Toxoplasmose-Infektion in der Schwangerschaft

Wie Sie sich mit dieser Krankheit anstecken können und warum Sie wahrscheinlich nicht einmal etwas davon bemerken.

Katze tippt Schwangeren an den Bauch
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Es wird geschätzt, dass ungefähr jede dritte Person der erwachsenen Bevölkerung schon einmal eine Toxoplasmose-Infektion durchgemacht hat und dagegen immun ist.

Was ist Toxoplasmose?


Toxoplasmose ist eine häufige Infektionskrankheit, die durch Toxoplasma gondii - einen Parasiten - verursacht wird. Dieser Erreger wird typischerweise durch rohes oder zu wenig durchgegartes Fleisch, aber auch durch Erde und Kontakt mit Katzenkot übertragen.

Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen unbemerkt und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Sie gilt als eher harmlose Infektionskrankheit, kann aber bei infizierten Schwangeren zu Komplikationen führen.

Die Symptome der Toxoplasmose-Infektion


Normalerweise verläuft eine Toxoplasmose-Infektion für die Schwangere weitgehend beschwerdefrei. Symptome treten wenn überhaupt nur in leichter Form auf und ähneln denen einer Grippe mit einem Krankheitsgefühl, Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Halsschmerzen und manchmal Augenbeschwerden. 

Die Gefahr einer Toxoplasmose-Infektion für das ungeborene Kind


Wird das Ungeborene insbesondere in der frühen Schwangerschaft über die Plazenta mit dem Erreger infiziert, kann es zu schweren Gehirnschädigungen oder zu einer Fehlgeburt kommen. Wird das Kind erst zu einem späteren Zeitpunkt angesteckt, ist die unmittelbare Gefahr nicht mehr so hoch und die Krankheit kann während und nach der Schwangerschaft medikamentös behandelt werden. Allerdings ist es möglich, dass Jahre später noch Folgeschäden auftreten.

Laut Schätzungen infizieren sich in der Schweiz nur rund ein Prozent der schwangeren Frauen neu mit Toxoplasmose

Behandlung einer Toxoplasmose in der Schwangerschaft 


Infiziert sich eine Schwangere mit Toxoplasmose-Parasiten, wird sie medikamentös mit einem Antiparasitikum und Antibiotika behandelt. Dazu wird sicherheitshalber engmaschig mit Ultraschalluntersuchungen kontrolliert, wie sich das Kind entwickelt. 

Ein Neugeborenes, bei dem eine Toxoplasmose-Infektion nachgewiesen wurde, wird ebenfalls medikamentös behandelt, unabhängig von einer allfälligen Therapie während der Schwangerschaft.

Häufige Fragen zum Thema

Ja, man kann es zumindest versuchen. Besteht der Verdacht, dass sich eine Schwangere neu infiziert hat, wird sie medikamentös mit Antiparasitikum und Antibiotikum behandelt. Dazu wird sicherheitshalber engmaschig mit Ultraschalluntersuchungen kontrolliert, wie sich das Kind entwickelt.
Nein. Milch und Eier sind keine Infektionsquellen für Toxoplasmose. Schwangere sollten dennoch vorsichtig sein: Listerien werden durch verschiedene kontaminierte und rohe Lebensmittel übertragen. Sowohl tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Milchprodukte als auch pflanzliche Lebensmittel …
Besonders Schweine-, Schaf-, Ziegen-, Wild- und Geflügelfleisch kann Toxoplasmoseerreger enthalten. Allerdings ist es vor allem rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch, welches eine Infektion verursachen kann. Vorsicht also bei rohem Schinken, Salami oder Carpaccio. Das Erhitzen über 70 °C tötet …
Nein, nicht zwingend. Wenn Sie auf eine einwandfreie Hygiene achten, können Sie das Risiko einer Toxoplasmose-Infektion minimieren. Reinigen Sie die Katzenkiste nicht selber und waschen Sie sich nach dem Kontakt mit Ihrer Katze gut die Hände. Im Kot der Katze sind die Toxoplasmaose-Parasiten erst …
Letzte Aktualisierung: 21.01.2026, KM

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