Väter mit Kinderwagen sitzen gemeinsam auf einer Bank
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Hey, hast du eine Minute für mich?

"Hey, hast du eine Minute für mich?" Manchmal braucht es nicht mehr. Ich weiss noch, wie ich einem engen Freund von mir, selbst schon Vater, diese Frage gestellt habe. Damals war mein Kopf voller Fragen und die Ungewissheit, was auf mich zukommen würde, nagte an mir. Ich wusste, es würde sich vieles ändern, und ich stellte fest, dass ich bei weitem nicht alle Antworten hatte. Wenn ich dies gegenüber meiner Partnerin erwähnen würde, würde ich ihr dann das Gefühl von Angst signalisieren? Würde ich sie damit beunruhigen, anstatt ihr Sicherheit zu geben?

In der heutigen Zeit wird von uns erwartet, dass wir jede Hürde, die sich uns in den Weg stellt, ohne Mühe überwinden. Dies macht uns zu "einsamen Kriegern", denn um Hilfe zu bitten, ist ein Zeichen der Schwäche. Ich kann euch aber versichern, dass dem nicht so ist! Wir Männer müssen den Weg nicht alleine gehen! Nach Hilfe zu fragen, zeigt eher Grösse anstatt Schwäche und ist der erste Schritt Antworten zu finden.

Manchmal finden wir es einfacher, mit Freunden über unsere Probleme zu reden anstatt mit dem eigenen Partner. Das muss nicht zwingend eine schlechte Sache sein. Hauptsache man kommuniziert und behält nicht alles für sich. Also habe ich versucht, meinen Freundeskreis, Väter und Nicht-Väter gleichermassen, mit diesem Thema zu konfrontieren. Zu meinem Erstaunen machte ich folgende Entdeckung:

  • Väter teilen ihre Erfahrungen sehr gerne mit dir. Sie werden dich mit Freude in den Kreis der „Vaterschaft“ aufnehmen und dir von ihren gemachten Erfahrungen erzählen. Am meisten hat sich jedoch bei mir der folgende Satz eingeprägt: "Mach dir keine Sorgen. Jeder wird dir sagen was du zu tun hast, denn jeder behauptet, es besser zu wissen. Nimm es nicht ganz so streng und mach lieber deine eigenen Erfahrungen. Jedes Kind ist anders, und deshalb muss  jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Du wirst das super machen." Dies gab mir Ruhe und Sicherheit, und es wurde mir klar, dass jeder versucht, sein Bestes zu geben. Wir werden alle Fehler machen. Das Wichtige ist, dass man auf seinen gesunden Menschenverstand vertraut und jeden Moment geniesst. Niemand ist perfekt und auch ein Baby erwartet nicht, dass man als frischgebackene Eltern gleich alles richtig macht. Man kann zusammen lernen.
  • Viele meiner Freunde, die noch keine Kinder haben, waren extrem engagiert als es darum ging, das Thema Hochzeit und Kinder zu thematisieren. Es war ein echtes Interesse da und es kam mir vor, als gäbe es ein inneres Verlangen, endlich mit jemanden über solche Themen zu reden. Sie haben sich öffentlich zu Themen wie die gemeinsame Zukunft mir ihren Partnerinnen, ihre Träume, ihre Gedanken und ihre Sorgen geäussert. Und dabei dachte ich, dass dies ein Gebiet sei, worüber sich nur die Frauenwelt unterhalte. Irgendwie konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass sich die Generation meines Vaters je über solche Themen in einer Männerrunde unterhalten hätte. Es ist jedoch schön festzustellen, dass wir Männer nun vielleicht soweit sind,  das Familienthema mit mehr Engagement und einem tieferen, echten Interesse zu verfolgen.

Also denke über deinen Freundeskreis für einen Moment nach. Wenn sich darin schon Väter befinden, gehe auf sie zu. Vielleicht gibt es sogar einen guten Freund, der noch keine Kinder hat, mit dem du dich aber über deine Gedanken unterhalten möchtest. Zwing sie aber nicht dazu, denn beide müssen sich schliesslich mit dem Thema wohl fühlen. Du wirst sehr schnell merken, ob du auf offene Ohren stösst. Sei nicht frustriert, wenn nicht jeder auf Anhieb dasselbe Interesse für dieses Thema aufbringt, wie du es gerade tust. Behalte einfach im Hinterkopf: wenn du Hilfe brauchst und reden möchtest, dann macht dich auf die Suche und du wirst Hilfe finden.

www.justaskdanny.ch

Letzte Aktualisierung : 02.2017, DR

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