Zwölf Beziehungstipps für die ersten Wochen nach der Geburt
Wie schaffen es frischgebackene Eltern, ein Liebespaar zu bleiben?
Die Ankunft eines Babys verändert alles - auch die Partnerschaft. Aus dem eingespielten Zweiergespann wird ein Dreierteam, das sich in vielerlei Hinsicht erst einmal finden muss. Und weil das neue Familienmitglied in den ersten Wochen auf ganz viel Fürsorge angewiesen ist, bleibt wenig Zeit für die Beziehungspflege. Was Sie tun können, damit die Partnerschaft diese herausfordernde Phase besser übersteht.
- 1. Sich täglich ein paar Minuten Zeit füreinander nehmen
- 2. Sich gegenseitig Zeit für sich selbst schenken
- 3. Einander berühren
- 4. Über Gefühle reden
- 5. Klare Abmachungen treffen
- 6. Zeit zu zweit einplanen
- 7. Einander überraschen
- 8. Gut zu sich selber schauen
- 9. Konflikte austragen
- 10. Nicht alles alleine schaffen
- 11. Die psychische Gesundheit im Auge behalten
- 12. Sich in Geduld üben
1. Sich täglich ein paar Minuten Zeit füreinander nehmen
Natürlich haben Sie jetzt keine Zeit für ausufernde Gespräche. Versuchen Sie jedoch, sich jeden Tag ein paar Minuten zu nehmen, um einander von Ihrem Tag zu erzählen. Dies kann zum Beispiel immer dann sein, wenn Sie es sich ohnehin schon auf dem Sofa gemütlich gemacht haben, um dem Baby die Abendmahlzeit zu geben.
2. Sich gegenseitig Zeit für sich selbst schenken
Ein Neugeborenes zu versorgen, ist ein Vollzeitjob, der kaum Pausen zulässt. Da ist es schon Gold wert, wenn die Mama mal ein Nickerchen machen kann, während der Papa das Baby badet. Oder wenn er ein paar Momente die Füsse hochlegen darf, während sie das Baby bettfertig macht.
Damit dies gelingt, ist es einerseits wichtig, einander mit dem Baby gewähren zu lassen und nicht ständig zu überprüfen, ob alles "richtig" gemacht wird. Und andererseits braucht es oft auch eine gehörige Portion Gelassenheit, denn die Versuchung kann gross sein, sich während der Pausenzeit um den vernachlässigten Haushalt zu kümmern.
3. Einander berühren
An Sex mögen die meisten Paare in den ersten Wochen nicht denken. Zu sehr wirken die Strapazen der Geburt nach, zu kurz sind die Nächte. Oft ist auch das Bedürfnis nach Nähe durch den engen Körperkontakt mit dem Baby bereits abgedeckt. Machen Sie es sich dennoch zur Gewohnheit, einander zu berühren. Händchenhalten beim Spaziergang, eine dicke Umarmung zwischendurch, ein bisschen Kuscheln zu dritt, wenn das Baby getrunken hat, ein wenig Zärtlichkeit vor dem Einschlafen - all das sorgt dafür, dass Sie einander nahe bleiben.
4. Über Gefühle reden
Eltern zu werden ist eine grosse Umstellung und die ist nicht ausschliesslich mit positiven Empfindungen verbunden. Erzählen Sie einander hin und wieder ungeschminkt, wie es Ihnen geht, was Sie freut, worüber Sie traurig sind, was Ihnen Sorgen bereitet etc. Hören Sie einander zu, ohne zu werten und nehmen Sie es einander nicht krumm, wenn mal mehr von Frust als von Familienglück die Rede ist.
5. Klare Abmachungen treffen
Vor der Geburt haben Sie sich bestimmt darüber unterhalten, wie Sie sich die alltäglichen Aufgaben teilen wollen. Doch jetzt, wo Sie im neuen Alltag angekommen sind, stellt sich das alles als gar nicht so einfach heraus. Insgeheim ärgern Sie sich vielleicht darüber, dass er den Wäscheberg, der viel grösser ist als erwartet, nicht sieht und dass sie so vieles scheinbar achtlos rumliegen lässt. Diese Kleinigkeiten können für grosse Spannungen sorgen. Nehmen Sie sich deshalb in einer ruhigen Minute Zeit, um zu besprechen, wie viel Ordnung unabdingbar ist, damit sich beide wohlfühlen und wer sich um welche Aufgaben kümmert.
