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Frau bei einer ärztlichen Abklärung
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Die Be­hand­lung ei­ner Epi­lep­sie in der Schwan­ger­schaft


Wenn Sie als wer­den­de Mut­ter an ei­ner Epi­lep­sie lei­den, wer­den Sie wahr­schein­lich wäh­rend der Schwan­ger­schaft Ihre ge­wohn­ten Me­di­ka­men­te wei­ter­hin ein­neh­men kön­nen, mög­li­cher­wei­se aber in ei­ner an­de­ren Do­sis. Durch die grös­se­re Blut­men­ge wird Kon­zen­tra­ti­on des Me­di­ka­ments so­weit ver­dünnt, dass es sei­ne the­ra­peu­ti­sche Wir­kung ver­lie­ren kann. Aus die­sem Grund muss bei vie­len Epi­lep­ti­ke­rin­nen die Me­di­ka­men­ten­do­sis wäh­rend der Schwan­ger­schaft er­höht wer­den bzw. müs­sen ei­ni­ge Pa­ti­en­tin­nen auch auf an­de­re An­ti­epi­lep­ti­ka um­stei­gen.

Be­stimm­te Me­di­ka­men­te, die bei der Be­hand­lung der Epi­lep­sie ein­ge­setzt wer­den, wie z.B. Car­ba­ma­ze­pin, Phe­no­bar­bi­tal und Phe­ny­toin, er­hö­hen das Ri­si­ko von an­ge­bo­re­nen Fehl­bil­dun­gen oder für Fehl­ge­bur­ten von 1-2 % in der Nor­mal­be­völ­ke­rung auf 3-9 % bei Frau­en, die An­ti­epi­lep­ti­ka ein­neh­men. In der Me­di­zin be­zeich­net man sol­che Me­di­ka­men­te als te­ra­to­gen. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se Fehl­bil­dun­gen des Zen­tra­len Ner­ven­sys­tems, Lip­pen-Kie­fer-Gau­men­spal­ten, Harn­weg­sano­ma­li­en und Herz­feh­ler ver­ur­sa­chen. Ei­ni­ge neue­re Stu­di­en ha­ben auch eine ver­min­der­te geis­ti­ge Ent­wick­lung der Kin­der ge­fun­den. Ge­fähr­lich sind dies­be­züg­lich vor al­lem Kom­bi­na­tio­nen von Ein­zel­sub­stan­zen.

Ex­tra

Of­fi­zi­el­le Stel­lung­nah­me

der Schweizerischen Fachgesellschaften:

"Valproat und Schwangerschaft"

Be­son­ders schäd­lich ist der Ein­fluss von Val­proat (Val­pro­in­säu­re) und ver­wand­ten Sub­stan­zen auf das Un­ge­bo­re­ne. Sie soll­ten bei Frau­en im ge­bär­fä­hi­gen Al­ter so­gar nur noch zur Be­hand­lung von ma­ni­schen Epi­so­den bei bi­po­la­ren Stö­run­gen und von Epi­lep­si­en an­ge­wen­det wer­den, wenn an­de­re Arz­nei­mit­tel nicht wirk­sam sind oder nicht ver­tra­gen wer­den.

Zu­dem hat man fest­ge­stellt, dass ei­ni­ge die­ser Me­di­ka­men­te die Auf­nah­me von Fol­säu­re be­ein­träch­ti­gen, wo­durch eben­falls ein er­höh­tes Ri­si­ko für be­stimm­te Ent­wick­lungs­stö­run­gen be­steht, ins­be­son­de­re für ei­nen Neural­rohr­de­fekt (z.B. of­fe­ner Rü­cken). Eine er­höh­te Fol­säu­re-Sub­sti­tu­ti­on von 5 mg pro Tag wird da­her emp­foh­len. An­de­rer­seits be­steht ein sol­ches Ri­si­ko bei Epi­lep­ti­ke­rin­nen auch dann, wenn kei­ne Me­di­ka­men­te ein­ge­nom­men wer­den, da zu Be­ginn der Schwan­ger­schaft auf­tre­ten­de epi­lep­ti­sche An­fäl­le eben­falls Ent­wick­lungs­stö­run­gen des Kin­des zur Fol­ge ha­ben kön­nen.

