Anzeige
Kind mit Mutter beim Puppenspiel
©
GettyImages

Wol­len wir noch ein Baby?


Über­le­gen Sie sich, ob Sie ein zwei­tes Kind be­kom­men möch­ten? Oder ist das zwei­te Baby be­reits un­ter­wegs? Dann ha­ben Sie sich be­stimmt schon ge­fragt, was da al­les auf Sie zu­kom­men könn­te. Nun, man könn­te die­se Fra­ge na­tür­lich ein­fach bei­sei­te schie­ben, denn Kin­der den­ken nicht im Traum dar­an, sich an un­se­re Plä­ne zu hal­ten und fin­den im­mer wie­der Wege, ihre El­tern zu über­ra­schen und mit neu­en Her­aus­for­de­run­gen zu kon­fron­tie­ren. Das hin­dert Sie je­doch nicht dar­an, sich ganz vie­le Fra­gen zu stel­len und das ist auch rich­tig so, denn die Fa­mi­lie zu er­wei­tern, be­deu­tet im­mer auch, ei­nen wei­te­ren mu­ti­gen Schritt zu wa­gen.

Wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt für ein zwei­tes Kind?


Wie schon beim ers­ten Kind gibt es auch beim zwei­ten nicht den ei­nen rich­ti­gen Zeit­punkt. Sie wer­den im­mer Ar­gu­men­te fin­den, die da­für oder da­ge­gen spre­chen, dar­um wer­den Sie nicht dar­um her­um­kom­men, es ir­gend­wann ein­fach zu wa­gen. Zu­mal nicht ga­ran­tiert ist, dass es gleich auf An­hieb klappt, wenn Sie den Ent­scheid ge­fällt ha­ben. Im Ide­al­fall füh­len sich bei­de Part­ner be­reit für ein wei­te­res Baby und die Rah­men­be­din­gun­gen ent­spre­chen dem, was Sie sich für Ihre Fa­mi­lie vor­stel­len. Aber auch dann, wenn das zwei­te Kind sich ganz und gar nicht an Ihre Plä­ne hält und sich frü­her als er­war­tet an­mel­det, blei­ben Ih­nen die Mo­na­te der Schwan­ger­schaft, um sich auf die neu­en Ge­ge­ben­hei­ten ein­zu­stel­len und die Vor­freu­de auf das Baby wach­sen zu las­sen.

Wel­cher Al­ters­ab­stand ist ide­al?


Auch auf die­se Fra­ge gibt es kei­ne all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort, denn die Vor­stel­lun­gen dar­über, was ide­al ist, ge­hen weit aus­ein­an­der. Was sich aber mit Si­cher­heit sa­gen lässt: Freun­de und Ver­wand­te sind nicht mit­sprache­be­rech­tigt, auch wenn die­se sich noch so si­cher sind, dass sie ganz ge­nau wis­sen, was rich­tig ist. Am bes­ten fah­ren Sie da­mit, wenn Sie sich fra­gen, was Ih­nen be­son­ders wich­tig ist. Möch­ten Sie, dass Ihre Kin­der mög­lichst viel ge­mein­sam er­le­ben kön­nen? Dann emp­fiehlt sich ein klei­ner Al­ters­ab­stand. Liegt Ih­nen viel dar­an, je­dem Kind viel un­ge­teil­te Auf­merk­sam­keit schen­ken zu kön­nen? Dann war­ten Sie mit der zwei­ten Schwan­ger­schaft bes­ser et­was län­ger. Was aber, wenn der Al­ters­ab­stand viel grös­ser ist als ur­sprüng­lich ge­plant? Dann muss dies nicht be­deu­ten, dass Ihre Kin­der kei­ne gute Ge­schwis­ter­be­zie­hung auf­bau­en kön­nen. Ein lie­be­vol­ler Um­gang in der Fa­mi­lie ist viel ent­schei­den­der als die An­zahl der Jah­re, die zwi­schen den Ge­bur­ten der Kin­der lie­gen.

Wol­len wir wirk­lich noch ein­mal von vor­ne an­fan­gen?


