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Familie in der Küche beim Backen an Weihnachten
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Guetz­le ohne Stress und Streit


Fei­ne Zu­ta­ten ver­men­gen, Teig aus­wal­len, lus­ti­ge For­men aus­ste­chen und we­nig spä­ter ge­nuss­voll das Re­sul­tat der Ar­beit ver­spei­sen - gibt es et­was, was mehr Spass macht als Guetz­le? Ver­mut­lich rol­len nicht we­ni­ge er­fah­re­ne El­tern ge­nervt die Au­gen, wenn sie das le­sen. Zu gut er­in­nern sie sich noch dar­an, wie es letz­tes Jahr lief: Zu­erst liess ei­nes der Kin­der die Ei­er­schach­tel fal­len, dann gab es Streit um den her­zi­gen Bä­ren-Aus­ste­cher, das Ge­bäck kam ver­brannt aus dem Ofen und als es ans Auf­räu­men ging, wa­ren die Knöp­fe längst über alle Ber­ge. Wenn Sie nicht möch­ten, dass es die­ses Jahr wie­der ge­nau gleich läuft, hal­ten Sie sich am bes­ten an un­ser Re­zept.

Hier die Zu­ta­ten für ei­nen Guetz­li-Nach­mit­tag ohne Stress und Streit:

1. Eine gros­se Por­ti­on Ge­las­sen­heit: Was kann beim ge­mein­sa­men Ba­cken schon wirk­lich schief ge­hen? Na­tür­lich se­hen Kü­che und Klei­der da­nach oft ziem­lich übel aus, aber ist das denn so schlimm? Die Spu­ren sind ja meist schnell wie­der be­sei­tigt. Wenn Sie möch­ten, dass Ihre Kin­der sich ir­gend­wann selb­stän­dig in der Kü­che zu­recht­fin­den, brau­chen sie die Ge­le­gen­heit, tat­kräf­tig mit­zu­hel­fen. Dass da­bei auch mal eine Pu­der­zu­cker­pa­ckung um­kippt oder ein gros­ser Schluck Milch ne­ben der Schüs­sel lan­det, ist voll­kom­men nor­mal und kein Grund zur Auf­re­gung. Wenn es Ih­nen ge­lingt, die­se klei­nen Miss­ge­schi­cke mit ei­nem Schul­ter­zu­cken ab­zu­tun, hel­fen die Klei­nen viel­leicht so­gar ein biss­chen be­reit­wil­li­ger beim Auf­räu­men mit. 

2. Gute Vor­be­rei­tung: Die meis­ten Guetz­li-Re­zep­te sind ziem­lich un­kom­pli­ziert. Den­noch soll­ten Sie sich die Zeit neh­men, al­les gut vor­zu­be­rei­ten. Nicht nur, da­mit Ih­nen nicht plötz­lich das Mehl aus­geht, wenn Sie mit bei­den Hän­den im Teig ste­cken. Son­dern auch, da­mit die But­ter wirk­lich zim­mer­warm ist, wenn das Re­zept da­nach ver­langt. Die Freu­de am Ba­cken ist schnell ver­flo­gen, wenn Sie die Ar­beit an­dau­ernd un­ter­bre­chen müs­sen, weil nicht al­les da ist, was be­nö­tigt wird. Wenn Sie meh­re­re Sor­ten ba­cken wol­len, ist es hilf­reich, den Ar­beits­ab­lauf zu pla­nen. Das klingt nicht be­son­ders auf­re­gend, er­spart Ih­nen aber die Auf­re­gung, mit­ten im schöns­ten Back­rausch fest­zu­stel­len, dass alle Ble­che und der Ofen voll sind, wenn ei­gent­lich be­reits die nächs­ten Guetz­li fer­tig aus­ge­sto­chen auf dem Tisch lie­gen. 

3. Viel Zeit: Zwi­schen dem Gross­ein­kauf und dem Chlaus­be­such noch ein biss­chen ba­cken? Das wird ziem­lich si­cher schief ge­hen. Ba­cken Sie lie­ber an ei­nem Tag, an dem sonst nicht viel auf dem Pro­gramm steht, so dass Sie die Uhr nur brau­chen, um zu se­hen, ob die Guetz­li bald fer­tig sind. 

