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Mädchen mit Weihnachtsstern,[Translate to FR:] IStock 173604651
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Gif­ti­ge Weih­nachts­pflan­zen


Fest­li­ches Grün kann für klei­ne Kin­der ge­fähr­lich wer­den


In der Ad­vents­zeit steigt die Zahl der be­sorg­ten An­fra­gen, weil Kin­der an den Pflan­zen und Bee­ren der de­ko­ra­ti­ven Ker­zen­ge­ste­cke und Ad­vents­krän­ze ge­knab­bert oder an­de­re weih­nachts­ty­pi­sche Din­ge in den Mund ge­steckt ha­ben. Zum Glück kommt es nur sel­ten zu ei­ner ernst­haf­ten Schä­di­gung, den­noch soll­ten El­tern und Gross­el­tern die Neu­gier und den Un­ter­neh­mungs­geist klei­ner Kin­der nicht un­ter­schät­zen und auch ihre Fä­hig­keit be­rück­sich­ti­gen, durch Klet­tern an schein­bar Un­er­reich­ba­res zu ge­lan­gen.

Am stärks­ten ge­fähr­det sind Ba­bys und Klein­kin­der un­ter sechs Jah­ren. Nach Haus­halt­pro­duk­ten und Me­di­ka­men­ten ste­hen Pflan­zen und Pflan­zen­tei­le auf Platz 3 der Sub­stan­zen, die zu den meis­ten An­fra­gen von El­tern die­ser Al­ters­grup­pe in den Gift­in­for­ma­ti­ons­zen­tren füh­ren. In den meis­ten Fäl­len wer­den die bun­ten Früch­te, sel­te­ner die Blät­ter und an­de­re Pflan­zen­tei­le an­ge­bis­sen oder ver­schluckt.

Die Hit­lis­te der weih­nacht­li­chen Gift­pflan­zen


Die Pflan­zen, de­ren Be­stand­tei­le in der Ad­vents­zeit zu den häu­figs­ten An­fra­gen bei den Ver­gif­tungs­ex­per­ten füh­ren, rei­chen von Ama­ryl­lis über Christ­ro­se bis zum Weih­nachts­stern. Auch die Ar­ran­ge­ments und Tro­cken­ge­ste­cke ent­hal­ten ne­ben harm­lo­sen Pflan­zen häu­fig Gift­pflan­zen, die für Klein­kin­der (und auch Haus­tie­re) eine ge­wis­se Ge­fahr be­deu­ten. 

  • Eibe (Ta­xus bac­ca­ta): Ihre Zwei­ge wer­den oft we­gen ih­rer Ähn­lich­keit mit Tan­nen­zwei­gen ver­wen­det, zu­dem ha­ben sie schö­ne­re, dun­kel­grü­ne, glän­zen­de Na­deln und sind viel län­ger halt­bar. Am gif­tigs­ten sind die Na­deln und Zwei­ge: Bei ei­ner schwe­ren Ei­ben-Ver­gif­tung kommt es zu Schwin­del, Übel­keit, Leib­schmer­zen, Be­wusst­lo­sig­keit und so­gar zum Tod durch Atem­läh­mung und Herz­still­stand. Zum Glück sind die Na­deln für Kin­der nicht sehr at­trak­tiv, so­dass höchs­tens klei­ne Men­gen ein­ge­nom­men wer­den.

  • Pa­ter­nos­ter­erb­sen (Ab­rus pre­ca­to­ri­us): Sieht man ab und zu in Tro­cken­ge­ste­cken. Sie sind hoch gif­tig, schon das Zer­kau­en von zwei sol­chen Erb­sen kann töd­lich sein. Die Sym­pto­me ei­ner schwe­ren Ver­gif­tung sind Er­bre­chen und Durch­fall, die Fol­gen rei­chen von Nie­ren­schä­den, Krampf­an­fäl­len, Läh­mun­gen und Tod durch Atem­läh­mung. Von der Ver­wen­dung die­ser Pflan­ze in Tro­cken­ge­ste­cken wird des­halb drin­gend ab­ge­ra­ten.

