Anzeige
Vater mit Säugling beim Wickeln
©
iStock

Va­ter­schafts­ur­laub


In­ner­halb von 6 Mo­na­ten nach der Ge­burt ih­res Kin­des kön­nen Vä­ter 10 ar­beits­freie Tage be­zie­hen, ent­we­der am Stück oder ver­teilt auf ein­zel­ne Ar­beits­ta­ge. Fi­nan­ziert wird der Va­ter­schafts­ur­laub über die Er­werbs­er­satzor­dung (EO). Es gel­ten die fol­gen­den Be­din­gun­gen:

  • Die Ge­set­zes­vor­la­ge tritt am 1.1.2021 in Kraft. Wird das Baby vor die­sem Da­tum ge­bo­ren, be­steht kein An­spruch auf Va­ter­schafts­ur­laub.

  • Nur der recht­li­che Va­ter hat An­spruch auf ei­nen Va­ter­schafts­ur­laub. Das be­deu­tet, dass er mit der Mut­ter ver­hei­ra­tet sein muss, die Va­ter­schaft an­er­kennt oder über ein Ge­richts­ur­teil ver­fügt, das die Va­ter­schaft be­stä­tigt. Bei Ad­op­ti­on be­steht kein An­spruch auf Va­ter­schafts­ur­laub.

  • Der An­spruch auf Va­ter­schafts­ur­laub gilt so­wohl für Vä­ter, die an­ge­stellt sind als auch für selb­stän­dig Er­wer­ben­de. Vä­ter, die we­gen Ar­beits­lo­sig­keit oder Ar­beits­un­fä­hig­keit ein Tag­geld be­zie­hen oder die zum Zeit­punkt der Ge­burt Mi­li­tär- oder Zi­vil­dienst leis­ten, ha­ben eben­falls An­spruch auf den Va­ter­schafts­ur­laub.

  • Der Va­ter muss in den neun Mo­na­ten vor der Ge­burt ob­li­ga­to­risch bei der AHV ver­si­chert ge­we­sen sein. In die­ser Zeit muss er wäh­rend min­des­tens fünf Mo­na­ten er­werbs­tä­tig ge­we­sen sein.

  • Die Ent­schä­di­gung be­trägt 80 Pro­zent des durch­schnitt­li­chen Er­werbs­ein­kom­mens vor der Ge­burt, ma­xi­mal je­doch Fr. 196 pro Tag. Für zwei Wo­chen Ur­laub (10 Ar­beits­ta­ge inkl. Wo­chen­en­den) wer­den 14 Tag­gel­der aus­be­zahlt, also ma­xi­mal Fr. 2744.

  • Der Va­ter­schafts­ur­laub darf kei­ne Fe­ri­en­kür­zung zur Fol­ge ha­ben. Kün­digt der Ar­beit­ge­ber den Ar­beits­ver­trag, wenn der Va­ter noch nicht den gan­zen Ur­laub be­zo­gen hat, ver­län­gert sich die Kün­di­gungs­frist um die An­zahl der ver­blei­ben­den Ur­laubs­ta­ge.

  • Die Aus­zah­lung der Va­ter­schafts­ent­schä­di­gung er­folgt nicht au­to­ma­tisch, son­dern muss bei der zu­stän­di­gen Aus­gleichs­kas­se be­an­tragt wer­den. 

  • Der Be­zug des Va­ter­schafts­ur­laubs ist frei­wil­lig. Der An­spruch dar­auf er­lischt 6 Mo­na­te nach der Ge­burt.

Vie­le gros­se Fir­men ge­wäh­ren ih­ren Mit­ar­bei­tern ei­nen Va­ter­schafts­ur­laub, der deut­lich über die zwei Wo­chen hin­aus­geht, die ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben sind. Wenn es die be­trieb­li­che und in­di­vi­du­el­le Si­tua­ti­on zu­lässt, kann die ar­beits­freie Zeit nach der Ge­burt mit be­reits be­stehen­den Ar­beits­zeit­mo­del­len er­gänzt und aus­ge­dehnt wer­den, bei­spiels­wei­se mit un­be­zahl­tem Ur­laub, Ho­me­of­fice, Teil­zeit­ar­beit oder ei­nem Sab­ba­ti­cal.

Trotz der Ein­füh­rung des Va­ter­schafts­ur­laubs hinkt die Schweiz im in­ter­na­tio­na­len Ver­gleich im­mer noch hin­ter an­de­ren Län­dern her. Be­son­ders gross­zü­gig sind die skan­di­na­vi­schen Staa­ten. Zum Ver­gleich: Dä­ne­mark kennt ei­nen be­zahl­ten Mut­ter­schafts­ur­laub von 28 Wo­chen, wo­von 10 Wo­chen auf Vä­ter über­tra­gen wer­den kön­nen. In Finn­land dau­ert die be­zahl­te Aus­zeit 1 Jahr, die ers­ten 21 Wochehn für die Mut­ter, die üb­ri­gen 31 Wo­chen dür­fen sich die El­tern tei­len. Schwe­den kennt ei­nen be­zahl­ten El­tern­ur­laub von 15 Mo­na­ten, da­von min­des­tens 1 Mo­nat für den Va­ter.

kurz&bündigkurz&bündig
9/13/2021
Vater gibt Baby im Kinderzimmer stehend den Schoppen

Frei­er Tag für Ge­burt ge­stri­chen

Die Um­set­zung des Va­ter­schafts­ur­laubs - seit dem 1. Ja­nu­ar 2021 in Kraft - läuft noch nicht wie ge­plant. Denn das …
kurz&bündigkurz&bündig
11/11/2018
Vater wickelt Baby auf dem Wickeltisch

Vä­ter und Ge­burt

Soll­ten Män­ner bei der Ge­burt ih­res Kin­des da­bei sein? Eine neue US-Stu­die sagt ja: Die An­we­sen­heit bei der Ent­bin­dung …
Letzte Aktualisierung: 20.10.2020, PvE / CF / AS / NK
Anzeige
Anzeige