Anzeige

Schwei­ne­grip­pe: Sym­pto­me, An­ste­ckung, Vor­beu­gung

Schwangere wäscht sich die Hände
©
iStock

Sym­pto­me
Nach bis­he­ri­gen Er­kennt­nis­sen sind die Sym­pto­me der Schwei­ne­grip­pe prak­tisch die­sel­ben wie bei ei­ner nor­ma­len Grip­pe: Es han­delt sich um eine aku­te Atem­wegs­er­kran­kung mit Fie­ber über 38 Grad. Beim ganz ty­pi­schen Ver­lauf fühlt man sich zu­nächst sehr krank,  mit Fie­ber und Schüt­tel­frost, Mus­kel-, Kopf- oder Ge­lenk­schmer­zen. Man­che Pa­ti­en­ten lei­den zu­dem un­ter Mü­dig­keit oder Ap­pe­tit­lo­sig­keit. Da­nach erst, dh. ei­ni­ge Stun­den spä­ter, kom­men Hals­schmer­zen, Hus­ten und Schnup­fen hin­zu. Das Fie­ber kann bei ei­nem un­ty­pi­schen Ver­lauf al­ler­dings sel­ten auch feh­len! Zu­sätz­lich kön­nen Übel­keit, Er­bre­chen oder Durch­fall auf­tre­ten, vor al­lem bei Klein­kin­dern.

An­ste­ckung
Die be­trof­fe­nen Per­so­nen sind schon wäh­rend des Aus­bruchs der Krank­heit an­ste­ckend, also ei­nen Tag be­vor die Sym­pto­me auf­tre­ten. Ein Er­wach­se­ner kann das Vi­rus noch drei bis sie­ben Tage nach Aus­bruch der Krank­heit wei­ter­ge­ben, Kin­der sind je­doch häu­fig viel län­ger an­ste­ckend. Die Über­tra­gung er­folgt leicht von Mensch zu Mensch über Tröpf­chen­in­fek­ti­on beim Hus­ten oder Nie­sen oder durch Be­rüh­rung ver­un­rei­nig­ter Ober­flä­chen (etwa der Hän­de beim Hän­de­schüt­teln, von Tür­klin­ken etc.). Auf den üb­li­chen Be­grüs­sungs­kuss bzw. eine Um­ar­mung soll­te da­her in nächs­ter Zeit ver­zich­tet wer­den. Auch Men­schen­an­samm­lun­gen, wie über­füll­te Nah­ver­kehrs­mit­tel, Fuss­ball­spie­le, Kon­zer­te und Volks­fes­te, sind - wenn mög­lich - zu mei­den. Ein re­la­tiv si­che­rer Ab­stand ist ca. ein Me­ter.

Vor­beu­gung
Zur Vor­beu­gung ei­ner An­ste­ckung ist es wich­tig, sich häu­fig die Hän­de mit war­mem Was­ser und (am bes­ten flüs­si­ger) Sei­fe wäh­rend min­des­tens 20 Se­kun­den gründ­lich zu wa­schen. Da­bei soll­te man die Hän­de gut an­ein­an­der rei­ben und auch die ein­zel­nen Fin­ger, die Haut in den Zwi­schen­räu­men so­wie die Dau­men sorg­fäl­tig wa­schen. Wenn Was­ser und Sei­fe feh­len oder nur schwie­rig zu er­hal­ten sind, so kann man statt­des­sen ein ge­eig­ne­tes Des­in­fek­ti­ons­mit­tel für die Hän­de be­nut­zen (Des­in­fek­ti­ons­tü­cher aus der Apo­the­ke/Dro­ge­rie). Die ei­ge­nen Au­gen, Nase oder Mund soll­ten mög­lichst sel­ten be­rührt wer­den. Denn das Vi­rus wird auch über­tra­gen, wenn Per­so­nen eine ver­un­rei­nig­te Ober­flä­che (etwa eine Tür­klin­ke, ei­nen Tisch oder eine frem­de Hand) be­rüh­ren und die ver­seuch­ten Hän­de da­nach an die ei­ge­nen Au­gen, die Nase oder den Mund füh­ren. Stu­di­en ha­ben ge­zeigt, dass das Vi­rus ei­ni­ge Stun­den auf sol­chen Ober­flä­chen über­dau­ert und noch an­ste­ckend sein kann.

