Mutter hält ihr schreiendes Neugeborenes im Arm
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Aufschub des Mutterschaftsurlaubes

Normalerweise beginnt der Anspruch auf das Mutterschaftsgeld erst mit der Geburt des Kindes. Wenn aber ein Neugeborenes (z.B. Frühgeborenes) während mindestens 3 Wochen im Spital bleiben muss, würde sich die Zeit, während der sich die Mutter zu Hause um das Kind kümmern könnte, verkürzen. Dies wäre natürlich nicht im Sinne des Mutterschaftsurlaubes. Deshalb kann in diesem Fall die Mutter einen Aufschub der Entschädigung beantragen (Art. 16c Abs. 2 EOG, Art. 24 EOV). In den ersten 8 Wochen nach der Geburt gilt ein absolutes Arbeitsverbot. Der Verdienstausfall zwischen Geburt und Beginn des aufgeschobenen Mutterschaftsurlaubes ist in der Regel vom Arbeitgeber zu bezahlen, sofern ein Arztzeugnis die Arbeitsunfähigkeit der Mutter bestätigt.  

Den Aufschub muss die Mutter zusammen mit der Anmeldung für das Mutterschaftsgeld beantragen und zusätzlich ein ärztliches Zeugnis beilegen, in dem die Dauer des Spitalaufenthaltes des Kindes bestätigt wird. Wird der Mutter der Aufschub bewilligt, beginnt der bezahlte 14-wöchige Mutterschaftsurlaub dann erst an demjenigen Tag, an welchem das Kind nach Hause kommt. Bei einer Mehrlingsgeburt könnte der Aufschub auch verlangt werden, wenn nur eines der Kinder im Spital bleiben muss.

 

Newsticker

Mutterschaftsurlaub | 14.12.2016

Muss ein Neugeborenes (z.B. wegen Frühgeburt) für mehr als drei Wochen im Spital bleiben, soll die Mutter länger Mutterschaftsentschädigung erhalten, hat der Ständerat gestern einstimmig entschieden. Man kann erwarten, dass auch der Nationalrat zustimmen wird. Normalerweise unterliegt die Mutter für acht Wochen nach der Geburt einem Arbeitsverbot (Mutterschaftsurlaub). Die Mutterschaftsentschädigung setzt aber erst ein am Tag, an dem das Kind nach Hause entlassen wird und endet am 98. Tag. Bei einem längeren Krankenhausaufenthalt des Neugeborenen und Aufschub der Mutterschaftsentschädigung war bisher das Einkommen nicht gesichert. Die Verlängerung auf 56 zusätzlich bezahlte Tage ermöglicht eine Risikoverteilung zwischen allen Arbeitgebern und vermeidet, dass einzelne von ihnen zusätzlich belastet werden. Mehr…

Letzte Aktualisierung : 21-05-18, PvE / CF / NK

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