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Schwangere drückt Zahnpasta auf Zahnbürste
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Zahn­pfle­ge und Mund­hy­gie­ne


Jede Schwan­ger­schaft kos­tet ei­nen Zopf und ei­nen Zahn, sagt der Volks­mund. Ganz un­recht hat die­se Weis­heit nicht: Hor­mon­ver­än­de­run­gen wäh­rend der Schwan­ger­schaft ma­chen das Zahn­fleisch tat­säch­lich emp­find­li­cher. So­mit kommt leich­ter zu Zahn­fleisch­blu­ten und die Bak­te­ri­en, die am Zahn­be­lag haf­ten, ir­ri­tie­ren es stär­ker und schnel­ler als sonst.

So pfle­gen Sie ihre Zäh­ne in der Schwan­ger­schaft rich­tig


Eine sorg­fäl­ti­ge Pfle­ge der Zäh­ne und der Mund­höh­le ist also wäh­rend der Schwan­ger­schaft be­son­ders wich­tig. Das heisst: Min­des­tens zwei­mal täg­lich und min­des­tens drei Mi­nu­ten lang die Zahn­be­lä­ge mit ei­ner Zahn­bürs­te ent­fer­nen und eine an­ti­bak­te­ri­el­le Mund­spü­lung ver­wen­den, um das Plaque-Wachs­tum zu­sätz­lich zu hem­men. Mit ei­ner zu­cker- und säu­re­ar­me Er­näh­rung kön­nen Sie eben­falls zu ei­ner gu­ten Mund­hy­gie­ne bei­tra­gen.

Ver­wen­den Sie dazu eine wei­che Bürs­te mit ab­ge­run­de­ten Bors­ten und pfle­gen Sie auch Ihre Zahn­zwi­schen­räu­me. Für das da­für rich­ti­ge Mit­tel wie Zahn­sei­de, Zahn­holz oder Zahn­zwi­schen­raum­bürst­chen las­sen Sie sich am bes­ten von Ih­rer Den­tal­hy­gie­ni­ke­rin be­ra­ten.

Fluo­rid­hal­ti­ge Zahn­pas­ta ist eine gute Vor­sor­ge ge­gen Ka­ri­es in der Schwan­ger­schaft und eben­so in der Still­zeit. Fluo­ri­de sind Sal­ze des Ele­ments Flu­or. Sie le­gen sich wie eine schüt­zen­de Schicht um den Zahn­schmelz und die Zäh­ne sind da­mit bes­ser vor An­grif­fen von Zu­cker und Säu­ren ge­schützt. Aus­ser­dem ge­ben Fluo­ri­de dem Zahn wich­ti­ge Mi­ne­ra­li­en zu­rück, die er durch Säu­re­an­grif­fe ver­lo­ren hat. Es lohnt sich also, beim Ein­kauf auf Zahn­pas­ten mit Fluo­rid zu ach­ten und fluo­ri­d­ier­tes Koch­salz zu kau­fen.

Für zu­sätz­li­chen Schutz gibt es hoch­kon­zen­trier­tes Fluo­ridgel und fluo­rid­hal­ti­ge Mund­spül­lö­sun­gen. Das Ge­lée soll­te min­des­tens ein­mal wö­chent­lich ein­ge­bürs­tet wer­den. Sie kön­nen aber auch täg­lich eine Flu­or­ta­blet­te (1 mg) ein­neh­men. Hal­ten Sie die Do­sie­rungs­emp­feh­lun­gen ge­nau ein, denn Fluo­ri­de wir­ken vor al­lem, wenn sie täg­lich in klit­ze­klei­nen Do­sen ein­ge­nom­men wer­den.

Muss ich in der Schwan­ger­schaft zum Zahn­arzt?


Die Kon­trol­le durch eine Fach­per­son ist wich­tig, um Ri­si­ken für Sie und das un­ge­bo­re­ne Kind mög­lichst ge­ring zu hal­ten. Da wäh­rend der Schwan­ger­schaft aber mög­lichst kei­ne Rönt­gen­bil­der ge­macht wer­den soll­ten, ist es rat­sam, wenn Frau­en mit Kin­der­wunsch schon vor der Schwan­ger­schaft ih­ren Zahn­arzt auf­su­chen. 

