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Geschwister schaut ins Babybett

Ei­fer­sucht auf das Baby ist nor­mal


Die An­kunft ei­nes Ba­bys ist im­mer von emo­tio­na­len Re­ak­tio­nen be­glei­tet. Das ist bei Er­wach­se­nen so; um wie viel mehr muss es erst für klei­ne Kin­der gel­ten!

Ge­stat­ten Sie Ih­rem erst­ge­bo­re­nen Kind ei­fer­süch­ti­ge Re­ak­tio­nen, die vor al­lem dann hef­tig sein kön­nen, wenn es zwi­schen zwei und vier Jah­re alt ist. Schliess­lich muss es nun die Auf­merk­sam­keit der El­tern tei­len. Nicht sel­ten fällt ein Kind in die­sem Al­ter für eine ge­wis­se Zeit in sei­ne Ba­by­pha­se zu­rück. Sie wol­len auch aus der Fla­sche trin­ken, ei­nen Schnul­ler ha­ben oder sie spre­chen in der Ba­by­spra­che. Dazu kom­men un­schö­ne Be­gleit­erschei­nun­gen wie Bett­näs­sen, Wut­aus­brü­chen, Trotz­re­ak­tio­nen – Ex­per­ten spre­chen von re­gres­si­vem Ver­hal­ten. Auch ein feind­se­li­ges Ver­hal­ten ge­gen­über dem Baby ist ein An­zei­chen für in­ne­re Kon­flik­te. Ganz gleich, wie alt das Kind ist: Es muss sich im­mer erst an die neue Si­tua­ti­on mit ei­nem Ge­schwis­ter­chen ge­wöh­nen.

Auf gar kei­nen Fall soll­te es in der Zeit nach der Ge­burt aus der ge­wohn­ten Um­ge­bung ge­ris­sen und wo­an­ders un­ter­ge­bracht wer­den, da­mit es aus der „ers­ten Hek­tik“ raus ist – je­des Kind emp­fin­det solch ei­nen Aus­schluss als furcht­ba­re Zu­rück­wei­sung. Des­halb ist die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Kind von An­fang an sehr wich­tig, egal, ob es nun An­zei­chen von Ei­fer­sucht zeigt oder nicht. Viel bes­ser ist es, das äl­te­re Kind in die Be­schäf­ti­gung mit dem Baby ein­zu­be­zie­hen; so wird der Zu­wachs eine ech­te Fa­mi­li­en­an­ge­le­gen­heit. Das Klein­kind soll­te mög­lichst viel in die Ver­sor­gung des Ba­bys ein­be­zo­gen wer­den. So kann es bei­spiels­wei­se beim Wi­ckeln die Uten­si­li­en, Tü­cher, Wasch­lap­pen oder Creme, rei­chen und er­fährt auf die­se Wei­se, das Ge­fühl, ge­braucht zu wer­den.

Auch Sie wer­den viel­leicht mit ge­misch­ten Ge­füh­len zu tun ha­ben: Da ist das klei­ne Neu­ge­bo­re­ne, das noch so ver­letz­lich wirkt und so viel Für­sor­ge be­nö­tigt. Und da ist das äl­te­re Kind, von dem man schon ei­ni­ges er­war­ten kann – und es des­halb ge­ra­de in die­ser  Si­tua­ti­on ge­le­gent­lich über­for­dert. Ver­su­chen Sie des­halb, die Be­dürf­nis­se des oder der „Gros­sen“ recht ge­nau zu er­fas­sen. Viel mit­ein­an­der re­den, zu­hö­ren, auch mal Zeit nur für das Äl­te­re ha­ben, da­mit es merkt: Es ist ge­nau so wich­tig wie das neue Baby! Die Zeit, in der Mama das Baby füt­tert, ist meist be­son­ders schwie­rig, da das Baby dann ihre un­ge­teil­te Auf­merk­sam­keit be­kommt. Nun darf das Kind viel­leicht mit sei­nem Lieb­lings­spiel­zeug spie­len oder es darf eine Ge­schich­te an­hö­ren. Auch hilf­reich: Viel to­ben und viel Be­we­gung. Da­bei kann das Klein­kind even­tu­el­le Ag­gres­sio­nen aus­le­ben. Hin und wie­der soll­ten Un­ter­neh­mun­gen mit ei­nem El­tern­teil auf dem Pro­gramm ste­hen, da­bei er­hält das Kind das Ge­fühl der un­ge­teil­ten Auf­merk­sam­keit.

Letzte Aktualisierung: 15.05.2020, AG / BH
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