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Mutter mit Baby steigt in den Zug ein
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Mit der Fa­mi­lie im Zug


Bahn­fah­ren mit Baby und Klein­kind - ist das nicht furcht­bar um­ständ­lich? Erst recht, wenn man ei­nen Kin­der­wa­gen da­bei hat? Zu­ge­ge­ben, wäh­rend der Stoss­zei­ten, wenn Sie mehr­mals um­stei­gen müs­sen oder wenn die Züge zum Schul­fe­ri­en­be­ginn über­füllt sind, kann es schon mal hek­tisch wer­den. Doch al­les in al­lem sind Zug­fahr­ten nicht nur aus­ge­spro­chen fa­mi­li­en­freund­lich, son­dern auch eine gute Al­ter­na­ti­ve für Auto und Flug­zeug, wenn Sie in­ner­halb der Schweiz oder ins eu­ro­päi­sche Aus­land rei­sen.

Fa­mi­li­en­aus­flug mit dem Zug: Das sind die Vor­tei­le


  • Wäh­rend Sie als El­tern bei Au­to­fahr­ten sehr kon­zen­triert sein müs­sen, kön­nen Sie sich im Zug voll und ganz Ih­rem Baby oder Ih­ren Kin­dern wid­men, ge­mein­sam Spie­le spie­len oder Ge­schich­ten er­zäh­len.

  • Die Kin­der müs­sen nicht stun­den­lang an­ge­schnallt im Sitz­chen sit­zen. Dies ist ins­be­son­de­re für Ba­bys von Vor­teil, da ein lan­ger Auf­ent­halt in der Ba­by­scha­le sich un­güns­tig auf den Rü­cken aus­wirkt. Krab­bel­kin­der schät­zen es, dass sie im Zug ihre Um­ge­bung er­kun­den kön­nen und auch grös­se­re Kin­der ver­tre­ten sich lie­bend ger­ne mal die Bei­ne.

  • Auf Au­to­rei­sen müs­sen Sie für Mahl­zei­ten stets eine Pau­se ein­le­gen, wäh­rend Sie im Zug ge­müt­lich es­sen kön­nen und gleich­zei­tig dem Ziel ent­ge­gen rol­len. Ein ganz be­son­de­res Er­leb­nis ist da­bei na­tür­lich der Be­such im Spei­se­wa­gen.

  • Klein­kin­der, die be­reits aufs WC ge­hen, müs­sen nicht bis zum nächs­ten Pipi-Halt war­ten, was auch für Sie we­ni­ger Stress be­deu­tet. In mo­der­nen Zü­gen ste­hen in den Toi­let­ten Wi­ckel­ti­sche zur Ver­fü­gung, so­dass Sie nicht mehr im Ab­teil wi­ckeln müs­sen.

  • Ba­bys und Klein­kin­der rei­sen bis zum Al­ter von 6 Jah­ren in­ner­halb der Schweiz gra­tis. Mit der Ju­nior­kar­te, die an je­dem Bahn­schal­ter für Fr. 30 er­hält­lich ist, fah­ren auch äl­te­re Kin­der bis zum voll­ende­ten 16. Al­ters­jahr in Be­glei­tung ih­rer El­tern kos­ten­los mit. Für Gross­el­tern, Göt­tis und Got­tis, Ta­ges­el­tern etc., die mit Kin­dern rei­sen, gibt es die Kin­der-Mit­fahr­kar­te, eben­falls zum Preis von Fr. 30 pro Jahr.

  • Die meis­ten Kin­der lie­ben es, auf Rei­sen in­ner­halb der Schweiz im Fa­mi­li­en­wa­gen zu rei­sen. Die­ser ist mit Spiel­platz, Ti­schen mit Brett­spie­len und Stau­raum für Kin­der­wa­gen aus­ge­stat­tet. Bit­te be­den­ken Sie: Zur Haupt­rei­se­zeit sind die Fa­mi­li­en­wa­gen oft voll be­legt, was für lärm­emp­find­li­che Ba­bys ziem­lich be­las­tend sein kann. Auch der Stau­raum für Kin­der­wa­gen wird schnell ein­mal knapp, wenn vie­le Fa­mi­li­en zur glei­chen Zeit un­ter­wegs sind. Un­ter Um­stän­den rei­sen Sie dann in ei­nem ge­wöhn­li­chen Ab­teil ent­spann­ter.

  • Vie­le Aus­flugs­zie­le sind be­quem mit den öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln er­reich­bar. Zu­dem pro­fi­tie­ren Sie an vie­len Or­ten von ver­güns­tig­ten Kom­bi-An­ge­bo­ten, wenn Sie mit der Bahn an­rei­sen.

  • Das Bild von über­füll­ten Zü­gen, das wir aus den Nach­rich­ten ken­nen, stimmt nur be­dingt. Zu den Haupt­ver­kehrs­zei­ten und zum Schul­fe­ri­en­be­ginn ist es tat­säch­lich oft schwie­rig, ei­nen Sitz­platz zu er­gat­tern, wer je­doch aus­ser­halb die­ser Zei­ten reist, fin­det meist mehr als ge­nug Platz. Und auch wenn der Zug mal wirk­lich über­voll sein soll­te, kön­nen Sie sich im­mer­hin da­mit trös­ten, dass Sie sich we­der mit Ver­kehrs­staus noch mit der Park­platz­su­che her­um­pla­gen müs­sen.

