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Medikamente, Tabletten

Schnel­les Ab­stil­len


Man un­ter­schei­det das schnel­le Ab­stil­len in pri­mä­res und se­kun­dä­res Ab­stil­len:

Pri­mä­res Ab­stil­len: Die Milch­bil­dung wird me­di­ka­men­tös von vorn­her­ein un­ter­drückt, wenn die Mut­ter nicht stil­len kann oder nicht will. Die Me­di­k­am­ten­ten­ei­nah­me ge­schieht so­gleich in den ers­ten Stun­den nach der Ge­burt. 

Se­kun­dä­res Ab­stil­len: Die Milch­bil­dung wird zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt me­di­ka­men­tös oder mit na­tür­li­chen Mit­teln be­en­det. Dies kann lang­sam oder schnell er­fol­gen. Oft ist trotz me­di­ka­men­tö­sem se­kun­dä­rem Ab­stil­len noch die Un­ter­stüt­zung von al­ter­na­ti­ven Me­tho­den not­wen­dig. Denn oft ge­schieht das se­kun­dä­re Ab­stil­len wäh­rend oder nach dem Milch­ein­schuss. Es gilt also trotz Ab­stil­len, die Sym­pto­me des Milch­ein­schus­ses zu lin­dern.

Schnel­les Ab­stil­len kann mög­li­cher­wei­se nö­tig sein, wenn

  • die Mut­ter nicht stil­len will 

  • Brust­er­kran­kun­gen / Brust­ope­ra­tio­nen vor­lie­gen

  • die Mut­ter HIV-po­si­tiv ist und nicht un­ter an­ti­re­tro­vi­ra­ler The­ra­pie steht oder eine Tu­ber­ku­lo­se hat. Eine He­pa­ti­tis B oder C ist nor­ma­ler­wei­se kein Grund zum Ab­stil­len, je­doch muss das Kind im Wo­chen­bett bei ei­ner vor­lie­gen­den He­pa­ti­tis B, ak­tiv und pas­siv ge­impft wer­den.

  • ein Sucht­mit­tel­miss­brauch vor­liegt

  • das Kind ver­stor­ben ist 

  • das Kind zur Ad­op­ti­on frei­ge­ge­ben wird

  • an­de­re Er­kran­kun­gen der Mut­ter das Stil­len un­mög­lich ma­chen

Ihr/e Arzt/Ärz­tin, ihre Heb­am­me wird Ih­nen ein Me­di­ka­ment (Wirk­stoff z.B. Ca­ber­go­lin) ge­ben, das die Pro­duk­ti­on des Still­hor­mons (Pro­lak­tin) und da­mit die Milch­bil­dung hemmt. Beim Ab­stil­len mit Ca­ber­go­lin kann es vor­kom­men, dass nach 1 Wo­che oder 10 Ta­gen wie­der ein Milch­ein­schuss er­folgt. Die Ta­blet­ten müs­sen dann noch­mals ein­ge­nom­men wer­den.

Zu­sätz­lich zum me­di­ka­men­tö­sen Ab­stil­len kom­men di­ver­se al­ter­na­ti­ve Me­tho­den zum Ein­satz, wie:

  • Das Kind nicht mehr an­le­gen

  • 2-3 Tas­sen Sal­bei- und Pfef­fer­minz­tee täg­lich trin­ken

  • Reich­lich Pe­ter­si­lie im Es­sen

  • Küh­len der Brust

  • Eng­an­lie­gen­der BH

  • Die Brust und -war­zen mög­lichst we­nig sti­mu­lie­ren

  • Phy­to­l­ac­ca C30 Glo­bu­li 3x täg­lich

  • Rein­hard Tü­cher "Wie­sen­geiss­bart" auf­le­gen

  • Ge­ra­ni­um­öl-Wi­ckel (z.B. 2-3 Trop­fen ins Was­ser, oder in Quark) 

Wich­tig ist, dass Sie Ihre Brust auch nach dem Ab­stil­len noch re­gel­mäs­sig kon­trol­lie­ren. Soll­te die Milch­bil­dung nicht nach­las­sen wen­den Sie sich bit­te an Ih­ren Arzt, denn auch wenn das Kind nicht mehr trinkt, kann es noch zu ei­ner Brust­ent­zün­dung kom­men.

Letzte Aktualisierung: 26.11.2019, MR / CMA / swissmom-Hebammenteam
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