Frau lehnt Alkohol ab
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Alkohol in der Schwangerschaft

Warum Sie ganz darauf verzichten sollten

Frauen reagieren schneller auf Alkohol als Männer. Bei gleicher Alkoholmenge steigt ihr Alkoholspiegel im Blut wesentlich rascher, was durch das geringere Körpergewicht, einen höheren Fettanteil im Körper und auch einen hormonell verlangsamten Abbau des Alkohols bedingt ist. Schon 20 Gramm Alkohol pro Tag - das entspricht etwa 2 Deziliter Wein oder einem halben Liter Bier - führt auf Dauer zu einer Schädigung aller Körperorgane.

In der Schwangerschaft wird aber nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die des ungeborenen Kindes gefährdet - bis hin zum sogenannten Fetalen Alkoholsyndrom. Auch steigt das Risiko einer Fehlgeburt um das Doppelte bis Vierfache. Zudem erschwert Alkohol bei der Schwangeren die Aufnahme und Verwertung vieler wichtiger Nährstoffe und Vitamine, vor allem wenn die Alkoholaufnahme mit Rauchen verbunden ist.

Linktipp

Weiterführende Informationen: www.suchtschweiz.ch.

Adressen von Suchtfachstellen: www.infoset.ch.


Nicht nur die Kinder von echten Alkoholikerinnen sind betroffen, sondern von allen Frauen, die regelmässig Alkohol konsumieren. 40% aller Frauen, die in der Schwangerschaft stark trinken, bekommen ein Kind mit fetalem Alkoholsyndrom. Aber auch bis zu 11% der Kinder von Frauen, die nur mässig trinken, sind davon betroffen. Der Grund dafür ist, dass die Substanzen, die der Körper beim Alkoholabbau produziert, von Mensch zu Mensch verschieden sind.

Es gibt noch keine eindeutigen Hinweise dafür, dass der gelegentliche Genuss von Alkohol Ihrem Baby während der Schwangerschaft schadet. Aber es gibt auch keinen Grenzwert, bis zu dem Alkoholgenuss in der Schwangerschaft völlig unbedenklich ist. Um sicher zu gehen, sollte man deshalb in der Schwangerschaft ganz auf Alkohol verzichten. 

Alkohol in der sehr frühen Schwangerschaft

Viele werdende Mütter machen sich Sorgen, wenn sie in den ersten zwei Wochen nach der Befruchtung Alkohol getrunken haben - vor Ausbleiben der Regelblutung und damit zu einem Zeitpunkt, als sie noch nicht wussten, dass sie schwanger waren. Doch keine Angst: In dieser Zeit können sich schädliche Substanzen nur auf den gesamten Embryo, aber noch nicht auf die embryonalen Organe auswirken, weil diese noch gar nicht entstanden sind. Bis zum Beginn der 5. Schwangerschaftswoche gilt noch die sogenannte „Alles-oder-Nichts“-Regel. Das bedeutet, dass es entweder zu einer Schädigung der ganzen Fruchtanlage und somit zur Fehlgeburt kommt - oder gesunde Zellen übernehmen die Funktion der geschädigten Zellen und die Schwangerschaft geht unbeeinflusst weiter.

 

Häufige Fragen zum Thema

Es gibt keine Alkoholmenge, die in der Schwangerschaft noch völlig unbedenklich ist. Aber es gibt auch keine eindeutigen Hinweise dafür, dass der gelegentliche Genuss von geringen Mengen Alkohol Ihrem Baby während der Schwangerschaft schadet.

Wenn Sie sicher gehen wollen, sollten Sie ganz auf...

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Der Alkoholspiegel im Blut des Ungeborenen erreicht mit einer kleinen Verzögerung dieselben Werte, die Sie in Ihrem Blut haben. Aber das Baby kann mit seiner unreifen Leber den Alkohol noch kaum abbauen! Vor allem das kindliche Gehirn reagiert extrem empfindlich auf Alkohol. Im Extremfall kann es zu...

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Niemand auf der Welt kann Ihnen ein hundertprozentig gesundes Kind garantieren. Aber mit sehr hoher Sicherheit kann man davon ausgehen, dass eine Schädigung Ihres Babys durch eine so geringe Menge Alkohol wie in einer Praline extrem unwahrscheinlich ist.

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Das dürfen Sie sich gönnen! Es spricht nichts gegen ein gelegentliches alkoholfreies Bier.

Aber Vorsicht! Viele „alkoholfreie“ Biere sind nur alkoholreduziert. In Deutschland darf sich z.B. jedes Bier alkoholfrei nennen, dessen Alkoholgehalt unter 0,5 Prozent liegt. Achten Sie auf die Angabe auf...

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In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung sind die sich teilenden embryonalen Zellen noch relativ widerstandsfähig gegenüber schädigenden äusseren Einflüssen, d.h. der Embryo wird entweder gar nicht geschädigt oder so stark, dass es zu einer Fehlgeburt kommt (Alles-oder-Nichts-Regel)....

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Grundsätzlich sollten Schwangere alkoholhaltige Lebensmittel und Getränke meiden. Und das gilt auch bei der Zubereitung von Speisen. Selbst wenn die Speisen über den Siedepunkt gebracht werden (= Kochen), verflüchtigt sich der Alkoholgehalt nicht vollständig. Je nach Speise und Zubereitungsart sind...

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Wissen

Absolut kein Alkohol!


Newsticker

Die unterschätzte Gefahr | 08.09.2019

In der Schweiz werden jedes Jahr ca. 200 Babys mit schweren geistigen Behinderungen durch das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) geboren – und über 1000 mit etwas weniger ausgeprägten Gesundheitsstörungen durch die Fetale Alkoholspektrumstörung (FASD). Zum „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ am 9. September fordern Fachleute daher mehr Aufklärung. Vielen Schwangeren ist nicht bewusst, wie schwer sie ihr Kind durch Alkoholkonsum schädigen können – mehr noch als durch Rauchen! Eine unbedenkliche Menge gibt es nicht, auch wenn der Grad der Schäden mit dem Konsum ansteigt. Das Spektrum reicht von leichten neurologischen Anomalien wie Verhaltensauffälligkeiten oder verminderter Intelligenz bis hin zu schweren geistigen und körperlichen Behinderungen mit Wachstumsstörungen, Herzfehler, Sprachstörungen, Hyperaktivität, Konzentrationsbeschwerden und verstärkter Aggressivität. Die meisten Kinder mit FAS sind lebenslang auf fremde Hilfe angewiesen.

Newsticker

IRIS hilft...: Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft können schwerwiegende Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben. Trotzdem hören viele schwangere Frauen nicht damit auf. Ein Online-Angebot des Universitätsklinikums Tübingen unterstützt nun dabei: IRIS II (www.iris-plattform.de/). Das Programm ist kostenlos und dauert zwölf Wochen. Die Teilnehmerinnen können zwischen einem speziellen Tabakprogramm, einem Alkoholprogramm oder einem Programm bei kombiniertem Konsum wählen. Sie erhalten wöchentlich persönliche E-Mail-Unterstützung durch einen professionellen E-Coach. Dabei werden bewährte und in ihrer Wirksamkeit gut untersuchte (psycho-) therapeutische Techniken angewandt. Zudem wird einem Rückfall vorgebeugt und der Partner eingebunden. (swissmom Newsticker, 26.8.2015)

Letzte Aktualisierung : 30-08-16, BH

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