Die­se Fra­ge stellt sich vor al­lem, wenn das ers­te Kind schon et­was grös­ser ist und al­les so wun­der­bar ein­ge­spielt ist. Tat­sa­che ist, dass ein Neu­ge­bo­re­nes Ihr Fa­mi­li­en­le­ben ge­hö­rig auf­wir­beln wird. Auch wer­den Sie ei­ni­ge Frei­hei­ten, die Sie in letz­ter Zeit zu­rück­ge­won­nen ha­ben, vor­über­ge­hend wie­der ver­lie­ren. Tat­sa­che ist aber auch, dass Sie in die neue Fa­mi­li­en­si­tua­ti­on hin­ein­wach­sen wer­den und sich ein Le­ben ohne das zwei­te Kind schon bald nicht mehr vor­stel­len kön­nen. Zu­dem ma­chen vie­le El­tern die Er­fah­rung, dass die Ba­by­zeit beim zwei­ten Kind wie im Flug ver­geht. 

Schaf­fe ich es kör­per­lich, schwan­ger zu sein und mich um ein (Klein)kind zu küm­mern?


Dass eine Schwan­ger­schaft an­stren­gen­der ist, wenn Sie den gan­zen Tag ein klei­nes Kind um sich ha­ben und sich nicht nach Be­lie­ben aus­ru­hen kön­nen, ist nicht von der Hand zu wei­sen. Dar­um soll­ten Sie Ih­rem Kör­per nach Mög­lich­keit eine Pau­se von min­des­tens 6 Mo­na­ten und idea­ler­wei­se von ei­nem Jahr gön­nen, ehe Sie wie­der schwan­ger wer­den. Nut­zen Sie die Zei­ten, in de­nen Ihr Kind ei­nen Mit­tags­schlaf hält oder in der Spiel­grup­pe ist, um sich zu er­ho­len und Ih­rem Kör­per et­was Gu­tes zu tun. Falls Ihr Kind noch re­gel­mäs­sig die Nacht zum Tag macht, soll­te Ihr Part­ner öf­ter die Nacht­schicht über­neh­men, da­mit Sie mög­lichst viel Schlaf be­kom­men.

Wer­den wir das Zwei­te ge­nau gleich lie­ben wie das Ers­te?


Im Mo­ment er­scheint Ih­nen dies viel­leicht noch ganz und gar un­vor­stell­bar. Viel­leicht fürch­ten Sie gar, Sie hät­ten nicht mehr ge­nü­gend Lie­be für das ers­te Kind, wenn erst mal ein zwei­tes da ist. Das Wun­der­ba­re an der El­tern­lie­be ist aber, dass sie sich ver­mehrt und so wird auch für das zwei­te Kind mehr als ge­nug Lie­be da sein. Weil je­des Kind eine ei­gen­stän­di­ge Per­sön­lich­keit mit be­stimm­ten Cha­rak­ter­ei­gen­schaf­ten und Vor­lie­ben ist, kann es aber durch­aus sein, dass Sie für die Lie­be zu Ih­ren Kin­dern ganz un­ter­schied­li­che Aus­drucks­for­men fin­den wer­den.  

Kommt das ers­te Kind zu kurz, wenn es ein Ge­schwis­ter­chen be­kommt?


Nicht je­des Erst­ge­bo­re­ne nimmt sein Ge­schwis­ter­chen mit Be­geis­te­rung in Emp­fang. Ei­fer­sucht und Ver­un­si­che­rung sind voll­kom­men nor­mal und dür­fen auch sein. Auf lan­ge Sicht pro­fi­tiert Ihr Kind aber da­von, wenn es mit ei­nem Bru­der oder ei­ner Schwes­ter auf­wach­sen darf, denn Ge­schwis­ter­be­zie­hun­gen sind et­was Ein­zig­ar­ti­ges. Na­tür­lich wird es im­mer wie­der Mo­men­te im Le­ben ge­ben, in de­nen Sie den Be­dürf­nis­sen ei­nes Ih­rer Kin­der nicht ge­recht wer­den, aber dies ist auch der Fall, wenn Ihr Kind ohne Ge­schwis­ter auf­wächst. 

Wird es noch ein­mal so her­aus­for­dernd wie beim ers­ten Kind?


