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Die Fol­gen ei­ner Lis­te­rio­s­e­in­fek­ti­on für das un­ge­bo­re­ne Kind

Eine Schwan­ge­re, die sich mit Lis­te­ri­en in­fi­ziert hat, kann ihr Kind an­ste­cken. Im letz­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft ist das Ri­si­ko be­son­ders hoch.

Blauschimmelkäse
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iStock

Die Schwan­ger­schaft be­ein­träch­tigt die Im­mun­ab­wehr: Bei wer­den­den Müt­tern wer­den 13-mal häu­fi­ger In­fek­tio­nen mit Lis­te­ria mo­no­cy­to­ge­nes fest­ge­stellt als in der All­ge­mein­be­völ­ke­rung. Die Er­kran­kung kann un­be­merkt ab­lau­fen, aber auch mit grip­pe­ähn­li­chen Sym­pto­men wie Fie­ber, Kopf­schmer­zen und Rü­cken­schmerz so­wie Mus­kel­schmer­zen. Die­sen un­spe­zi­fi­schen An­zei­chen ge­hen oft Durch­fall oder an­de­re Ma­gen-Darm-Sym­pto­me vor­aus.

Eine Schwan­ge­re, die sich mit Lis­te­ri­en in­fi­ziert hat, kann ihr Kind an­ste­cken. Im letz­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft ist das Ri­si­ko be­son­ders hoch. Die Bak­te­ri­en ge­hen über die Pla­zen­ta (trans­pla­zen­tar) so­wie wäh­rend der Ge­burt bei der Pas­sa­ge durch den Ge­burts­ka­nal auf das Baby über, wenn es Frucht­was­ser oder Va­gi­nal­se­kret schluckt oder ein­at­met. Nach der Ge­burt ist die Lis­te­rio­se auch durch en­gen Mut­ter-Kind-Kon­takt über­trag­bar.

Im schlimms­ten Fall kann die In­fek­ti­on des Kin­des zu ei­ner Fehl­ge­burt, Früh­ge­burt durch Frucht­was­ser­in­fek­ti­on oder Tot­ge­burt (bei Über­tra­gung über die Pla­zen­ta) füh­ren - oder zu ei­ner Neu­ge­bo­re­nen-Lis­te­rio­se. Die be­trof­fe­nen Ba­bys sind un­ter­ge­wich­tig, in ei­nem schlech­ten All­ge­mein­zu­stand, schlapp und trink­faul. Wei­te­re Sym­pto­me sind ein Aus­schlag, der über den gan­zen Kör­per ver­teilt sein kann, Krampf­an­fäl­le, Milz- und Le­ber­schwel­lung durch eine Blut­ver­gif­tung bis hin zu ei­ner eit­ri­gen Hirn­haut­ent­zün­dung (sep­ti­sche Neu­ge­bo­re­nen-Gra­nu­lo­ma­to­se). Auch kann es zu Atem­not mit Atem­still­stand so­wie zu Er­bre­chen und Krämp­fen kom­men. Bei nicht früh­zei­tig ein­set­zen­der Be­hand­lung liegt die Sterb­lich­keit der Neu­ge­bo­re­nen-Lis­te­rio­se bei bis zu 70 Pro­zent.

Des­halb soll­ten Schwan­ge­re et­was vor­sich­ti­ger mit be­stimm­ten Nah­rungs­mit­teln sein. An­de­rer­seits be­steht kein Grund zur Pa­nik: Die Lis­te­rio­se ist auch un­ter Schwan­ge­ren im­mer noch sehr sel­ten, man geht von etwa zwei Fäl­len pro 1000 Schwan­ger­schaf­ten aus.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Die In­fek­ti­on mit Lis­te­ri­en kann lei­der auch ganz ohne Krank­heits­sym­pto­me ver­lau­fen. In den meis­ten Fäl­len kommt es aber zu er­käl­tungs­ähn­li­chen Sym­pto­men mit Fie­ber und Mus­kel­schmer­zen, Ma­gen-Darm-Be­schwer­den oder Kopf­schmer­zen und Schwin­del. Wenn Sie sol­che Be­schwer­den ha­ben, soll­ten Sie sich …
Nein. Die Über­le­bens- und Ver­meh­rungs­fä­hig­keit von Lis­te­ri­en ist stark vom Her­stel­lungs­ver­fah­ren und den La­ge­rungs­be­din­gun­gen ab­hän­gig - und das be­trifft noch vie­le an­de­re Le­bens­mit­tel. Ko­chen, Bra­ten, Ste­ri­li­sie­ren und Pas­teu­ri­sie­ren tö­tet die Lis­te­rio­se-Bak­te­ri­en ab. Da­ge­gen kön­nen Spei­sen mit …
Bei wer­den­den Müt­tern ist das Im­mun­sys­tem et­was re­du­ziert, da­mit das kind­li­che Ge­we­be im Kör­per, das ja ge­ne­tisch zur Hälf­te vom Va­ter stammt und so­mit Fremd­ge­we­be ist, nicht an­ge­grif­fen wird. Des­halb sind Schwan­ge­re in­fek­ti­ons­an­fäl­li­ger, wie z.B. auch klei­ne Kin­der und äl­te­re Men­schen, und die …
Ist Par­me­san aus Roh­milch? So­lan­ge Milch­er­zeug­nis­se nicht pas­teu­ri­siert (wär­me­be­han­delt) sind, kön­nen sie ge­fähr­li­che Er­re­ger ent­hal­ten, z.B. Lis­te­rio­se-Bak­te­ri­en. Bei Hart­kä­se und Ex­tra­hart­kä­se tra­gen aber ver­schie­de­ne Schrit­te bei der Her­stel­lung zur mi­kro­bio­lo­gi­schen Si­cher­heit die­ser Käse bei. …
Letzte Aktualisierung: 22.08.2022, BH

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