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Kind nimmt sich ein Wasserglas
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Alle Jah­re wie­der... Ge­fahr!


Jetzt wer­den wie­der Mil­lio­nen Tan­nen­bäu­me auf­ge­stellt und ge­schmückt. Da­bei muss es nicht im­mer hoch­glän­zend sein: Rote Äp­fel, Tan­nen­zap­fen, Nüs­se, selbst ge­ba­cke­ne Kek­se und Ster­ne aus Stroh, Filz oder bun­tem Re­cy­cling­pa­pier brin­gen eben­so Far­be in den Weih­nachts­baum wie Baum­schmuck aus Holz, Glas, Knet­mas­se, Ton oder Salz­teig. Denn: Manch gän­gi­ger mo­der­ner Baum­schmuck birgt lei­der auch Ri­si­ken für die Um­welt und die Ge­sund­heit.

Christ­baum­ku­geln be­stehen aus ei­nem ganz spe­zi­el­len Glas oder – neu­er­dings – aus Kunst­stoff. Zer­bro­che­ne Tei­le ge­hö­ren nicht in den Alt­glas­con­tai­ner, son­dern in den Rest­müll. Ach­ten Sie zu­dem bei sämt­li­chem Christ­baum­schmuck und an­de­ren De­ko­ra­tio­nen dar­auf, dass lö­sungs­mit­tel­freie Far­ben und La­cke ver­wen­det wur­den.

Glit­zer-, Schnee- oder Gold­sprays dür­fen auf kei­nen grü­nen Zweig kom­men! Für „Schnee“ auf den Zwei­gen ver­wen­den Sie bes­ser klei­ne Wat­te­tup­fen. Kunst­schnee aus der Dose bei­spiels­wei­se ent­hält Lö­sungs­mit­tel und Treib­ga­se. Er ist ge­sund­heits­schäd­lich und aus­ser­dem leicht brenn­bar. Auch Mö­bel, Tex­ti­li­en und Kunst­stof­fe kön­nen da­von an­ge­grif­fen wer­den. In Gold- und Sil­ber­sprays sind schwer­me­tall­hal­ti­ge Bron­zepig­men­te, Kunst­harz­bin­de­mit­tel und ge­sund­heits­schäd­li­che Lö­sungs­mit­tel ent­hal­ten. Die lee­ren Do­sen ge­hö­ren in den Son­der­müll.

La­met­ta: Das alte, schwe­re Stan­ni­ol-La­met­ta aus Gross­mutters Zei­ten, das hier und dort im­mer noch be­nutzt wird, be­steht zu 98 Pro­zent aus Blei. Es darf also kei­nes­falls zu­sam­men mit dem Weih­nachts­baum in die Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge ge­ra­ten, son­dern ist schlicht Son­der­müll. Auch die leich­te­ren La­met­ta-Sor­ten aus Alu­mi­ni­um oder Kunst­stoff ha­ben es in sich: Die chlo­rier­ten Kunst­stoff­strei­fen set­zen bei der Ver­bren­nung Krebs er­re­gen­de Stof­fe frei.

En­gels­haar: Dün­ne gol­de­ne Schmuck­fä­den, so ge­nann­tes Feen- oder En­gels­haar, be­stehen häu­fig aus Glas­wol­le. Des­halb kön­nen Split­ter in die Haut und vor al­lem in die Au­gen ge­lan­gen, was zu ge­fähr­li­chen Horn­haut­ver­let­zun­gen führt. Die­ses En­gels­haar ge­hört kei­nes­falls in Kin­der­hän­de.

Elek­tri­sche Lich­ter­ket­ten: Wer sich für elek­tri­sche Be­leuch­tung ent­schei­det, senkt das Ri­si­ko für ei­nen Brand. Aber auch die Lich­ter­ket­ten ha­ben ihre Si­cher­heitstü­cken. Die Be­leuch­tung für den Weih­nachts­baum eben­so wie die da­zu­ge­hö­ri­gen Tra­fos soll­ten auf je­den Fall das Zei­chen für Ge­prüf­te Si­cher­heit (GS oder CE) tra­gen. Noch im­mer be­fin­den sich Lich­ter­ket­ten im Han­del, die das Zei­chen gar nicht oder nur auf ei­ner Kom­po­nen­te tra­gen. La­met­ta oder En­gels­haar darf nicht mit un­ter Span­nung ste­hen­den Tei­len der Lämp­chen­ket­te in Kon­takt kom­men. Es könn­te sonst ein Kurz­schluss ent­ste­hen. Auch De­ko­ra­tio­nen aus Pa­pier, Stroh und Filz soll­ten Sie mög­lichst von den Lämp­chen ent­fernt an­brin­gen.

Weih­nachts­ster­ne: Die de­ko­ra­ti­ve, zu den Wolfs­milch­ge­wäch­sen ge­hö­ren­de Pflan­ze ge­hört in den Wo­chen vor Weih­nach­ten in vie­len Woh­nun­gen zum be­lieb­tes­ten Schmuck. El­tern von klei­nen Kin­dern soll­ten aber vor­sich­tig sein, da der aus­tre­ten­de Saft gif­tig ist und Haut und Schleim­häu­te rei­zen kann. Au­gen­ver­let­zun­gen sind da­bei be­son­ders ge­fähr­lich. Ist über die Hän­de Pflan­zen­saft in die Au­gen ge­langt, müs­sen die­se min­des­tens zehn Mi­nu­ten mit flies­sen­dem Was­ser ge­spült wer­den. Even­tu­ell soll­te ein Au­gen­arzt auf­ge­sucht wer­den. Wer­den Blät­ter oder Stän­gel in den Mund ge­steckt kann es zu Bauch­schmer­zen, Er­bre­chen oder Durch­fall kom­men. Hat das Kind Blät­ter in den Mund ge­steckt oder gar ge­ges­sen, soll­te es reich­lich trin­ken. Zu­sätz­lich hilft die Gabe von Koh­leta­blet­ten. Die Me­di­zin-Koh­le bin­det das Gift, wel­ches zu­sam­men mit der Koh­le nach drei bis vier Stun­den wie­der aus­ge­schie­den wird. Auch eine gründ­li­che Haut­rei­ni­gung ist zu emp­feh­len. Zeigt das Kind Sym­pto­me ei­ner Ver­gif­tung, muss der Not­arzt ge­ru­fen wer­den.

Letzte Aktualisierung: 17.02.2021, BH
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