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Frau sitzt auf dem Sofa und hält sich den Bauch
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iStock

Wie­der­hol­te Fehl­ge­bur­ten


In sel­te­nen Fäl­len ha­ben Frau­en wie­der­hol­te Fehl­ge­bur­ten, d.h. drei oder mehr hin­ter­ein­an­der. Frü­her wur­de da­für der Be­griff ha­bi­tu­el­ler ("ge­wohn­heits­mäs­si­ger") Ab­ort ver­wen­det, der aber in­so­weit un­zu­tref­fend ist, da min­des­tens 60 – 70 % al­ler Frau­en mit drei Fehl­ge­bur­ten hin­ter­ein­an­der beim dar­auf­fol­gen­den Ver­such eine Schwan­ger­schaft aus­tra­gen kön­nen. Heu­te ver­wen­det man eher den Be­griff re­pe­ti­ti­ver Ab­ort. Bei den meis­ten Frau­en sind wie­der­hol­te Fehl­ge­bur­ten ein­fach durch sta­tis­ti­sche Wahr­schein­lich­keit oder Pech be­dingt.

Hier­zu ei­ni­ge sta­tis­ti­sche Zah­len:

  • Frau­en mit ei­nem ge­sun­den Kind und bis­her
    - kei­ner Fehl­ge­burt: 12 % Fehl­ge­burts­ri­si­ko in der nächs­ten Schwan­ger­schaf-
    - ei­ner Fehl­ge­burt: 24 % Fehl­ge­burts­ri­si­ko in der nächs­ten Schwan­ger­schaft
    - zwei Fehl­ge­bur­ten: 26 % Fehl­ge­burts­ri­si­ko in der nächs­ten Schwan­ger­schaft
    - drei Fehl­ge­bur­ten: 32 % Fehl­ge­burts­ri­si­ko in der nächs­ten Schwan­ger­schaft

  • Frau­en, die noch kein ge­sun­des Kind ge­bo­ren ha­ben und
    - zwei oder mehr Fehl­ge­bur­ten hat­ten: 40 - 45 % Fehl­ge­burts­ri­si­ko in der nächs­ten Schwan­ger­schaft

Es kann aber sel­ten auch me­di­zi­ni­sche Grün­de für wie­der­hol­te Fehl­ge­bur­ten ge­ben, wes­halb eine ge­naue­re Ab­klä­rung bei mehr als zwei Fehl­ge­bur­ten durch­aus sinn­voll sein kann: Viel­leicht hat ein El­tern­teil eine Ver­an­la­gung zu Chro­mo­so­men­stö­run­gen, die sich erst beim Nach­wuchs be­merk­bar macht (so­ge­nann­te ba­la­cier­te Trans­lo­ka­ti­on), oder bei der wer­den­den Mut­ter be­steht eine Er­kran­kung, die Fehl­ge­bur­ten be­güns­tigt, z.B. eine Zer­vi­x­in­suf­fi­zi­enz (Mut­ter­mund­schwä­che) oder hor­mo­nel­le Stö­run­gen, wie eine Gelb­kör­per­schwä­che (Pro­ges­te­ron­man­gel) oder eine Über­pro­duk­ti­on männ­li­cher Ge­schlechts­hor­mo­ne und po­ly­zys­ti­sche Ova­ri­en. Auch eine Nei­gung zu win­zi­gen Blut­ge­rinn­seln, z.B. beim An­ti­phos­pho­li­pid-Syn­drom, wird als Er­klä­rung ge­ge­ben. Mit ent­spre­chen­der Be­hand­lung (z.B. Aus­gleich der Hor­mon­spie­gel oder Gabe ei­nes blut­ver­dün­nen­den Me­di­ka­ments wie Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re) und kon­se­quen­ter Über­wa­chung ha­ben auch die­se Frau­en gute Aus­sich­ten auf eine er­folg­rei­che nach­fol­gen­de Schwan­ger­schaft.

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