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Die Grund­ver­si­che­rung der Kran­ken­kas­se in der Schwan­ger­schaft

Was wird wäh­rend der Schwan­ger­schaft von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men?

Schwanger in der Küche mit Dokumenten und Laptop
©
iStock

Bei Mut­ter­schaft über­nimmt die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung ab der 13. Schwan­ger­schafts­wo­che bis 8 Wo­chen nach der Ge­burt nicht nur Be­hand­lungs­kos­ten, die un­ab­hän­gig von der Schwan­ger­schaft auf­tre­ten, son­dern auch be­son­de­re Leis­tun­gen der Mut­ter­schaft. Die­se Leis­tun­gen sind be­freit von Selbst­be­halt und Fran­chise

Die be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft


Die nach­fol­gen­den be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft wer­den ab der 13. Schwan­ger­schafts­wo­che bis 8 Wo­chen nach der Ge­burt von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nom­men:

  • 7 von Ärz­tin­nen oder Heb­am­men durch­ge­führ­ten Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen in­klu­si­ve La­borana­ly­sen ge­mäss Ana­ly­se­lis­te und zwei Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen (10.-12. SSW und 20.-23. SSW). 

  • Jede wei­te­re ärzt­lich ver­ord­ne­te Ul­tra­schall­un­ter­su­chung bei ei­ner Ri­si­ko­schwan­ger­schaft.

  • Die Kos­ten des Erst­tri­mes­ter­tests und bei er­höh­tem Ri­si­ko die­je­ni­gen des nicht-in­va­si­ven Prä­na­tal­tests NIPT.

  • Beim Ver­dacht oder dem Ri­si­ko ei­ner ge­ne­ti­schen Er­kran­kung die Kos­ten für eine Am­nio­zen­te­se so­wie Cho­ri­on­zot­ten­bi­op­sie.

  • 150 CHF für ei­nen von Heb­am­men ge­lei­te­ten Ge­burts­vor­be­rei­tungs­kurs.

  • Die Ge­burt zu Hau­se, in ei­nem Spi­tal oder ei­nem Ge­burts­haus, wel­ches auf der Spi­tal­lis­te er­fasst ist. Dazu ge­hö­ren auch die von Heb­am­men er­brach­ten Leis­tun­gen.

  • Die Pfle­ge und den Auf­ent­halt des ge­sun­den Neu­ge­bo­re­nen, so­lan­ge sich die Mut­ter im Spi­tal auf­hält.

  • 3 Still­be­ra­tun­gen von ei­ner Heb­am­me oder Still­be­ra­te­rin.

  • Haus­be­su­che von Heb­am­men bis 56 Tage nach der Ge­burt. Nach ei­ner Früh-, Mehr­lings- oder Kai­ser­schnitt­ge­burt oder bei Erst­ge­bä­ren­den höchs­tens 16 Haus­be­su­che, in al­len an­de­ren Si­tua­tio­nen höchs­tens 10 Haus­be­su­che in den ers­ten 10 Ta­gen. 

  • Eine ärzt­li­che Kon­troll­un­ter­su­chung 6 bis 10 Wo­chen nach der Ge­burt.

  • Me­di­ka­men­te, Hilfs­mit­tel wie zum Bei­spiel Kom­pres­si­ons­strümp­fe oder Ge­gen­stän­de wie eine Milch­pum­pe.

Was ge­nau und ab wann die Kran­ken­kas­se über­nimmt 


Die ob­li­ga­to­ri­sche Grund­ver­si­che­rung über­nimmt ab der 13. Schwan­ger­schafts­wo­che bis acht Wo­chen nach der Ge­burt sämt­li­che Leis­tun­gen, die die Mut­ter­schaft be­tref­fen ohne Selbst­be­halt und Fran­chise: Dies sind die be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft. Aber auch für die Kos­ten für Leis­tun­gen bei Krank­heit sind in­be­grif­fen, also auch die­je­ni­gen, die zum Bei­spiel bei Schwan­gerschsafts­kom­pli­ka­tio­nen an­fal­len oder sol­che, die un­ab­hän­gig von der Schwan­ger­schaft ent­ste­hen.

Die Kran­ken­kas­se darf also für die ge­setz­li­chen Mut­ter­schafts­leis­tun­gen in­klu­si­ve Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen oder Ge­burt we­der den Zehn-Pro­zent-Selbst­be­halt noch die Fran­chise ab­zie­hen, egal wie hoch die­se ist. Auch die 10 Fran­ken Selbst­be­tei­li­gung pro Spi­tal­tag darf die Kran­ken­kas­se nicht ver­lan­gen.