Wie der Fahr­plan hilft, ent­spann­ter zu rei­sen


So vor­teil­haft das Zug­fah­ren auch sein mag, ein paar Stress­fak­to­ren gibt es trotz­dem, wenn Sie mit der Fa­mi­lie un­ter­wegs sind. Mit ge­nerv­ten Mit­rei­sen­den und Ver­spä­tun­gen wer­den Sie lei­der zu­wei­len le­ben müs­sen, an­de­re Un­an­nehm­lich­kei­ten las­sen sich aber mit gu­ter Pla­nung ver­mei­den.

Wich­ti­ge Zu­satz­in­fos im Fahr­plan fin­den

Wenn Sie on­line oder in Ih­rer App nach der pas­sen­den Zug­ver­bin­dung su­chen, lohnt es sich, et­was ge­nau­er hin­zu­schau­en. Bei den Ver­bin­dun­gen ist je­weils an­ge­zeigt, ob mit ei­ner ho­hen Be­le­gung zu rech­nen ist oder ob in der Re­gel nur we­ni­ge Rei­sen­de mit die­sem Zug un­ter­wegs sind. Das gibt Ih­nen die Mög­lich­keit, Ihre Rei­se ent­spre­chend zu pla­nen. Am Rei­se­tag kön­nen Sie zu­dem die Zug­for­ma­ti­on für Ihre ge­wähl­te Ver­bin­dung ab­ru­fen. Dort ist an­ge­zeigt, in wel­chem Wa­gen sich die Fa­mi­li­en­zo­ne be­fin­det, wo es Ab­stell­plät­ze für Kin­der­wa­gen gibt, wel­che Wa­gen be­reits voll be­legt sind etc. Die­se An­ga­ben er­mög­li­chen es Ih­nen, auf dem Per­ron an der rich­ti­gen Stel­le zu war­ten. Da­mit er­leich­tern Sie sich nicht nur das Ein­stei­gen und das Fin­den ei­nes Sitz­plat­zes, Sie lan­den mit Ih­ren Kin­dern auch nicht ver­se­hent­lich im Ru­he­ab­teil.

Bar­rie­re­frei­heit für Rei­sen mit dem Kin­der­wa­gen

Wenn Sie den Kin­der­wa­gen nicht un­be­dingt brau­chen, ist es na­tür­lich am ein­fachs­ten, ihn zu Hau­se zu las­sen und das Baby im Tra­ge­tuch mit­zu­neh­men. Das ist je­doch nicht im­mer mög­lich und so ist es sinn­voll, nach Zug­ver­bin­dun­gen zu su­chen, bei de­nen leich­tes Ein- und Aus­stei­gen ga­ran­tiert ist. Dies geht, in­dem Sie bei den Such­ein­stel­lun­gen an­ge­ben, dass bar­rie­re­freie Ver­bin­dun­gen an­ge­zeigt wer­den sol­len. So wis­sen Sie be­reits vor der Ab­fahrt, ob Ein- und Aus­stieg ohne Hil­fe mög­lich sind oder ob Sie dazu Hil­fe durch das Fahr­per­so­nal be­nö­ti­gen. Be­son­ders hilf­reich sind die­se An­ga­ben, wenn Sie al­lei­ne mit dem Kin­der­wa­gen un­ter­wegs sind.

Fa­mi­li­en­fe­ri­en mit dem Zug - geht das?


Vie­le eu­ro­päi­sche Städ­te er­rei­chen Sie von gros­sen Schwei­zer Bahn­hö­fen aus ohne Um­stei­gen. Den­noch er­scheint es auf den ers­ten Blick oft so, als kä­men Sie mit dem Flug­zeug deut­lich schnel­ler ans Ziel. Be­rech­net man je­doch nicht al­lei­ne die Rei­se­zeit, son­dern auch den Check-in, die Si­cher­heits­kon­trol­len, das War­ten auf das Ge­päck, den Trans­fer vom Flug­ha­fen zum Zen­trum so­wie lei­der oft­mals auch die Ver­spä­tun­gen, dau­ert die Rei­se von Tür zu Tür mit dem Zug meist nur un­be­deu­tend län­ger. Wer in ei­nem Ra­di­us von vier bis fünf Rei­se­stun­den reist, kommt mit der Bahn so­gar viel­fach schnel­ler ans Ziel. Dies gilt ins­be­son­de­re für Städ­te­rei­sen, da die meis­ten Bahn­hö­fe im Stadt­zen­trum ge­le­gen sind. 

Für Fa­mi­li­en­fe­ri­en mit dem Zug spre­chen, ne­ben den oben ge­nann­ten Vor­tei­len, auch die fol­gen­den As­pek­te:

  • Aus­land­rei­sen im Schlaf­wa­gen ei­nes Nacht­zu­ges kön­nen sehr ent­span­nend sein, da sich Ba­bys und Klein­kin­der durch die Be­we­gung des Zu­ges in Schlaf wie­gen las­sen.

