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Mutter mit Baby im Flugzeug schauen Bilderbuch an
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Kin­der­sitz im Flug­zeug?


Kin­der­sitz im Flug­zeug? - 10 Fra­gen und Ant­wor­ten


Für vie­le Kin­der be­ginnt der Ur­laub be­reits mit der Rei­se in ei­nem Flug­zeug. Wäh­rend es für El­tern heut­zu­ta­ge selbst­ver­ständ­lich ist, im Auto ei­nen Kin­der­sitz zu ver­wen­den, ist die­ses Si­cher­heits­den­ken im Flug­zeug noch nicht an­ge­kom­men. Doch es lohnt sich, sich mit dem The­ma nä­her zu be­schäf­ti­gen und gründ­lich zu in­for­mie­ren: Flug­ge­sell­schaf­ten und Si­cher­heits­ex­per­ten be­stä­ti­gen, dass Kin­der auch im Flug­zeug mit ei­nem Kin­der­sitz si­che­rer un­ter­wegs sind.

Ge­setz­lich ist es nicht vor­ge­schrie­ben, sein Kind im Kin­der­sitz an Bord zu si­chern. Doch es kann auch im Flug­zeug für Kin­der ge­fähr­lich wer­den, z. B. durch Luft­lö­cher oder Kom­pli­ka­tio­nen durch ei­nen wet­ter­be­ding­ten tur­bu­len­ten Flug. Be­son­ders klei­ne Kin­der, die im Flug­zeug nicht in ei­nem Kin­der­sitz ge­si­chert sind, kön­nen durch Luft­lö­cher ge­gen die Vor­der­sit­ze oder Arm­leh­ne des Flug­zeugs schla­gen oder ge­gen die De­cke des Flug­zeugs pral­len und sich so schwer ver­let­zen.

Es ist aber gar nicht so ein­fach, die ver­schie­de­nen Re­ge­lun­gen und Vor­schrif­ten der Air­lines zu ver­ste­hen. Was müs­sen El­tern wis­sen, wenn sie ihre Kin­der an Bord rich­tig si­chern wol­len?

Ist es ge­setz­lich ver­pflich­tend, Kin­der an Bord zu si­chern?


Am 16. Juli 2008 trat eine EU-Re­ge­lung zur Si­che­rung von Klein­kin­dern un­ter zwei Jah­ren in Flug­zeu­gen in Kraft. Dem­nach müs­sen Kin­der ent­we­der durch Schlau­fen­gur­te auf dem Schoss der El­tern oder durch Kin­der­sit­ze ge­si­chert wer­den. Al­ler­dings gilt: El­tern müs­sen bei der Ver­wen­dung ei­nes Kin­der­sit­zes ei­nen ex­tra Sitz­platz für ihr Kind bu­chen.

Bis zu wel­chem Al­ter soll­ten Kin­der an Bord ge­si­chert wer­den?


Emp­feh­lens­wert ist es, Kin­der so lan­ge wie mög­lich in ei­nem Kin­der­sitz zu si­chern. Der TÜV Rhein­land gibt als Ori­en­tie­rung an, Kin­der min­des­tens bis zu sechs Jah­ren bzw. ei­ner Kör­per­grös­se von 1,25 m in ei­nem Rück­hal­te­sys­tem zu si­chern. Die Si­cher­heits­gur­te im Flug­zeug sind für Er­wach­se­ne aus­ge­rich­tet. Da­her ist ein klei­nes Kind ohne Kin­der­sitz im Flug­zeug nicht rich­tig ge­schützt. Da es er­laubt ist, Kin­der un­ter zwei Jah­ren auf dem Schoss der El­tern mit ei­nem Schlau­fen­gurt zu si­chern, ver­zich­ten ei­ni­ge El­tern auf Kin­der­sit­ze. Durch den Schlau­fen­gurt wird das Kind zwar auf dem Schoss des Er­wach­se­nen fest­ge­hal­ten, al­ler­dings wirkt es bei ei­nem Zwi­schen­fall als eine Art „Air­bag“ für den Er­wach­se­nen, und es kann zu schwe­ren bis töd­li­chen Ver­let­zun­gen für das Kind kom­men.

