Vorsicht bei Schimmelkäse!
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Die Folgen einer Listerioseinfektion für das ungeborene Kind

Die Schwangerschaft beeinträchtigt die Immunabwehr: Bei werdenden Müttern werden 13-mal häufiger Infektionen mit Listeria monocytogenes festgestellt als in der Allgemeinbevölkerung. Die Erkrankung kann unbemerkt ablaufen, aber auch mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Rückenschmerz sowie Muskelschmerzen. Diesen unspezifischen Anzeichen gehen oft Durchfall oder andere Magen-Darm-Symptome voraus.

Eine Schwangere, die sich mit Listerien infiziert hat, kann ihr Kind anstecken. Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist das Risiko besonders hoch. Die Bakterien gehen über die Plazenta (transplazentar) sowie während der Geburt bei der Passage durch den Geburtskanal auf das Baby über, wenn es Fruchtwasser oder Vaginalsekret schluckt oder einatmet. Nach der Geburt ist die Listeriose auch durch engen Mutter-Kind-Kontakt übertragbar.

Im schlimmsten Fall kann die Infektion des Kindes zu einer Fehlgeburt, Frühgeburt durch Fruchtwasserinfektion oder Totgeburt (bei Übertragung über die Plazenta) führen - oder zu einer Neugeborenen-Listeriose. Die betroffenen Babys sind untergewichtig, in einem schlechten Allgemeinzustand, schlapp und trinkfaul. Weitere Symptome sind ein Ausschlag, der über den ganzen Körper verteilt sein kann, Krampfanfälle, Milz- und Leberschwellung durch eine Blutvergiftung bis hin zu einer eitrigen Hirnhautentzündung (septische Neugeborenen-Granulomatose). Auch kann es zu Atemnot mit Atemstillstand sowie zu Erbrechen und Krämpfen kommen. Bei nicht frühzeitig einsetzender Behandlung liegt die Sterblichkeit der Neugeborenen-Listeriose bei bis zu 70 Prozent.

Deshalb sollten Schwangere etwas vorsichtiger mit bestimmten Nahrungsmitteln sein. Andererseits besteht kein Grund zur Panik: Die Listeriose ist auch unter Schwangeren immer noch sehr selten, man geht von etwa zwei Fällen pro 1000 Schwangerschaften aus.

Was tun bei möglichem Listerienkontakt?

Listeriose: Bedenkliche Lebensmittel

10 Lebensmittel, die für Schwangere tabu sind

Die entsprechendenEmpfehlungen des Bundesamts für Gesundheit(BAG), Direktionsbereich Verbraucherschutz, vom Juni 2011.


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Letzte Aktualisierung : 01-11-18, BH

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