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5 Dos und Don'ts ei­ner ge­sun­den Kin­der­er­näh­rung

Bei ge­mein­sa­men Mahl­zei­ten, auch mit un­ge­lieb­tem Ge­mü­se und we­nig Zu­cker, lernt Ihr Kind ein ge­sun­des und ge­nuss­vol­les Ess­ver­hal­ten ken­nen.

Kind isst selber Teigwaren
©
iStock

Dass die Er­näh­rung für eine ge­sun­de kör­per­li­che aber auch geis­ti­ge Ent­wick­lung ei­nes Kin­des wich­tig ist, wis­sen wir. Die Ver­lo­ckun­gen in den Su­per­märk­ten und die manch­mal knap­pe Zeit ver­lei­ten El­tern je­doch dazu, dem Kind schnell ein süs­ses Ba­by­guetz­li in die Hand zu drü­cken, an­statt ei­nen Ap­fel zu schnei­den. Da­ge­gen ist auch nichts ein­zu­wen­den, wenn es nicht re­gel­mäs­sig ge­schieht. 

Wenn Sie im All­tag dar­auf ach­ten, dass Ihr Kind sei­ne En­er­gie­spei­cher mit ge­sun­den, voll­wer­ti­gen und sät­ti­gen­den Le­bens­mit­tel füllt, macht es auch nichts, wenn es über­zu­ckert von ei­nem Kin­der­ge­burts­tag nach Hau­se kommt oder in der Badi eine Por­ti­on Pom­mes isst. 

Mit fol­gen­den fünf Emp­feh­lun­gen lässt sich eine ge­sun­de und ge­nuss­vol­le Er­näh­rung ohne viel Auf­wand um­set­zen:

1. Ze­le­brie­ren Sie die ge­mein­sa­men Mahl­zei­ten


Beim Es­sen sind Sie als El­tern das bes­te Vor­bild. Was und wie Sie es­sen, er­kennt Ihr Kind am Fa­mi­li­en­tisch schon früh, emp­fin­det dies als nor­mal und möch­te im bes­ten Fall auch da­von. Mit ge­mein­sa­men Mahl­zei­ten an ei­nem ge­deck­ten Tisch ver­mit­teln Sie Ih­rem Kind also ein re­gel­mäs­si­ges, ge­sun­des Ess­ver­hal­ten und wie wich­tig die ge­mein­sa­me Fa­mi­li­en­zeit ist.

Kin­der lie­ben be­kann­ter­wei­se Ri­tua­le. Schaf­fen Sie des­halb auch beim Es­sen eine neue Tra­di­ti­on: Am Sams­tag gibt es zum Bei­spiel im­mer Spa­ghet­ti Na­po­li zum Mit­tag­essen und ein Ba­na­nen­milch­shake zum Des­sert.

Mahl­zei­ten mit ei­nem Klein­kind glei­chen manch­mal eher ei­ner Kampf­zo­ne als ei­nem ent­spann­ten Bei­sam­men­sein, das ist kaum zu ver­mei­den. Um den Scha­den mög­lichst ge­ring zu hal­ten, kön­nen Sie – bei ent­spre­chen­den Tem­pe­ra­tu­ren – Ihr Kind vor dem Es­sen aus­zie­hen oder ihm ein Lätz­li mit lan­gen Är­meln, ähn­lich ei­ner Mal­schür­ze, an­zie­hen. Man­che Tel­ler kön­nen mit Saug­näp­fen am Tisch fest­ge­macht wer­den und sind so vor dem Her­un­ter­wer­fen si­cher.

2. Süss­ge­trän­ke als Durst­lö­scher?


Mit Süss­ge­trän­ken neh­men Kin­der in kur­zer Zeit sehr vie­le Ka­lo­ri­en zu sich. Der süs­se Ge­schmack ver­lei­tet sie aus­ser­dem dazu, da­von zu trin­ken, ob­wohl sie gar kei­nen Durst ha­ben. Über­ge­wicht und Ka­ri­es wer­den da­durch be­güns­tigt.