Wenn Sie Ihre ers­te Schwan­ger­schaft, die Ge­burt oder die Zeit mit dem Baby als sehr her­aus­for­dernd er­lebt ha­ben, ist es voll­kom­men ver­ständ­lich, dass Sie Re­spekt da­vor ha­ben, es noch ein­mal zu wa­gen. Es kann Ih­nen nie­mand vor­aus­sa­gen, wie es dies­mal lau­fen wird. Gut mög­lich, dass beim zwei­ten Mal al­les viel ein­fa­cher kommt. Eben­so gut mög­lich ist es, dass Sie noch ein­mal eine äus­serst her­aus­for­dern­de Zeit vor sich ha­ben. Ei­nes aber ist dies­mal ganz si­cher an­ders: Sie und Ihr Part­ner sind kei­ne Neu­lin­ge mehr, son­dern ha­ben ei­nen rei­chen Er­fah­rungs­schatz, auf den Sie zu­rück­grei­fen kön­nen. Zwar wer­den Sie auch mit dem zwei­ten Kind im­mer wie­der Si­tua­tio­nen er­le­ben, die Sie so noch nie er­lebt ha­ben, Sie müs­sen aber nicht mehr al­les von Grund auf neu ler­nen und kön­nen dar­um auf vie­le Din­ge ge­las­se­ner re­agie­ren.

Ha­ben wir ge­nü­gend En­er­gie für den All­tag mit zwei Kin­dern?


Es kann Ih­nen nie­mand pro­phe­zei­en, wie kräf­te­zeh­rend Schwan­ger­schaft, Ge­burt und Wo­chen­bett sein wer­den oder ob Ihr Baby pfle­ge­leicht sein wird. Dar­um ist es auch un­mög­lich, vor­aus­zu­sa­gen, ob Ihre En­er­gie­re­ser­ven aus­rei­chend sind. Viel ent­schei­den­der sind da­her Ihre Ant­wor­ten auf die­se zwei Fra­gen: 1. Wie sor­gen wir da­für, dass bei­de Part­ner im­mer wie­der Kraft tan­ken kön­nen? 2. Ha­ben wir Men­schen in un­se­rem Um­feld, die be­reit sind, uns tat­kräf­tig zu un­ter­stüt­zen, wenn uns das Fa­mi­li­en­le­ben mal über den Kopf wächst?

Reicht das Geld für eine grös­se­re Fa­mi­lie?


Die Lie­be, die Sie für ein wei­te­res Kind emp­fin­den wer­den, ist na­tür­lich nicht mit Geld auf­zu­wie­gen. Ver­mut­lich sind Sie auch ger­ne dazu be­reit, sich in ei­ni­gen Be­rei­chen ein­zu­schrän­ken, wenn Sie sich ein zwei­tes Baby wün­schen. Den­noch soll­ten Sie sich die Zeit neh­men, ei­nen Blick auf die zu­sätz­li­chen Kos­ten zu wer­fen, die auf Sie zu­kom­men. Auf der Web­site des Dach­ver­bands Bud­get­be­ra­tung Schweiz fin­den Sie ver­schie­de­ne Bud­get­bei­spie­le für Fa­mi­li­en.

Ist un­se­re Part­ner­schaft trag­fä­hig ge­nug für ein zwei­tes Kind?


Wenn der Wunsch nach ei­nem zwei­ten Kind nicht bei bei­den Part­nern gleich gross ist, kann dies eine Be­zie­hung stark be­las­ten. Den­noch ist es wich­tig, dass Sie ei­nen Weg fin­den, sich ein­ge­hend mit dem The­ma aus­ein­an­der­zu­set­zen und ei­nen Ent­scheid zu fäl­len, hin­ter dem bei­de ste­hen kön­nen. Kri­selt es in Ih­rer Part­ner­schaft oh­ne­hin schon, wird ein zwei­tes Kind die Span­nun­gen nicht ein­fach zum Ver­schwin­den brin­gen, son­dern eher noch ver­stär­ken. Sie wer­den also nicht um­hin kom­men, sich Ih­ren Pro­ble­men zu stel­len, wenn die Be­zie­hung wie­der ins Lot kom­men soll. Aber auch wenn ge­ra­de al­les wun­der­bar läuft und Sie bei­de dem Fa­mi­li­en­zu­wachs mit Be­geis­te­rung ent­ge­gen­fie­bern, soll­ten Sie Ih­rer Part­ner­schaft ge­nü­gend Auf­merk­sam­keit schen­ken. Je­des wei­te­re Kind bringt mehr Le­ben in die Fa­mi­lie und wenn Sie ein­an­der im All­tags­tru­bel nicht aus den Au­gen ver­lie­ren wol­len, brau­chen Sie re­gel­mäs­sig die Ge­le­gen­heit, sich aus­zu­tau­schen, ein­an­der an Ih­rem Er­le­ben teil­ha­ben zu las­sen und ein­fach nur ein Lie­bes­paar zu sein.

Letzte Aktualisierung: 19.08.2019, TV
Anzeige
Anzeige