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Mutter arbeitet im Homeoffice, Vater betreut die Kinder
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Er­werbs- und Haus­ar­beit - wie auf­tei­len?


Wie sich die El­tern nach der Ge­burt ei­nes Kin­des die Er­werbs- und Haus­ar­beit tei­len, ist von Fall zu Fall ganz un­ter­schied­lich. Wich­tig ist aber in je­dem Fall, dass der Dia­log über die­se Fra­ge schon mög­lichst früh in der Schwan­ger­schaft be­ginnt und auch nach der Ge­burt im­mer wie­der ge­sucht wird. Eine fai­re Auf­ga­ben­tei­lung, die es bei­den Part­nern er­mög­licht, sich ih­ren Fä­hig­kei­ten ent­spre­chend in das Ge­lin­gen des Fa­mi­li­en­le­bens ein­zu­brin­gen, fällt in der Re­gel nicht pfan­nen­fer­tig vom Him­mel, son­dern muss ak­tiv ge­sucht und aus­dis­ku­tiert wer­den. Im Fol­gen­den ei­ni­ge Denk­an­stös­se für die­se wich­ti­ge Dis­kus­si­on. 

Fa­mi­lie ist nicht aus­schliess­lich Frau­en­sa­che

Der ak­tu­el­le Be­richt "Müt­ter auf dem Ar­beits­markt" des Bun­des­amts für Sta­tis­tik be­legt deut­lich, was vie­le auch in ih­rem Freun­des­kreis be­ob­ach­ten: Wäh­rend die Ge­burt ei­nes Kin­des die be­ruf­li­che Si­tua­ti­on der Mut­ter stark ver­än­dert, bleibt beim Va­ter (fast) al­les beim Al­ten. Ist das Kind krank, bleibt in vie­len Fa­mi­li­en die Mut­ter zu Hau­se, sind spä­ter kran­ke An­ge­hö­ri­ge zu pfle­gen, re­du­zie­ren vie­le Frau­en ihr Ar­beits­pen­sum er­neut. Die­se Ar­beits­tei­lung hat nicht nur ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die Kar­rie­re­aus­sich­ten und die Al­ters­vor­sor­ge der Frau, sie birgt auch Ri­si­ken, falls die Part­ner­schaft zer­bricht oder der Mann sei­ne Ar­beit ver­liert. Paa­re, die eine an­de­re Rol­len­tei­lung le­ben wol­len, müs­sen sich ak­tiv dar­um be­mü­hen. Dies ist nicht im­mer ein­fach, denn in der Schweiz gibt es kei­ne El­tern­zeit, die bei­de Part­ner un­ter sich auf­tei­len kön­nen und die Vor­be­hal­te ge­gen Teil­zeit ar­bei­ten­de Vä­ter sind lei­der in vie­len Fir­men gross. Müt­ter und Vä­ter soll­ten die­se Si­tua­ti­on aber nicht ein­fach hin­neh­men, son­dern sich ak­tiv dar­um be­mü­hen, dass sie sich die Fa­mi­li­en- und Er­werbs­ar­beit so tei­len kön­nen, wie es ih­ren Vor­stel­lun­gen und Fä­hig­kei­ten ent­spricht. 

Be­rufs­pau­se? Wenn ja, wie lan­ge?

Die vier­zehn Wo­chen Mut­ter­schafts­ur­laub sind in je­dem Fall ge­ge­ben, aber wie soll es da­nach wei­ter­ge­hen? Ein kom­plet­ter Be­rufs­aus­stieg ist nicht emp­feh­lens­wert, da es je nach Bran­che sehr schwie­rig wer­den kann, nach meh­re­ren Jah­ren der Ab­we­sen­heit wie­der eine Fest­an­stel­lung zu be­kom­men. Die viel­fäl­ti­gen Er­fah­run­gen, die frau als Mut­ter sam­melt, sind in der Ar­beits­welt lei­der we­nig an­er­kannt und je nach­dem, wie stark sich der Job über die Jah­re ge­wan­delt hat, ist es gar nicht so leicht, den An­schluss wie­der zu fin­den. So­fern es die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on zu­lässt und der Ar­beit­ge­ber dazu Hand bie­tet, ist ein un­be­zahl­ter Ur­laub im An­schluss an den Mut­ter­schafts­ur­laub eine gute Mög­lich­keit, die Zeit mit dem Baby zu ver­län­gern, ohne gleich ganz aus dem Be­rufs­le­ben aus­zu­stei­gen. 

Grund­satz­fra­gen klä­ren

Bei der Fra­ge, wie es nach der Ge­burt be­ruf­lich wei­ter­ge­hen soll, ste­hen meis­tens die prak­ti­schen As­pek­te im Vor­der­grund: Ist eine Pen­sums­re­duk­ti­on über­haupt mög­lich? Wie re­geln wir die Kin­der­be­treu­ung? Wie kom­men wir fi­nan­zi­ell über die Run­den? Die Ge­burt ei­nes Kin­des ist aber auch eine gute Ge­le­gen­heit, sich grund­le­gen­de Fra­gen zu stel­len: Was brau­chen wir, um als Fa­mi­lie glück­lich zu sein? Wel­chen Stel­len­wert hat ma­te­ri­el­ler Wohl­stand für uns? Wie wich­tig ist be­ruf­li­cher Er­folg für uns? Was wol­len wir un­se­ren Kin­dern wei­ter­ge­ben? Was be­deu­tet es in un­se­ren Au­gen eine gute Mut­ter, ein gu­ter Va­ter zu sein? Ja nach­dem, wie die Ant­wor­ten auf die­se Fra­gen aus­fal­len, be­ein­flus­sen sie den Ent­scheid, wie die El­tern sich nach der Ge­burt die Er­werbs- und Fa­mi­li­en­ar­beit auf­tei­len. 

Ent­schei­dun­gen sind nicht in Stein ge­meis­selt

Manch eine Mut­ter, die sich für ei­nen voll­stän­di­gen Be­rufs­aus­stieg ent­schie­den hat, stellt nach ei­ni­ger Zeit fest, dass ihr der Job fehlt, wäh­rend eine an­de­re, die Voll­zeit ar­bei­tet, plötz­lich den Wunsch hat, das Pen­sum zu re­du­zie­ren, um mehr Zeit für die Fa­mi­lie zu ha­ben. Es kann schwie­rig sein, sich ein­zu­ge­ste­hen, dass die Din­ge an­ders ge­kom­men sind, als man sie sich vor der Ge­burt vor­ge­stellt hat. Es ist auch nicht in je­dem Fall gleich ein­fach, das Ar­beits­mo­dell den Be­dürf­nis­sen ent­spre­chend an­zu­pas­sen. Den­noch ist es wich­tig, die­se An­pas­sun­gen ak­tiv zu su­chen und um­zu­set­zen, denn die Un­zu­frie­den­heit mit der be­ruf­li­chen Si­tua­ti­on wird sich frü­her oder spä­ter auch auf das Fa­mi­li­en­le­ben aus­wir­ken. 

Letzte Aktualisierung: 20.04.2020, TV

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