Wel­chen Kin­der­sitz darf man mit an Bord neh­men?


Kin­der­sit­ze müs­sen von den El­tern selbst mit­ge­bracht wer­den. Air­lines stel­len die­se lei­der nicht zur Ver­fü­gung. Al­ler­dings ist nicht je­der Kin­der­sitz für eine Rei­se im Flug­zeug ge­eig­net. An Bord kön­nen ge­ne­rell nur Sit­ze ver­wen­det wer­den, die mit ei­nem Zwei-Punkt-Gurt be­fes­tigt wer­den kön­nen. Dies ist nicht bei al­len Kin­der­sit­zen der Fall. Der TÜV Rhein­land prüft Kin­der­sit­ze nach der Ver­wend­bar­keit im Flug­zeug. Zu­ge­las­se­ne Sit­ze sind da­her mit ei­nem TÜV Rhein­land-Zei­chen mit dem Hin­weis „For use in air­craft“ er­kenn­bar. Vor der Rei­se muss man sich bei der Flug­ge­sell­schaft in­for­mie­ren, da je nach Ge­sell­schaft und Rei­se­ziel die Vor­ga­ben va­ri­ie­ren. In Eu­ro­pa dür­fen zum Bei­spiel Sit­ze wie der Rö­mer Eclip­se oder der Maxi-Cosi Mico be­nutzt wer­den.

Gibt es un­ter­schied­li­che Re­ge­lun­gen je nach Rei­se­land und Flug­ge­sell­schaft?


Kin­der un­ter zwei Jah­ren ha­ben welt­weit kei­nen An­spruch auf ei­nen ei­ge­nen Sitz, des­we­gen muss ein Sitz­platz für den Kin­der­sitz ex­tra ge­bucht wer­den. Für Flug­rei­sen aus­ser­halb Eu­ro­pas gilt wei­ter­hin eu­ro­päi­sches Recht, wenn man mit ei­ner eu­ro­päi­schen Ma­schi­ne un­ter­wegs ist. Ge­ne­rell er­hal­ten nur Sit­ze die Er­laub­nis, die von der Be­hör­de ei­nes EU-Mit­glieds­staa­tes, der FAA (Luft­fahrt­be­hör­de der USA) oder Trans­port Ka­na­da (auf der Grund­la­ge ei­ner na­tio­nal tech­ni­schen Norm) für die aus­schliess­li­che Ver­wen­dung in Luft­fahr­zeu­gen zu­ge­las­sen und ent­spre­chend ge­kenn­zeich­net sind. Die Sit­ze müs­sen nach der UN-Prüf­norm ECE R 44 – 03 oder 04 oder nach der ka­na­di­schen CMVSS 213/213.1 bzw. der US-ame­ri­ka­ni­schen Norm FMVSS Nr. 213 zu­ge­las­sen wor­den sein. Vie­le Air­lines bie­ten auf ih­ren Web­sei­ten ei­nen Über­blick über ge­neh­mig­te Sit­ze ver­schie­de­ner An­bie­ter, da­mit El­tern sich nicht mit den kom­pli­zier­ten Re­ge­lun­gen ver­schie­de­ner Län­der aus­ein­an­der­set­zen müs­sen.

Ist es ge­nau­so si­cher, ein Baby in ei­nem Kin­der­wa­gen mit­zu­neh­men?


Leich­te, klei­ne­re Kin­der­wa­gen dür­fen bis zum Gate mit­ge­nom­men wer­den und müs­sen dann an Bord ver­staut wer­den. Pro Kind dür­fen El­tern ei­nen Kin­der­wa­gen, ei­nen Bug­gy, ei­nen Kin­der­sitz oder ein Kin­der­rei­se­bett kos­ten­los auf­ge­ben. In der Ka­bi­ne dür­fen Kin­der al­ler­dings nicht in ei­nem Kin­der­wa­gen, son­dern nur in ei­nem Kin­der­sitz oder Schlau­fen­gurt ge­si­chert wer­den.