Ei­ni­ge Me­di­ka­men­te kön­nen durch eine Hem­mung der Blut­ge­rin­nung Hirn­blu­tun­gen beim Neu­ge­bo­re­nen her­vor­ru­fen, wes­halb dem Neu­ge­bo­re­nen gleich nach der Ge­burt Vit­amin K ver­ab­reicht wird.

Für die neue­ren Wirk­stof­fe wie La­mo­tri­gin, Ox­car­ba­ze­pin, To­pi­ra­mat, Ga­ba­pen­tin und Le­ve­tirace­tam ist das Ri­si­ko noch nicht so gut un­ter­sucht, scheint aber deut­lich ge­rin­ger zu sein, falls es über­haupt in den z.Zt. lau­fen­den Lang­zeit­un­ter­su­chun­gen vor­han­den sein wird.

Es emp­fiehlt sich also eine sorg­fäl­ti­ge Pla­nung der Schwan­ger­schaft, da­mit Ihr Kör­per Zeit hat, sich auf ein an­de­res Me­di­ka­ment oder eine nied­ri­ge­re Do­sis ein­zu­stel­len. Auch soll­te ei­ner Ein­zel­sub­stanz im­mer der Vor­zug ge­gen­über ei­ner Kom­bi­na­ti­on aus meh­re­ren An­ti­epi­lep­ti­ka ge­ge­ben wer­den, weil die Ri­si­ken für kind­li­che Fehl­bil­dun­gen dann deut­lich nied­ri­ger sind. Zu­dem emp­fiehlt sich, schon vor der Schwan­ger­schaft ein Fol­säu­re­prä­pa­rat ein­zu­neh­men.

Ist dies nicht mög­lich, lässt sich grund­sätz­lich sa­gen, dass der plötz­li­che Ab­bruch ei­ner me­di­ka­men­tö­sen Be­hand­lung grös­se­re Ri­si­ken birgt als de­ren Fort­set­zung. Eine hu­man­ge­ne­ti­sche Be­ra­tung über die Ri­si­ken spe­zi­el­ler Me­di­ka­men­te und mög­li­cher Al­ter­na­ti­ven ist dann auf je­den Fall sinn­voll.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Car­ba­ma­ze­pin gilt als ei­nes der be­vor­zug­ten Me­di­ka­men­te zur Be­hand­lung ei­nes Krampf­lei­dens. Al­ler­dings ist – wie bei ei­nem an­de­ren krampf­lö­sen­den Mit­tel, der Val­pro­in­säu­re - das Ri­si­ko für Neural­rohr­de­fek­te beim Kind er­höht, wenn die Ein­nah­me in den kri­ti­schen Wo­chen der Schwan­ger­schaft er­folg­te. …
An­falls­frei­heit ist das wich­tigs­te Ziel bei der Be­treu­ung ei­ner schwan­ge­ren Epi­lep­ti­ke­rin. Des­halb müs­sen die Blut­spie­gel Ih­rer Epi­lep­sie-Me­di­ka­men­te re­gel­mäs­sig kon­trol­liert wer­den. In vie­len Fäl­len ist eine Do­sis­er­hö­hung not­wen­dig, weil das Blut­vo­lu­men an­steigt und ein Ver­dün­nungs­ef­fekt …
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Mit dem Ti­tel "Schä­den we­gen Epi­lep­sie-Me­di­ka­ment" er­weckt ein Bei­trag in der Sen­dung "10­vor­10" (SRF 1, 7. Fe­bru­ar …
Letzte Aktualisierung: 08.03.2021, BH
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