an­stel­le des Loh­nes gilt als Ein­kom­men, d.h. AHV/IV/EO-Bei­trä­ge müs­sen ent­rich­tet wer­den. Für Ar­beit­neh­men­de wird zu­dem der Bei­trag von der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung in Ab­zug ge­bracht.

Kann ich den Mut­ter­schafts­ur­laub im Fal­le ei­ner Früh­ge­burt auf­schie­ben?

  • Auf An­trag (mit dem An­mel­de­for­mu­lar) kann der Be­zug des Tag­gel­des auf ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt ver­scho­ben wer­den, wenn das Neu­ge­bo­re­ne min­des­tens 3 Wo­chen im Spi­tal ver­blei­ben muss­te (Art 16c Abs. 2 EOG, Art. 24 EOV). Mehr dazu fin­den Sie hier.

  • In je­dem Fall gilt je­doch ein ab­so­lu­tes Ar­beits­ver­bot von 8 Wo­chen nach der Nie­der­kunft. In der Zeit des Auf­schu­bes kann für die Frau eine Ein­kom­mens­lü­cke ent­ste­hen, die nicht durch eine Er­werbs­tä­tig­keit über­brückt wer­den darf.   

Was ge­schieht, wenn ich wäh­rend des Mut­ter­schaft­ur­lau­bes ei­ner Ar­beit nach­ge­he?

  • Eine Ar­beit­neh­me­rin muss in den ers­ten 8 Wo­chen nach der Nie­der­kunft der Ar­beit fern­blei­ben, in die­ser Zeit darf kein Be­trieb eine Mut­ter be­schäf­ti­gen, die ein Neu­ge­bo­re­nes hat. Sie muss kein Arzt­zeug­nis vor­le­gen und darf nicht ein­mal dann be­schäf­tigt wer­den, wenn sie selbst es aus­drück­lich wünscht, denn in die­ser Zeit gilt ein ab­so­lu­tes Ar­beits­ver­bot. Bis 16 Wo­chen nach der Ge­burt hat sie ein Recht auf Mut­ter­schafts­ur­laub.

  • So­mit dürf­ten Sie ab der 9. Wo­che wie­der ar­bei­ten, wenn Sie möch­ten. Wich­tig ist hier je­doch, dass Sie in die­sem Fall Ih­ren An­spruch auf Tag­geld der Mut­ter­schafts­ver­si­che­rung ver­lie­ren, und zwar auch dann, wenn Sie Teil­zeit ar­bei­ten. Jede Wie­der­auf­nah­me ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit vor Ab­lauf des 14-wö­chi­gen Mut­ter­schafts­ur­lau­bes führt also un­wei­ger­lich zum Er­lö­schen des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs.

kurz&bündigkurz&bündig
12/14/2016
Raum in der Neonatologie mit Inkubator

Mut­ter­schafts­ur­laub

Muss ein Neu­ge­bo­re­nes (z.B. we­gen Früh­ge­burt ) für mehr als drei Wo­chen im Spi­tal blei­ben, soll die Mut­ter län­ger Mut­ter…

Amt­li­che For­mu­la­re

Für weitere Informationen oder Auskünfte gehen Sie bitte auf die Homepage der Ausgleichskasse www.ak114.ch - Rubrik "Mutterschaftsentschädigung"

Auf der Seite der AHV finden Sie zudem interessante Informationen und Auskünfte:

www.ahv.ch/Home-D/allgemeines/MEMENTOS/mutterschaft.htm

Unter beiden vorgenannten Links finden Sie die amtlichen Formula

  • "Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung"
  • "Ergänzungsblatt zur Anmeldung für eine Mutterschaftsentschädigung" (zu verwenden, wenn die Arbeitnehmerin mehrere Arbeitgeber hat)
Letzte Aktualisierung: 06.04.2020, CF / AS / NK

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