Wie wird ein Kin­der­sitz im Flug­zeug in­stal­liert?


Für ein Flug­zeug zu­ge­las­se­ne Kin­der­sit­ze kön­nen an Bord nur mit ei­nem Zwei-Punkt-Gurt ge­si­chert wer­den. Sit­ze, die mit ei­nem Drei-Punkt-Gurt oder dem Be­fes­ti­gungs­sys­tem ISO­FIX zu in­stal­lie­ren sind, kön­nen da­her nicht an Bord mit­ge­nom­men wer­den. Die ge­naue In­stal­la­ti­ons­an­lei­tung kann man der Ge­brauchs­an­wei­sung des Kin­der­sit­zes ent­neh­men.

Was muss man bei der Bu­chung be­ach­ten?


Für Kin­der un­ter zwei Jah­ren, die in ei­nen Kin­der­sitz flie­gen, muss ein ex­tra Sitz­platz ge­bucht und recht­zei­tig bei der Flug­ge­sell­schaft an­ge­mel­det wer­den, dass ein Kin­der­sitz ver­wen­det wird. In den meis­ten Fäl­len be­nö­ti­gen die Flug­ge­sell­schaf­ten noch Aus­künf­te über die Norm und Kenn­num­mer des Sit­zes, die Sitz­mas­se, die Flug­da­ten und das Al­ter des Kin­des so­wie die Vor- und Nach­na­men der Mit­rei­sen­den. Bei nicht an­ge­mel­de­ten Sit­zen kann die Be­för­de­rung in der Ka­bi­ne ver­wei­gert wer­den. Da­her muss je nach Flug­ge­sell­schaft in­di­vi­du­ell ge­prüft wer­den, wel­che Vor­schrif­ten be­stehen.

Wel­che Kos­ten ent­ste­hen?


Für Kin­der un­ter zwei Jah­ren ent­ste­hen zu­sätz­li­che Kos­ten durch die Bu­chung ei­nes Sitz­plat­zes. Den bie­ten die meis­ten Flug­ge­sell­schaf­ten al­ler­dings zu re­du­zier­ten Prei­sen an. Der Kin­der­sitz muss von den El­tern ge­stellt wer­den. Je nach­dem, ob ein pas­sen­des Mo­dell schon vor­han­den ist, kön­nen hier wei­te­re Kos­ten ent­ste­hen.

Kann der Kin­der­sitz auch in dem Ziel­rei­se­land für das Auto be­nutzt wer­den?


Un­ter­schied­li­che Län­der ha­ben un­ter­schied­li­che Kin­der­sitz-Re­ge­lun­gen. So gel­ten in den USA an­de­re Be­stim­mun­gen als in Ka­na­da oder Neu­see­land. Prin­zi­pi­ell ist es häu­fig nicht zu­läs­sig, eu­ro­päi­sche Kin­der­sit­ze auf an­de­ren Kon­ti­nen­ten zu nut­zen. In Bra­si­li­en wur­de der Ver­kauf von Fang­kör­per­sys­te­men mit Wir­kung ab 1. Ja­nu­ar 2016 un­ter­sagt, so dass ab die­sem Zeit­punkt kei­ne die­ser Sys­te­me mehr in den Ge­schäf­ten er­hält­lich sein dür­fen. El­tern soll­ten recht­zei­tig über­prü­fen, ob ihr Kin­der­sitz­mo­dell auf dem dor­ti­gen Markt zu­ge­las­sen ist.

Dür­fen Kin­der­sit­ze auch für grös­se­re Kin­der ver­wen­det wer­den?


Eine Sitz­er­hö­hung, da­mit der Gurt bei dem Kind rich­tig po­si­tio­niert ist, wird bis zu sechs Jah­ren bzw. ei­ner Grös­se von 1,25 Me­tern emp­foh­len. Grös­se­re Kin­der soll­ten wie alle an­de­ren Pas­sa­gie­re nor­mal mit dem Flug­zeug­gurt ge­si­chert wer­den.

Quel­le: www.klei­n­e­hel­den­le­ben­si­cher.de

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