6. Zeit zu zweit einplanen
Ganz am Anfang werden Sie sich noch mit wenigen Minuten zufrieden geben müssen, aber sobald die Dinge ein wenig eingespielt sind, sollten Sie wieder ganz bewusst Zeiten einplanen, die nur Ihnen beiden gehören. Zu Beginn ist es wohl am einfachsten, wenn Sie Ihren Paarabend zu Hause verbringen. Ein Essen bei Kerzenschein, das Sie sich ins Haus liefern lassen oder ein Filmabend, bei dem Sie beide in der Hälfte des Films eindösen, sind vielleicht das Maximum an Zweisamkeit, das Sie herausholen können. Später dann können Sie einen Babysitter engagieren, um wieder mal aus den eigenen vier Wänden rauszukommen. Egal, wo und wie Sie Ihre Zeit zu zweit verbringen, versuchen Sie, nicht ausschliesslich über das Baby zu reden.
7. Einander überraschen
Kleine Zeichen der Liebe sind mindestens so bedeutsam wie die grossen romantischen Gesten. Überraschen Sie einander deshalb immer wieder mit einer Kleinigkeit, die dem anderen zeigt: "Ich denke an dich und ich hab dich lieb." Das müssen nicht immer materielle Dinge sein. Auch ein Kompliment oder ein Lob sind unglaublich wohltuend.
8. Gut zu sich selber schauen
Auch das ist nicht so einfach, wenn man sich um ein Neugeborenes zu kümmern hat. Doch wenn es der Partnerschaft gut gehen soll, muss es auch Ihnen selbst gut gehen. Zu Beginn werden Sie schon froh sein müssen, wenn Sie es aus dem Pyjama und unter die Dusche schaffen. Mit der Zeit kommt aber wieder der Freiraum, um sich ausgiebiger um die Körperpflege zu kümmern, sich hübsch anzuziehen und auch mal etwas alleine zu unternehmen. Dies alles braucht es, damit Sie nicht immer Mutter oder Vater, Partnerin oder Partner sein müssen, sondern einfach auch mal sich selbst sein dürfen.
9. Konflikte austragen
Wenn die Zeit zum Reden knapp ist, kann sich so manches anstauen. Damit es nicht irgendwann zum grossen Krach kommt, sollten Sie versuchen, die Dinge anzusprechen, die Ihnen zu schaffen machen. Verzichten Sie dabei auf Vorwürfe und formulieren Sie Ihre Anliegen als Ich-Botschaften. Also nicht: "Dir ist ja eh alles egal!", sondern: "Ich habe den Eindruck, für dich sei dieser Punkt nicht so wichtig. Mir macht die Sache aber grosse Mühe."
10. Nicht alles alleine schaffen
Nehmen Sie jede Unterstützung an, die sich Ihnen bietet. Die Wochenbetthebamme oder die Stillberatung kann Ihnen bei so mancher Unsicherheit helfen. Familie und Freundinnen können Sie im Haushalt entlasten oder einen kurzen Spaziergang mit dem Baby unternehmen. Dies gibt Ihnen innere Ruhe und dringend benötigte Verschnaufpausen - was schliesslich auch Ihrer Partnerschaft zugutekommt.
11. Die psychische Gesundheit im Auge behalten
Rund 15 Prozent aller Mütter erkranken an einer postpartalen Depression und auch Väter können davon betroffen sein. Dies kann sich stark auf die Beziehung auswirken. Für die erkrankte Person ist es meist sehr schwierig, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Deshalb ist es äusserst wichtig, dass Sie möglichst früh Unterstützung suchen, wenn sich bei Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner Anzeichen einer Depression bemerkbar machen.
12. Sich in Geduld üben
Sie beide erleben gerade eine tiefgreifende Veränderung und müssen erst einmal in Ihre neuen Rollen und Aufgaben hineinwachsen. Das geht nicht von heute auf morgen und ist meistens auch mit der einen oder anderen Unstimmigkeit verbunden. Seien Sie geduldig mit sich selber und miteinander. Sie müssen nicht sofort in jedem Punkt miteinander harmonieren und Sie beide dürfen "Fehler" machen. Dass Sie sich einander in dieser herausfordernden Phase nicht immer nahe sind und auch häufiger aneinandergeraten, ist normal und kein Anzeichen für eine gescheiterte Beziehung. Zentral ist, den Faden zueinander nie ganz abreissen zu lassen und das gelingt am besten, wenn Sie die oben aufgeführten Tipps so gut, wie es eben geht, beherzigen.