  • Weih­nachts­ster­ne (Eu­phor­bia pul­cher­ri­ma): Hier sind mit­tel­schwe­re Ver­gif­tun­gen mög­lich. Der Weih­nachts­stern ge­hört zu den Wolfs­milch­ge­wäch­sen und führt nach Ver­schlu­cken zu Übel­keit, Er­bre­chen, Durch­fall und Bauch­schmer­zen. Ge­lan­gen Sprit­zer sei­nes Safts oder Pflan­zen­tei­le ins Auge, kann es zu schwe­ren Ent­zün­dun­gen bis hin zur Er­blin­dung kom­men. Ist über die Hän­de Pflan­zen­saft in die Au­gen ge­langt, müs­sen die­se min­des­tens zehn Mi­nu­ten mit flies­sen­dem Was­ser ge­spült wer­den. Even­tu­ell soll­te ein Au­gen­arzt auf­ge­sucht wer­den. El­tern mit Klein­kin­dern soll­ten des­halb er­wä­gen, auf den Weih­nachts­stern lie­ber zu ver­zich­ten.

  • Stech­pal­me (Ilex aqui­fo­li­um): Kin­der na­schen gern von ih­ren leuch­tend ro­ten, bee­ren­ar­ti­gen Stein­früch­ten. Die Fol­ge kön­nen Er­bre­chen, Durch­fall und Bauch­krämp­fe sein.

  • Christ­ro­se (Hel­le­bo­rus ni­ger, auch Weih­nachts- oder Schnee­ro­se): Ent­hält in al­len Pflan­zen­tei­len gif­ti­ge Stof­fe. Beim Ver­schlu­cken grös­se­rer Men­gen sind Kreis­lauf­be­schwer­den mög­lich.

  • Ama­ryl­lis (Hip­peastrum vit­ta­tum, Rit­ter­stern): Nach Ver­schlu­cken von Pflan­zen­tei­len kommt es un­ter Um­stän­den zu hef­ti­gen Ma­gen-Darm-Be­schwer­den.

  • Weih­nacht­s­ta­zet­te (Nar­cis­sus ta­zet­ta, Weih­nachts­nar­zis­se): Sie kann bei Ver­schlu­cken Durch­fall aus­lö­sen. Beim Be­rüh­ren muss mit Haut­aus­schlag ge­rech­net wer­den.

  • Buchs­baum­zwei­ge (Bu­xus sem­per­vi­rens): Sie wer­den häu­fig in Ad­vents­krän­zen und Blu­men­ge­bin­den ver­wen­det und sind sehr gif­tig, zum Glück aber sehr bit­ter und wer­den des­halb von Kin­dern höchs­tens in sehr klei­nen Men­gen ge­ges­sen.

  • Efeu (Hede­ra he­lix): Soll­te nie in Reich­wei­te von Kin­dern auf­ge­stellt wer­den. Schon zwei bis drei Efeu­bee­ren kön­nen bei Kin­dern Bauch­krämp­fe, Er­bre­chen und Schläf­rig­keit aus­lö­sen. Auch all­er­gi­sche Haut­re­ak­tio­nen sind mög­lich.

  • Weih­nachts­baum: Tan­nen kön­nen All­er­gi­en aus­lö­sen. Grund sind die äthe­ri­schen Öle (Ter­pe­ne) der Na­deln, oft aber auch ein­ge­schlepp­te Pol­len und Schim­mel­pil­ze.

Nicht zö­gern, Tox Info Su­is­se an­ru­fen!


Selbst beim lei­ses­ten Ver­dacht, das Kind könn­te ge­fähr­li­che Men­gen ei­ner gif­ti­gen Sub­stanz ein­ge­nom­men ha­ben, soll­te man auf kei­nen Fall erst auf even­tu­el­le An­zei­chen ei­ner Ver­gif­tung war­ten, son­dern so­fort han­deln. Das heisst: Sich so schnell wie mög­lich mit ei­ner Kin­der­ärz­tin/ -arzt oder mit dem Gift­in­for­ma­ti­ons­zen­trum Tox Info Su­is­se in Ver­bin­dung set­zen und den Na­men der Pflan­ze nen­nen. Not­falls kann nach te­le­fo­ni­scher Ab­spra­che auch ein Foto an das Gift­in­for­ma­ti­ons­zen­trum ge­sen­det wer­den. Die Be­ra­ter kön­nen den an­ru­fen­den El­tern meist so­fort sa­gen, ob eine aku­te Ge­fahr be­steht und was ge­ge­be­nen­falls zu un­ter­neh­men ist. 

  • Tox Info Su­is­se: Tel. 145
    (aus dem Aus­land: +41 44 251 51 51)

  • Aus­kunft: +41 44 251 66 66



Letzte Aktualisierung: 16.03.2020, BH
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