Die im Han­del er­hält­li­chen Ge­sichts­mas­ken zu tra­gen, schützt ei­nen Ge­sun­den nicht vor ei­ner An­ste­ckung. Wenn sie von Er­krank­ten ge­tra­gen wer­den, re­du­ziert sich aber die Ge­fahr der Vi­russtreu­ung. Mas­ken sind also eher ein Schutz für an­de­re als für sich selbst, und des­halb schon sinn­voll. Das BAG rät zu ei­nem Vor­rat von ca. 50 Mas­ken. Im­pro­vi­sie­ren kann man auch mit ein­fa­chen Tü­chern (z.B. Nu­sche­li), die man lo­cker über Mund und Nase bin­det.

Auf kei­nen Fall soll­ten Grip­pe­me­di­ka­men­te wie Ta­mi­flu® (Kap­seln) und Re­len­za® (Spray) vor­sorg­lich von noch nicht Er­krank­ten ein­ge­nom­men wer­den. Im Fal­le von Ta­mi­flu® hat das schon ge­fähr­li­che Re­sis­ten­zen ge­zeigt. Auch die so­for­ti­ge Ein­nah­me bei Er­käl­tungs­sym­pto­men ist nicht ge­recht­fer­tigt: Bei ei­ner harm­lo­sen Er­käl­tung nüt­zen an­ti­vi­ra­le Prä­pa­ra­te nichts, ha­ben aber nicht sel­ten un­an­ge­neh­me Ma­gen-Darm-Ne­ben­wir­kun­gen. Das gilt auch für Schwan­ge­re: In ei­ner Pan­de­mie­wel­le sind wie­der­hol­te Be­geg­nun­gen mit Er­krank­ten fast un­ver­meid­lich und so­mit wäre eine Schwan­ge­re fast un­un­ter­bro­chen mit Ta­mi­flu® zu be­han­deln. Den­noch kann dies mit ei­ner Schwan­ge­ren, die in ei­nem be­son­de­ren Ri­si­ko­be­reich mit vie­len Kon­tak­ten ar­bei­tet, be­spro­chen wer­den und auf Wunsch kann un­ter Um­stän­den eine pro­phy­lak­ti­sche, nied­ri­ger do­sier­te Gabe von Ta­mi­flu® über 10 Tage an­ge­bracht sein.

Be­stel­len Sie nie­mals Ta­mi­flu® o.ä. im In­ter­net! Die­ses Grip­pe­mit­tel muss ärzt­li­cher­seits ver­ord­net wer­den; re­zept­frei er­hält­li­che Prä­pa­ra­te sind mit ho­her Wahr­schein­lich­keit Fäl­schun­gen und ber­gen Ri­si­ken für Ihre Ge­sund­heit.

Gut ge­koch­tes oder ge­bra­te­nes Schwei­ne­fleisch kann ri­si­ko­los ge­ges­sen wer­den. Beim Es­sen sind je­doch jene Vor­sichts­mass­nah­men ein­zu­hal­ten, die auch bei ei­ner sai­so­na­len Grip­pe gel­ten: Kran­ke Men­schen sol­len kei­ne Spei­sen zu­be­rei­ten und sie sol­len Nah­rungs­mit­tel, die sie be­rührt oder an­ge­bis­sen ha­ben, nicht wei­ter­ge­ben. Auch sol­len Kran­ke und Ge­sun­de nicht aus dem­sel­ben Ge­schirr oder mit dem­sel­ben Be­steck es­sen, aus dem­sel­ben Glas oder mit dem­sel­ben Stroh­halm trin­ken.

Ist der Artikel hilfreich?
Ist der Artikel hilfreich?
Letzte Aktualisierung: 01.10.2009, BH

Mehr zum The­ma

Ak­tu­el­les

kurz&bündigkurz&bündig
6/20/2022
Baby bekommt eine Spritze

An­ti­bio­ti­ka schwä­chen Imp­fung

Klein­kin­der, die häu­fig An­ti­bio­ti­ka be­kom­men ha­ben, re­agie­ren mög­li­cher­wei­se schlech­ter auf wich­ti­ge Schutz­imp­fun­gen. …

Auch in­ter­es­sant

Neu­es­te Ar­ti­kel

Unsere Partner

Anzeige
Anzeige