Test für Schilddrüsen stimulierendes Hormon
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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Hypothyreote Frauen weisen einen aussergewöhnlich niedrigen Spiegel des Stoffwechselhormons Thyroxin (T4) und eine hohe Konzentration des Steuerungshormons TSH, eines Hypophysenhormons, das die Schilddrüse stimuliert. Die typischen Symptome beginnen langsam und schleichend und sind meist uncharakteristisch: Müdigkeit und Leistungsabfall, Appetitlosigkeit, trockene Haut und glanzloses Haar, träge Verdauung, Kältempfindlichkeit und Zyklusstörungen bis hin zum Kropf und dem Ausbleiben der Regelblutung. Deshalb haben Frauen mit einer unerkannten und unbehandelten Unterfunktion häufig Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit.

Werden sie dennoch schwanger, besteht ein erhöhtes Risiko, dass ihr Kind an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden wird oder dass es zu einer Fehlgeburt , Frühgeburt oder sogar zu einer Totgeburt kommt. Auch sollen Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft unter einer Hypothyreose leiden, ein erhöhtes Risiko haben, später an einer Schizophrenie zu erkranken.

Diese Risiken können früh erkannt und durch eine individuell genau abgestimmte Behandlung mit Schilddrüsenhormon-Tabletten unter Kontrolle gehalten werden. Denn der Thyroxinbedarf der werdenden Mütter steigt ab der achten Schwangerschaftswoche und erreicht in der 16. SSW ein bis zur Geburt stabil bleibendes Plateau. Mit Hilfe von Blutuntersuchungen kann die Konzentration von TSH bestimmt werden, denn schon bei einer leichten Unterfunktion der Schilddrüse zeigt sich im Blutbild ein erhöhter TSH-Wert. Der TSH-Grenzwert liegt aktuell für Schwangere bei 2,5 mU/l. In der Regel muss dann die Thyroxindosis deutlich (um ca. 30-50%) erhöht werden. Wenn diese Therapie früh genug begonnen, richtig dosiert und konsequent durchgeführt wird, besteht keine Gefahr für das Baby. In der frühen Schwangerschaft sind engmaschige TSH-Kontrollen (alle vier bis sechs Wochen) ebenso ratsam wie die enge Kooperation zwischen dem Hausarzt / Internisten / Endokrinologen und dem behandelnden Gynäkologen. Zusätzlich sollten Jodid-Tabletten (150 - 200 mikrogramm/Tag) eingenommen werden.

Bei Frauen, die an einer unbehandelten Hashimoto-Thyreoiditis mit Hypothyreose oder einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leiden, bestehen ähnliche Risiken wie bei Frauen mit Hypothyreose. Die Behandlungsmethoden sind deshalb gleich.

Newsticker

Schwache Schilddrüse | 26.04.2021

Leidet eine Frau vor oder während der Schwangerschaft an einer Schilddrüsenunterfunktion, ist beim Kind das Risiko für eine spätere Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erhöht, so das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie. Der Effekt zwischen mütterlicher Hypothyreose und ADHS war bei Jungen stärker als bei Mädchen. ADHS ist eine der häufigsten psychiatrischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Im Vergleich zu Gleichaltrigen haben die Betroffenen Probleme, sich zu konzentrieren, sind oft unruhig und reagieren impulsiv. Allein in den USA leiden über 9% aller Kinder darunter. Bisherigen Erkenntnissen zufolge ist ADHS zum Teil genetisch bedingt. Weil Gene auch von Schilddrüsenhormonen gesteuert werden, vermuten Wissenschaftler schon seit geraumer Zeit einen Zusammenhang mit der Funktion der mütterlichen Schilddrüse.

Newsticker

Schilddrüsenhormon hilft bei IVF: Bei Frauen mit unterschwelliger Schilddrüsenunterfunktion ist die Erfolgsrate nach künstlicher Befruchtung höher, wenn sie mit L-Thyroxin behandelt werden. Es kommt häufiger zur Einnistung der Embryonen und seltener zu Fehlgeburten, so die Feststellung belgischer Fachleute. Zudem ist die Rate an Fehlbildungen signifikant niedriger. Schon seit längerem weiss man, dass eine subklinische Hypothyreose zu Unfruchtbarkeit führen kann, was für die Behandlung mit Schilddrüsenhormonen spricht. (Newsticker, 13.2.2013)

Letzte Aktualisierung : 21-04-21, BH

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