Wenn die Zahn­pfle­ge zur Qual wird


Man­che Schwan­ge­re lei­den un­ter so star­ker Übel­keit, dass sie schon beim An­blick ei­ner Zahn­bürs­te er­bre­chen müs­sen. Vor al­lem bei Be­rüh­rung der Ba­cken­zäh­ne wird leicht der Brech­reiz aus­ge­löst.

Ver­su­chen Sie, erst dann die Zäh­ne zu put­zen, wenn Sie schon eine Klei­nig­keit ge­ges­sen ha­ben. Ver­wen­den Sie dazu eine wei­che Kin­der­zahn­bürs­te oder so­gar Ihre Fin­ger mit we­nig Zahn­pas­ta dar­auf. Als Not­lö­sung kön­nen Sie auch nach dem Es­sen ein zu­cker­frei­es Kau­gum­mi kau­en, denn da­durch wird die Spei­chel­pro­duk­ti­on an­ge­regt und die Zäh­ne wer­den gründ­lich um­spült. Auch wenn Sie eine Zeit­lang nur eine des­in­fi­zie­ren­de Mund­spü­lung be­nut­zen, ist dies bes­ser als nichts.

Nach schwan­ger­schafts­be­ding­tem Er­bre­chen ist die Neu­tra­li­sa­ti­on der Mund­höh­le sehr wich­tig ist. War­ten Sie dann eine hal­be Stun­de mit dem Zäh­ne put­zen. Spü­len Sie zu­nächst nur gründ­lich mit Was­ser. Der durch die Ma­gen­säu­re an­ge­grif­fe­ne Schmelz wird sonst durch die Zahn­bürs­te noch wei­ter ge­schä­digt.

Kein Bleaching in der Schwan­ger­schaft


Auf das Zäh­ne­blei­chen soll­ten Sie in der Schwan­ger­schaft und Still­zeit ver­zich­ten. Bleich­mit­tel in so ho­her Kon­zen­tra­ti­on kön­nen das Zahn­fleisch an­grei­fen, das ge­ra­de bei Schwan­ge­ren sehr emp­find­lich und stär­ker durch­blu­tet ist. Zahn­ärz­te ra­ten statt­des­sen zur pro­fes­sio­nel­len Zahn­rei­ni­gung (Den­tal­hy­gie­ne), wo­mit auch eine ge­wis­se Auf­hel­lung er­reicht wer­den kann.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Zur Si­che­rung der Re­ser­ven und Ka­ries­pro­phy­la­xe der wer­den­den Mut­ter wird die Auf­nah­me von ca. 2 mg Na­tri­um­fluo­rid pro Tag von ei­ni­gen Ex­per­ten emp­foh­len; das ent­spricht 1 mg Fluo­rid in Ta­blet­ten­form. Die­se Emp­feh­lung gilt vor al­lem, wenn der Fluo­rid­ge­halt des Trink­was­sers un­ter 0,3 mg pro Li­ter …
Senkt gute Zahn­hy­gie­ne das Früh­ge­burts­ri­si­ko? Schwan­ge­re ha­ben ein er­höh­tes Ri­si­ko für Gin­gi­vi­tis (Zahn­fleisch­ent­zün­dung) und Par­odon­ti­tis (Zahn­bett­ent­zün­dung). Eine fort­ge­schrit­te­ne Par­odon­ti­tis scheint das Ri­si­ko zu er­hö­hen, dass das Kind vor der 37. Schwan­ger­schafts­wo­che und/oder mit ei­nem …

In­ter­view

Dr. med. dent. Catherine Weber: "Zahnpflege in der Schwangerschaft"

kurz&bündigkurz&bündig
9/21/2018
Mutter und Tochter am Zähneputzen

Zahn um Zahn

Was ist dran an der Re­dens­art „Je­des Kind kos­tet die Mut­ter ei­nen Zahn“? Nach Aus­wer­tung von Da­ten von mehr als 34.000 …
Letzte Aktualisierung: 21.10.2020, BH/CS
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