Planzenmilch für Babys und Kleinkinder
Worauf Eltern achten sollten, wenn sie pflanzliche Milchalternativen für die Baby- und Kinderernährung verwenden möchten.
Das Sortiment an pflanzlichen Milchalternativen wächst und die Drinks erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Was Sie wissen müssen, wenn Sie diese Produkte für die Ernährung Ihres Babys oder Kleinkinds verwenden möchten.
Welche Milchalternativen gibt es?
Milchalternativen werden hergestellt aus Hafer, Reis, Dinkel, Hirse, Mandeln, Haselnüssen, Cashews, Hanf, Kokosnuss, Soja, Erbsen oder Lupinen. Es gibt sie nicht nur naturbelassen, sondern auch aromatisiert oder mit Zusätzen wie Mineralstoffen oder Vitaminen angereichert. Manchen Produkten werden ausserdem Zucker, Salz, Pflanzenöl, Verdickungsmittel und weitere Zutaten zugesetzt.
Was unterscheidet Pflanzenmilch von Kuhmilch?
Je nachdem, aus welcher Grundzutat die pflanzlichen Drinks hergestellt werden, sind sie ganz unterschiedlich in ihrer Zusammensetzung. Gemeinsam ist jedoch allen, dass sie ein anderes Nährstoffprofil als Kuhmilch haben.
Ein grosser Unterschied besteht in Bezug auf die Proteine. Hier sind einzig Soja- und Erbsenmilch vergleichbar mit Kuhmilch. Alle anderen Milchalternativen enthalten deutlich weniger oder kein Eiweiss.
Auch Kalzium ist in vielen Pflanzendrinks von Natur aus nicht oder nur geringfügig enthalten. Aus diesem Grund werden viele Produkte damit angereichert. Jod, Vitamin B2, Vitamin D und Vitamin B12 sind in den Milchalternativen ebenfalls nicht enthalten und werden manchen Produkten zugesetzt.
Pflanzliche Milchalternativen enthalten keinen Milchzucker und sind daher für eine laktosefreie Ernährung geeignet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie zuckerfrei sind. Je nach Herstellungsprozess und Grundzutat enthalten sie von Natur aus Zucker oder werden gesüsst, um den Geschmack zu verbessern. Steht auf der Packung "ohne Zuckerzusatz", bedeutet dies nur, dass kein zusätzlicher Zucker beigefügt wurde und nicht, dass die Milchalternative komplett zuckerfrei ist. Unter den Nährwertangaben ist aufgeführt, wie viele Kohlenhydrate das Produkt enthält und wie viel davon Zucker ist.
Milchalternativen sind meist kalorienärmer als Kuhmilch. Ausserdem enthalten sie weniger gesättigte und mehr ungesättigte Fettsäuren, was für Erwachsene ein gesundheitlicher Vorteil sein könnte. Für Babys und Kleinkinder ist eine ausreichende Energie- und Fettzufuhr jedoch sehr wichtig.
Eignen sich Pflanzendrinks für Babys und Kinder?
Aufgrund ihrer Zusammensetzung eignen sich pflanzliche Milchalternativen nicht als Ersatz für Muttermilch oder fertige Säuglingsnahrung. Sie liefern nicht die Nährstoffe, die ein Baby für ein gesundes Gedeihen benötigt. Auch zum Trinken für zwischendurch sind Pflanzendrinks nicht empfehlenswert, da sie oftmals viel Zucker enthalten und somit den Zähnen schaden können. Babys, die bereits Beikost essen und Kleinkinder sollten Wasser oder ungesüssten Tee trinken, um den Durst zu stillen.
In kleinen Mengen können Milchalternativen zur Zubereitung von Beikost verwendet werden. Im ersten Lebensjahr sind jedoch weder Reis- noch Sojamilch empfehlenswert. Reismilch ist nicht nur arm an wichtigen Nährstoffen, sie ist auch aufgrund ihres Arsengehalts für Babys und Kleinkinder ungeeignet. Sojaproteine können Allergien verursachen. Ausserdem ist nicht abschliessend geklärt, ob die in Soja enthaltenen Isoflavone (Phytoöstrogene) eine hormonelle Wirkung haben. Auf kinderärztliche Verordnung kann in Ausnahmefällen Säuglingsnahrung mit Soja zum Einsatz kommen. Diese ist allerdings nicht identisch mit den im Detailhandel erhältlichen Sojadrinks.
Für Kleinkinder können zuckerarme pflanzliche Milchalternativen zum Kochen, zur Zubereitung von Müesli und Flocken oder gelegentlich als Kakaogetränk verwendet werden. Bedenken Sie jedoch, dass dies die Milchprodukte nicht ersetzen kann, die für eine gesunde Kinderernährung empfohlen werden.
Worauf achten bei der Ernährung?
Konsumiert Ihr Kind wenig oder keine tierischen Milchprodukte, ist es wichtig, dass es alle benötigten Nährstoffe auf andere Weise bekommt. Kalzium kommt z. B. in Broccoli oder Tofu sowie in kalziumreichem Mineralwasser vor. Für die ausreichende Versorgung mit Jod sollten Sie stets jodiertes Speisesalz verwenden. Um den Bedarf an Vitamin B2 zu decken, sollten Sie Vollkornprodukte bevorzugen.
Falls Sie ganz auf tierische Lebensmittel verzichten, ist insbesondere die Versorgung mit Vitamin B12 problematisch, da dieses in pflanzlichen Lebensmitteln nicht vorkommt. Eine Supplementierung mit Nahrungsergänzungsmitteln ist dann unumgänglich. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrer Kinderärztin.