Der bes­te Durst­lö­scher ist im­mer noch ein­fa­ches Was­ser. Durs­ti­ge Klein­kin­der sind nicht wäh­le­risch. Trotz­dem kann es sein, dass es pu­res Was­ser auf die Dau­er nicht im­mer mag. Ver­su­chen Sie es dann mit un­ge­süss­tem, ab­ge­kühl­tem Früch­te­tee. Die­ser ist ge­schmack­lich und farb­lich für Kin­der at­trak­tiv. Auch Eis­wür­fel oder Was­ser mit Koh­len­säu­re wir­ken auf Klein­kin­der an­zie­hend und brin­gen Ab­wechs­lung in die Was­ser­fla­sche.

Frucht­saft ent­hält zwar ver­meint­lich "ge­sun­den" Frucht­zu­cker, aber auch die­ser hat sehr vie­le Ka­lo­ri­en und ist als Durst­lö­scher un­ge­eig­net. Und wenn, dann nur stark mit Was­ser ver­dünnt.

3. So be­geis­tern Sie Ihr Kind für Ge­mü­se


Kin­der könn­ten täg­lich Pas­ta ohne Sau­ce, viel­leicht noch mit ein we­nig Par­me­san es­sen. Aber wehe, wenn gleich­zei­tig ein Rüeb­li auf dem Tel­ler liegt und die­ses die Teig­wa­ren viel­leicht so­gar noch be­rührt! Vie­le Macht­kämp­fe am Ess­tisch wer­den von un­ge­lieb­tem Ge­mü­se ver­ur­sacht.

Sie kön­nen ver­su­chen, Ih­rem Kind das Ge­mü­se grund­sätz­lich ein we­nig nä­her zu brin­gen. Klein­kin­der lie­ben es näm­lich, zu hel­fen. Wenn Sie es be­reits beim Ein­kau­fen ein­span­nen, es das Ge­mü­se ver­pa­cken, wä­gen und zu Hau­se in den Kühl­schrank ein­räu­men las­sen, lernt es den Broc­co­li oder die Gur­ke ken­nen. Mit ei­nem kin­der­ge­rech­ten Mess­erset kann es auch beim Rüs­ten oder Schä­len hel­fen. Wenn es von An­fang an bei der Zu­be­rei­tung da­bei ist, ist es viel­leicht auch mo­ti­vier­ter, da­von zu es­sen.

Bei Klein­kin­dern kön­nen Sie das Ge­mü­se pü­riert in ver­schie­de­ne Sau­cen schmug­geln oder als Sup­pe mit Sup­pen­per­len oder Brot­c­rou­tons an­bie­ten. Auch roh mit ei­nem Dip aus Crè­me frai­che, Hum­mus oder Avo­ca­do oder auf­ge­spiesst auf ei­nem Holz­spiess mö­gen ei­ni­ge Kin­der Pe­pe­ro­ni oder Cher­ry­to­ma­ten gern. 

4. Nicht alle Le­bens­mit­tel eig­nen sich für Ba­bys


Ge­mäss den ak­tu­el­len Er­näh­rungs­emp­feh­lun­gen kön­nen Ba­bys vom ers­ten Brei an fast al­les es­sen. Es gibt je­doch ein paar Le­bens­mit­tel, die im ers­ten Le­bens­jahr noch nicht auf den Spei­se­plan ge­hö­ren und ei­ni­ge, die Ihr Kind nur ab und zu be­kom­men soll­te:

  • Ho­­nig und Ahorn­­si­­rup kön­­nen Bak­­te­­ri­en und Spo­­ren en­t­­hal­­ten, die im er­s­­ten Le­­ben­s­jahr eine le­­ben­s­be­droh­­li­che Le­­ben­s­­mit­­tel­­ver­­gif­­tung aus­­­lö­­sen kön­­nen. 

  • Zu­cker und Zu­cker­er­satz

  •  Da die Nie­ren ei­nes Ba­bys noch nicht aus­­ge­­reift sind, kann es grös­­se­­re Men­gen von Salz, Bouil­lon & Co. nicht aus­­­schei­­den.

  • Auch bei Le­­ben­s­­mit­­teln wie Quark, Fri­sch­­kä­­se und Käse sind die Nie­­ren Ih­­res Ba­­bys noch nicht in der Lage, das ab­ge­bau­te Ei­weiss aus­zu­schei­den.