  • Auch auf Aus­lands­stre­cken gibt es zahl­rei­che Ver­güns­ti­gun­gen für Kin­der, über die Sie sich am Bahn­schal­ter in­for­mie­ren kön­nen. Wenn Sie früh­zei­tig bu­chen, pro­fi­tie­ren Sie oft zu­sätz­lich von Son­der­an­ge­bo­ten.

  • Auf Rei­sen in­ner­halb der Schweiz bie­tet die Bahn di­ver­se Mög­lich­kei­ten, das Rei­se­ge­päck auf­zu­ge­ben oder ab­ho­len zu las­sen. Je nach­dem, wel­che Op­ti­on Sie wäh­len, be­kom­men Sie Ihre Kof­fer und Ta­schen je­doch erst am Tag nach der An­kunft, so­dass Sie ein et­was um­fang­rei­che­res Hand­ge­päck pa­cken müs­sen. Wenn Sie auf ei­ner Aus­land­rei­se nicht all­zu schwer schlep­pen möch­ten, kön­nen Sie Ge­päck­stü­cke bis zu 30 kg mit der Post ver­sen­den.

Tipps für die Rei­se­pla­nung


  • Wie im­mer, wenn Sie mit Kin­dern un­ter­wegs sind, ist es auch auf Bahn­rei­sen am bes­ten, wenn Sie schon im Vor­aus an al­les den­ken: Wech­sel­klei­dung, Win­deln, Snacks und Ge­trän­ke etc. Auch eine Fla­sche stil­les Was­ser und Feucht­tü­cher zum Be­sei­ti­gen von klei­nen Miss­ge­schi­cken sind sehr nütz­lich, denn Zug­toi­let­ten sind oft aus­ge­rech­net im un­güns­tigs­ten Mo­ment be­setzt.

  • Weil Sie im Zug nicht al­lei­ne sind und nicht alle Mit­rei­sen­den Ver­ständ­nis für ge­lang­weil­te Kin­der auf­brin­gen, pa­cken Sie am bes­ten ein paar Din­ge ein, mit de­nen sich die Klei­nen auf der lan­gen Fahrt be­schäf­ti­gen kön­nen, z. B. Ge­sell­schafts- und Ge­dulds­spie­le, Mal­sa­chen, Bil­der­bü­cher etc. Für grös­se­re Kin­der kön­nen Sie auch Hör­bü­cher aufs Han­dy lan­den und die Kopf­hö­rer ein­pa­cken. Mit all­dem soll nicht ge­sagt sein, dass Ihre Kin­der mäus­chen­still sein müs­sen im Zug - die Rei­se wird aber be­deu­tend an­ge­neh­mer, wenn Sie nicht an­dau­ernd das Ge­fühl ha­ben, Sie müss­ten Ihre Knöp­fe pau­sen­los im Zaum hal­ten, da­mit sich nie­mand ge­stört fühlt.

  • War­ten Sie nicht all­zu lan­ge mit der Re­ser­va­ti­on, wenn Ihre Rei­se­plä­ne fest­ste­hen. Kau­fen Sie Ihre Ti­ckets erst kurz vor der Ab­rei­se, be­kom­men Sie un­ter Um­stän­den nur noch Plät­ze, die weit aus­ein­an­der lie­gen.

  • Re­ser­vie­ren Sie im Nacht­zug nach Mög­lich­keit ein gan­zes Ab­teil für Ihre Fa­mi­lie. Da­durch füh­len Sie sich we­ni­ger ge­stresst, wenn die Kin­der vor lau­ter Aben­teu­er­lust so auf­ge­dreht sind, dass sie abends schlecht zur Ruhe kom­men.

  • Falls Sie um­stei­gen müs­sen, wäh­len Sie eine Ver­bin­dung mit aus­rei­chend Um­stei­ge­zeit. So müs­sen Sie mit Ih­ren Kin­dern nicht durch frem­de Bahn­hö­fe het­zen, um An­schluss­zü­ge zu er­wi­schen. Ach­ten Sie zu­dem dar­auf, dass Sie nicht mit­ten in der Nacht um­stei­gen müs­sen, da­mit die Kin­der mög­lichst un­ge­stört schla­fen kön­nen.

  • Fah­ren Sie zu ei­nem ab­ge­le­ge­ne­ren Rei­se­ziel, ist die Al­ter­na­ti­ve Zug & Miet­au­to emp­feh­lens­wert. Die in­ner­städ­ti­schen Miet­sta­tio­nen von Au­to­ver­mie­tern lie­gen oft in Bahn­hofs­nä­he oder di­rekt am Haupt­bahn­hof. 

  • Wäh­rend der Schul­fe­ri­en sind Rei­se­zü­ge an den Wo­chen­en­den meist sehr voll und an den Bahn­hö­fen herrscht viel Be­trieb. Es emp­fiehlt sich da­her, an Werk­ta­gen zu rei­sen, falls Sie es sich ein­rich­ten kön­nen.

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1/24/2017
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Letzte Aktualisierung: 23.10.2020, TV
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