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Schwei­ne­grip­pe und schwan­ger?

Frau liegt auf dem Sofa und putzt sich die Nase
©
iStock

Für eine vor­ge­burt­li­che kind­li­che Schä­di­gung durch den Grip­pe­vi­rus (egal ob sai­so­na­le Grip­pe oder Schwei­ne­grip­pe) gibt es bis­her kei­nen An­halt - al­ler­dings ist das eine vor­sich­ti­ge Aus­sa­ge, denn es gibt noch zu­we­ni­ge er­krank­te Schwan­ge­re, die da­nach ent­bun­den ha­ben, um sta­tis­ti­sche Aus­sa­gen zu ma­chen. Fach­leu­te schlies­sen eine mög­li­che Ge­fähr­dung des Un­ge­bo­re­nen nicht aus, wenn eine Frau im ers­ten Drit­tel der Schwan­ger­schaft er­krankt. Al­ler­dings ist die­se dann höchst­wahr­schein­lich nicht durch die Über­tra­gung des Vi­rus (wie z.B. bei Rö­teln) be­dingt, son­dern durch das hohe Fie­ber, das zu den ers­ten und wich­tigs­ten Sym­pto­men je­der Grip­pe ge­hört.

Den­noch ist die Schwei­ne­grip­pe für Schwan­ge­re be­son­ders ge­fähr­lich: Sie er­kran­ken schwe­rer und ha­ben eine mehr­fach er­höh­te Kom­pli­ka­ti­ons­ra­te, was sich auch dar­in zeigt, dass un­ter den To­des­op­fern welt­weit über­pro­por­tio­nal vie­le Schwan­ge­re wa­ren.

Wenn eine schwan­ge­re Frau Grip­pe-Sym­pto­me (d.h. Fie­ber über 38 °C und Be­schwer­den ei­ner Atem­wegs­in­fek­ti­on, s.o.) auf­weist, soll­te sie schnellst­mög­lich ei­nen Arzt oder eine Ärz­tin an­ru­fen, die das wei­te­re Vor­ge­hen mit ihr be­spre­chen. Sie soll­te sich kei­nes­falls ohne Vor­anmel­dung in die Pra­xis oder in die Not­fall­sta­ti­on des Spi­tals be­ge­ben, da sonst die Ge­fahr be­steht, dass sie im War­te­zim­mer an­de­re Per­so­nen in­fi­ziert. Mit Hil­fe ei­nes Schnell­tests (Ra­chen­ab­strich) kann in­ner­halb von 12 Stun­den eine Dia­gno­se ge­stellt wer­den.

Falls es sich um eine Grip­pe bzw. Schwei­ne­grip­pe (= In­flu­en­za) und nicht nur um eine harm­lo­se Er­käl­tung han­delt, soll­te die Be­hand­lung so früh wie mög­lich, in­ner­halb von 36 bis ma­xi­mal 48 Stun­den, be­gon­nen wer­den. An­ti­vi­ra­le Me­di­ka­men­te, v.a. Ta­mi­flu® oder Re­len­za®, sind da­bei eine wich­ti­ge Mass­nah­me, die über vier bis fünf Tage durch­ge­führt wird. Die Kos­ten wer­den von der Kran­ken­kas­se über­nom­men.

Zur­zeit ist we­nig be­kannt, ob der Wirk­stoff von Ta­mi­flu® auf den Em­bryo oder den Fe­tus ei­nen ne­ga­ti­ven Ein­fluss ha­ben kann. In An­be­tracht der mög­li­chen schwer­wie­gen­den Kom­pli­ka­tio­nen ei­ner sol­chen In­fek­ti­on in der Schwan­ger­schaft sind je­doch die po­ten­ti­el­len Ri­si­ken der Ta­mi­flu®-The­ra­pie im 2. und 3. Tri­mes­ter als deut­lich klei­ner zu er­ach­ten als die Ri­si­ken ei­ner In­fek­ti­on durch die­se Grip­pe. Aus die­sem Grun­de wird eine The­ra­pie in den letz­ten sechs Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft klar emp­foh­len. Nicht ganz so ein­deu­tig ist die Emp­feh­lung für die ers­ten 12 Schwan­ger­schafts­wo­chen: Ob­wohl die we­ni­gen vor­han­de­nen pu­bli­zier­ten Da­ten über Ta­mi­flu® bei Schwan­ge­ren dar­auf hin­deu­ten, dass im 1. Tri­mes­ter kein Te­ra­to­ge­ni­täts­ri­si­ko (Ge­fahr ei­ner Schä­di­gung des un­ge­bo­re­nen Kin­des) be­steht, soll­te es in der Früh­schwan­ger­schaft nur un­ter vor­sich­ti­ger Ab­wä­gung von Nut­zen und Ri­si­ko ver­ord­net wer­den.

Letzte Aktualisierung: 08.08.2022, BH

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