  • Tie­­ri­­sche Le­­ben­s­­mit­­tel wie Roh­milch, Roh­wurst oder rohe Eier, die nicht für min­­des­­tens 2 Mi­­nu­­ten auf min­­des­­tens 70 °C er­hitzt wor­­den sind, kön­­nen Bak­­te­­ri­en en­t­­hal­­ten, die bei Ba­­bys schwe­­re Kran­k­hei­­ten aus­­­lö­­sen kön­­nen. 

  • Ver­­ar­bei­­te Flei­sch­wa­­ren wie z. B. Flei­sch­­kä­­se, Ly­o­­ner­­wurst, Mor­­ta­­del­­la oder Schin­ken en­t­­hal­­ten viel Fett, Salz und Pö­kel­­salz.

  • Wild­fleisch, Le­ber und be­stimm­te Fisch­ar­ten kön­­nen mit Schwer­­me­­tal­­len und Di­oxi­­nen be­las­­tet sein. 

  • Frisch­korn­brei kann die Ver­­dau­ung Ih­­res Ba­­bys stark be­las­­ten und zu Bauch­­weh, Durch­­­fall und Er­bre­chen füh­­ren.

  • Al­les, wor­an sich Ihr Kind ver­schlu­cken könn­te. Zum Bei­spiel Nüs­­se, fri­­sche Trau­­ben, Ro­­si­­nen, Oli­­ven, Ki­cher­er­b­­sen, Brot mit Ker­­nen, Fisch mit Grä­­ten oder Bon­­bons.

5. Auch mit we­nig Zu­cker ge­nü­gend En­er­gie


Zu­­­cker ist bei Kin­­dern un­­­glau­b­­lich be­­liebt, sie ken­­nen den süs­­sen Ge­­schmack schon von der Mu­t­­ter­­milch oder der Säu­g­­lings­­­nah­­rung. Ein Über­mass an Zu­cker ist aber der Grund für Ka­ri­es, mit­schul­dig an Über­ge­wicht und mit­ver­ant­wort­lich für Dia­be­tes. 

Wenn Sie Ihr Kind im All­tag mög­lichst zu­cker­arm er­näh­ren möch­ten, dann soll­ten Sie auch auf ver­steck­ten Zu­cker, wie er in vie­len Fer­tig­pro­duk­ten ent­hal­ten ist, ach­ten. Die Zu­ta­ten­lis­te hilft Ih­nen da­bei. Üb­ri­gens weist die Auf­schrift «ohne Zu­cker­zu­satz» nur dar­auf hin, dass bei der Le­bens­mit­tel­her­stel­lung kein zu­sätz­li­cher Zu­cker hin­zu­ge­fügt wur­de. Das Pro­dukt kann trotz­dem ei­nen ho­hen na­tür­li­chen Zu­cker­ge­halt auf­wei­sen. 

Häu­­fig wird an­ge­­nom­­men, dass der Kör­per ohne Zu­cker kei­ne En­er­gie pro­du­zie­ren kann. Das ist nicht rich­tig, denn die be­nö­tig­te En­­er­gie kann der Kör­per aus Koh­­len­hy­dra­­ten sel­ber her­stel­­len. Da der Ma­gen des Kin­­des aber nicht auf ein­­mal ge­nü­gend gros­se Men­gen an Koh­len­hy­dra­ten auf­­­neh­­men kann, sind Zwi­­schen­­mahl­zei­­ten sehr wich­­tig. Dazu eig­nen sich zum Bei­spiel Ge­trei­de­cra­cker, un­ge­süss­te Ge­trei­de- oder Früch­te­rie­gel, sai­so­na­le Früch­te oder Ge­mü­se mit ei­nem Dip, Knä­cke­brot oder ein Sand­wich aus Voll­korn­brot mit Fri­sch­­kä­­se, Schin­ken, Gur­ke und Kres­­se.

Reis­waf­feln sind, ob­wohl sehr be­liebt, nicht re­gel­mäs­sig als Zwi­schen­mahl­zeit ge­eig­net. Sie ent­hal­ten kaum Bal­las­t­­stof­­fe, sät­ti­gen nicht lan­ge und las­sen den Blu­t­zu­­­cker­spie­gel schnell an­stei­gen.

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