Meist fin­det die ers­te Schwan­ger­schafts­kon­trol­le be­reits zwi­schen er 6. und 9. Schwan­ger­schafts­wo­che statt. Die­se Kon­troll­un­ter­su­chun­gen, die vor der 13. Schwan­ger­schafts­wo­che durch­ge­führt wer­den, ge­hö­ren dar­um eben­falls zu den "be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft" und wer­den von der Kos­ten­be­tei­li­gung be­freit.

Über­nah­me der Kos­ten bei ei­ner Fehl­ge­burt


Eine Fehl­ge­burt vor der 13. Schwan­ger­schafts­wo­che fällt nicht un­ter die be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft, son­dern wird als Krank­heit de­fi­niert. Als Frau, die eine Fehl­ge­burt er­lei­det, sind Sie also dop­pelt ge­straft: Sie ver­lie­ren Ihr Kind und müs­sen die Be­hand­lung nach Ab­zug von  Fran­chise und Selbst­be­halt sel­ber be­zah­len. Auch die Kos­ten für eine not­wen­di­ge Cu­ret­ta­ge nach ei­ner Fehl­ge­burt oder we­gen ei­ner Wind­mo­le und von Ein­grif­fen bei Ei­lei­ter­schwan­ger­schaft wer­den also nicht voll­um­fäng­lich von der Kran­ken­kas­se über­nom­men.

In­itia­ti­ve ein­ge­reicht

Im April 2022 wurde im Schweizerischen Palament eine Initiative eingereicht, welche die Erstattung der Behandlungskosten bei Fehlgeburt, Windei oder Eileiterschwangerschaft und eine entsprechende Gesetzesänderung fordert.

Wer be­zahlt spe­zi­el­le Un­ter­su­chun­gen in der Schwan­ger­schaft?


Bei spe­zi­el­­len me­­di­zi­­ni­­schen Un­­­ter­­su­chun­­gen sol­l­­ten Sie sich vor­­her über die Kos­­ten­­über­­­nah­­me bei Ih­rer Kran­ken­ver­si­che­rung in­­­for­­mie­­ren. Die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nimmt den nicht-in­va­si­ven Prän­anatl­test (NIPT). Be­din­gung für die Ver­gü­tung die­ses Blut­tests ist aber, dass ein so­ge­nann­ter Erst­tri­mes­ter-Test durch­ge­führt wor­den ist und die­ser ein er­höh­tes Ri­si­ko für eine kind­li­che Chro­mo­so­men­stö­rung er­ge­ben hat. Liegt kei­ne In­di­ka­ti­on vor, muss die wer­den­de Mut­ter sol­che Un­ter­su­chun­gen aus der ei­ge­nen Ta­sche be­zah­len.

Auch für die Kos­ten­über­nah­me ei­ner Am­nio­zen­te­se, Cho­ri­on­bi­op­sie oder Cordo­zen­te­se müs­sen be­stimm­te Be­din­gun­gen er­füllt sein.

Arzt oder Heb­am­me: Spielt kos­ten­tech­nisch kei­ne Rol­le


Zu den be­son­de­ren Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft ge­hö­ren so­wohl die ärzt­li­chen als auch die Leis­tun­gen der Heb­am­men. Die Leis­tun­gen die­ser bei­den Be­rufs­grup­pen sind laut Kran­ken­pfle­ge­ge­setz be­züg­lich Ab­rech­nung gleich­ge­stellt.

Na­tur­heil­ver­fah­ren müs­sen durch eine Zu­satz­ver­si­che­rung ab­ge­deckt wer­den, klä­ren Sie also vor ei­ner ent­spre­chen­den Be­hand­lung bei Ih­rer Kran­ken­kas­se ab, ob die Kos­ten über­nom­men wer­den.

Zu­sam­men­ge­fasst: Was be­zahlt die Kran­ken­kas­se in der Schwan­ger­schaft?

In den ersten 12 Schwangerschaftswochen: Nur die Kontrolluntersuchungen, die vor der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, gehören zu den "besonderen Leistungen bei Mutterschaft" und sind von der Kostenbeteiligung befreit. Kosten für Schwangerschaftskomplikationen gelten als Krankheit und gehen zulasten der Schwangeren.

Fehlgeburt vor der 13. Schwangerschaftswoche: Verliert eine Frau bis zum Beginn der 13. Schwangerschaftswoche ihr Kind, gilt dies als Krankheit. In diesem Fall müssen Franchise und Selbstbehalt von der Schwangeren übernommen werden.

Ab der 13. Schwangerschaftswoche: Der Selbstbehalt und die Franchise entfallen bei allen Behandlungen – auch wenn diese nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben – und zwar bis acht Wochen nach der Geburt des Kindes.

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Letzte Aktualisierung: 29.06.2022, AS/KM

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