5. Wachstumsschub
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5. Wachstumsschub ab der 26. Lebenswoche

Dieser Schub dauert oftmals nicht ganz so lange wie der vorherige, ist aber von der körperlichen Entwicklung sehr interessant. Bei vielen Kindern ist zu beobachten, dass sie sich nach diesem Schub drehen können und erste Krabbelübungen versuchen. Jetzt fängt das Baby auch an zu erzählen und zu brabbeln, zu winken und in die Hände zu klatschen.

Mit dem fünften Wachstumsschub wird Ihr Baby im wahrsten Sinne des Wortes emotional. Es schreit mehr, ist häufiger verdriesslich, unzufrieden und grantig. Das Kuscheltier, der Daumen oder Nuggi bieten nicht genug Trost. Ihr Kind lernt nicht nur, verschiedene Gefühle zu unterscheiden, sondern wird diese auch zeigen. Ausser Freude werden Sie als Mami jetzt häufig auch Enttäuschung und Ärger zu spüren bekommen.

In dieser Entwicklungsphase lernen Kinder auch “Zusammenhänge” herzustellen. Sie verstehen nun, dass Dinge im räumlichen Abstand zueinander stehen. Dieser bleibt entweder kontinuierlich gleich (was ihnen Sicherheit gibt), oder aber verändert sich, indem z.B. die Mutter den Raum verlässt (was sie verunsichert und ängstigt). Wird der Abstand zu gross, weint das Kind, weil es sich hilflos und alleine fühlt - und lernt, dass es etwas an dieser Situation ändern kann, denn durch das Weinen kommt die Mutter zurück.

Kommen Fremde auf das Baby zu, reicht oftmals ein Blick oder ein “Hallo”, um eine erneute Schreiattacke auszulösen. Selbst vertraute Personen wie Papa, Oma oder Opa, Gotte und Götti werden jetzt angeschrien und dürfen nur mit Sicherheitsabstand Kontakt aufnehmen. Diese Erfahrung frustriert auch die Mütter, da sie keine Minute ohne ihr Baby verbringen können, und selbst einfache Dinge wie das Duschen zu einer Lebensaufgabe werden. Schnell mal aufs WC gehen, ist kaum noch möglich - Ihr Baby schreit das ganze Haus zusammen. Während dieser Phase kann ein Tragetuch oder eine Babytrage ein hilfreiches Mittel gegen weinerliche und ängstliche Babys sein. Wenn man zum Beispiel den Haushalt erledigen möchte, ist es oft der letzte rettende Anker.

Eine weitere neue Errungenschaft ist die Erkenntnis, dass eine Handlung eine weitere verursachen kann. Wird zum Beispiel an einem Spielzeug ein bestimmter Knopf gedrückt, fängt die Musik an zu spielen oder ein Licht blinkt. Zu diesem Zeitpunkt beginnt ein Spiel, das viele Eltern als Provokation interpretieren: Das Baby sitzt im Hochstuhl und lässt immer wieder einen Löffel, Becher oder das Spielzeug auf den Boden fallen. Wird dieser aufgehoben, landet er nach kurzer Zeit wieder auf dem Boden. Das ist aber weder als Provokation noch als böse Absicht gedacht. Das Kind hat nur den Zusammenhang erkannt, dass der Gegenstand, den es gerade fallen gelassen hat, auf den Boden fällt und ein Geräusch produziert. Deshalb sind Kochlöffel und Töpfe jetzt ein ideales Spielzeug. Allerdings kein stilles...

Da die Kinder nun mit dem Ursache-Wirkungs-Prinzip beschäftigt sind, werden sie versuchen, überall ihre Finger hineinzustecken. Wichtig ist spätestens ab jetzt, die Wohnung kindersicher zu machen. Alle Steckdosen sollten mit einer speziellen Kindersicherung versehen werden. Und auch Topfpflanzen, die in Reichweite stehen, sollten mit einem Gitter geschützt werden, damit das Kind nicht an die Blumenerde gelangen kann.


Hier finden Sie weitere Informationen zu den anderen Wachstumsschüben:

Letzte Aktualisierung : 05-11-19, CH / BH

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