Schwangere bei der Blutdruckkontrolle

Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups DRG)

Seit Januar 2012 gilt das neue Gesetzt der Fallpauschale für die ganze Schweiz. Die eidgenössischen Räte haben die Einführung von Fallpauschalen beschlossen, nach denen nun der Staat (zu mindestens 55%) und die Kassen die Rechnung bezahlen, wobei die Diagnose und die Behandlung ausschlaggebend sind und nicht die Anzahl der Spitaltage.

Konkret bedeutet das, dass sich neu die Kantone via Fallpauschale mit 55 Prozent an den Leistungen von Privatspitälern in der Grundversicherung beteiligen. Bedingung ist, die Privatspitäler müssen auf einer kantonalen Spitalliste sein. Bisher finanzierten sich die Privatspitäler ganz über die Grund- und Zusatzversicherung. Die Krankenkassen beteiligen sich via Grundversicherung mit der Fallpauschale nur noch mit 45 Prozent statt 50 Prozent an den Spitalkosten. Eingerechnet in die Pauschale sind jedoch auch die Investitionskosten der öffentlichen Spitäler, die vorher alleine die Kantone getragen haben. Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups DRG d.h. Diagnosebezogene Fallgruppen) sind eines der Instrumente der neuen Spitalfinanzierung, die zu mehr Transparenz bei den Behandlungen und einer leistungsgerechteren Vergütung der Spitäler und Kliniken führen sollen. Nicht mehr die Spitäler selbst als Institutionen werden finanziert, sondern ihre Leistungen am Patienten. Und diese Leistungen sollen auch qualitativ vergleichbar werden. In Zukunft werden Patientinnen und Patienten wissen, welches Spital welche Operation zu welchem Preis und in welcher Anzahl anbietet. Mit den Fallpauschalen erhalten Versicherte, Kantone und Versicherer transparente Vergleiche über die Menge und Preise der Leistungen unterschiedlicher Spitäler. Leistungen an Patienten werden anhand der Haupt- und Nebendiagnosen, dem Schweregrad und weiteren Kriterien sowie der durchgeführten Behandlungen in Fallgruppen klassifiziert. Das neue, gesamtschweizerische System der Fallpauschalen heisst SwissDRG.

Mit der freien Spitalwahl kann sich der Grundversicherte auch ausserkantonal behandeln lassen. Die freie Spitalwahl schliesst Privatspitäler mit ein, die auf einer Spitalliste sind. Eine Einschränkung gibt es: Wohnt der Patient in einem kostengünstigen Kanton und behandelt sich in einem teureren Kanton, so muss er die Differenz selber berappen.

Welche Vorteile bringt das neue System?

Durch das neue Tarifsystem SwissDRG sollen bestehende Wirtschaftlichkeitsreserven im Gesundheitswesen genutzt werden und es soll die Sicherstellung einer hohen Qualität, Patienten möglichst effizient zu behandeln. Das eingesparte Geld steht dann beispielsweise für besonders aufwändige Behandlungen zur Verfügung.

Verbesserungen dank SwissDRG Fallpauschalen

  • Mit Fallpauschalen werden die Kosten für medizinische Leistungen in den Spitälern vergleichbar und transparent.
  • Eine leistungsgerechte Vergütung wird ermöglicht.
  • Fallpauschalen leisten einen Beitrag zu einem ökonomisch tragbaren Gesundheitswesen in der Schweiz.
  • Fallpauschalen helfen den Spitälern, vorhandene Sparpotenziale zu nutzen und Prozesse zu optimieren.
  • Fallpauschalen fördern die Prozessorientierung innerhalb des Spitals und zwischen unterschiedlichen Leistungserbringen. Damit stärken sie die Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen und Institutionen.
  • Fallpauschalen vereinfachen die kantonsübergreifende Spitalplanung.
  • Fallpauschalen helfen dem medizinischen Fachpersonal, seine Arbeit einheitlich und effizient zu erledigen.

Der Patient soll weiterhin im Mittelpunkt stehen! Auch mit der schweizweit flächendeckenden Einführung von Fallpauschalen dürfen reine Kostenüberlegungen bei Behandlungsentscheidungen nicht wichtiger werden als der Patientennutzen.

Wer sollte von der neuen Spitalfinanzierung profitieren?

Bislang haben die Zusatzversicherten mit ihren Prämien die Grundversicherung quersubventioniert. Die Fallpauschale soll eine Vollkostenrechnung sein, also Quersubventionierungen von der Zusatz- in die Grundversicherung fallen weg. In die Zusatzversicherungen gehören nur noch Leistungen der Hotellerie, wie etwa ein Doppel- oder Einzelzimmer sowie die Wahl des Arztes.

Was passiert mit dem Zusatz "Allgemeine Abteilung ganze Schweiz"?

Auf den ersten Blick braucht es diese Zusatzversicherung in der alten Form nicht mehr, weil die Grundversicherten die freie Spitalwahl haben. Dem Versicherten werden jedoch nur die Kosten zum Tarif seines Wohnkantons erstattet. Falls er sich ausserkantonal zu einem teureren Tarif behandeln lässt, braucht er trotzdem noch eine Zusatzversicherung, die diesen Differenzbetrag begleicht.

Informieren Sie sich bei Ihrem Krankenversicherer, welche Leistungen in Ihren Zusatzversicherungen eingeschlossen sind.

Letzte Aktualisierung : 06.2018, AS