4. Klei­ne Auf­ga­ben für zwi­schen­durch: Oft muss der Teig eine Stun­de im Kühl­schrank ru­hen, ehe er wei­ter ver­ar­bei­tet wer­den kann. Das lan­ge War­ten fin­den die Kin­der meis­tens ziem­lich öde. Sie könn­ten dies um­ge­hen, in­dem Sie den Teig im Vor­aus sel­ber zu­be­rei­ten oder fer­tig kau­fen. Das wäre al­ler­dings scha­de, denn beim Ab­wie­gen, Ab­mes­sen und Schnei­den der Zu­ta­ten ler­nen die Kin­der eine Men­ge. Über­le­gen Sie des­halb, wie Sie die War­te­zeit über­brü­cken wol­len. Wäh­rend der Mai­län­der­li­teig im Kühl­schrank ruht, könn­ten Sie zum Bei­spiel Ko­kos­ma­kro­nen ba­cken oder eine hüb­sche Ver­pa­ckung für das Ge­bäck bas­teln. Viel­leicht ist das aber auch der per­fek­te Zeit­punkt für eine Pau­se mit Ad­vents­ge­schich­te und Tee.

5. Die rich­ti­gen Sor­ten: Spa­ren Sie sich die kom­pli­zier­ten Krea­tio­nen für den Fei­er­abend und ba­cken Sie mit Ih­ren Kin­dern die Sor­ten, die leicht ge­lin­gen. Dar­un­ter soll­te min­des­tens eine Sor­te sein, die schon am glei­chen Tag ge­ba­cken wird. Zimt­ster­ne, Anis-Chrä­be­li und Bruns­li schme­cken zwar wun­der­bar, müs­sen aber über Nacht ru­hen. Wel­ches Kind hat schon die Ge­duld, so lan­ge zu war­ten, bis es zum ers­ten Mal na­schen darf? 

6. Aus­ste­cher: Wenn Kin­der ge­mein­sam ba­cken, gibt es fast im­mer die­sen ei­nen Aus­ste­cher, den alle un­be­dingt ha­ben wol­len. Mit ei­ner gu­ten Aus­wahl an at­trak­ti­ven Mo­ti­ven lässt sich so man­cher Kon­flikt ent­schär­fen. Na­tür­lich kön­nen Sie sich auch auf ein ein­zi­ges Mo­tiv be­schrän­ken, um den Streit zu un­ter­bin­den - al­ler­dings sieht es dann in der Guetz­li-Dose et­was ein­tö­nig aus. 

7. Si­cher­heit: Räu­men Sie Ge­fah­ren aus dem Weg, ehe Sie los­le­gen. Wenn Sie an­dau­ernd auf­pas­sen müs­sen, dass kei­ne Pfan­nen vom Herd ge­ris­sen wer­den und kein Fleisch­mes­ser in Kin­der­hän­de ge­langt, kön­nen Sie sich nicht aufs Guetz­le kon­zen­trie­ren. Da­bei bie­tet das ge­mein­sa­me Ar­bei­ten in der Kü­che die per­fek­te Ge­le­gen­heit, um den Kin­dern zu zei­gen, wie sie et­was ge­fähr­li­che­re Ar­beits­schrit­te si­cher durch­füh­ren. Bei­spiels­wei­se, wie sie Scho­ko­la­de ras­peln kön­nen, ohne sich an der schar­fen Rei­be zu ver­let­zen. 

8. Gross­zü­gig­keit: Das Haupt­ziel ist na­tür­lich, alle Guetz­li-Do­sen gross­zü­gig zu fül­len. Gross­zü­gig­keit ist aber auch sonst eine wich­ti­ge Zu­tat, wenn Sie mit Kin­dern ba­cken. Sie hilft, über die gros­sen und klei­nen Schön­heits­män­gel des Ge­mein­schafts­werks hin­weg­zu­se­hen. Sie lässt nicht zu, dass Sie sich sel­ber un­ter Druck set­zen, als gel­te es "The Gre­at Bri­tish Bake Off" zu ge­win­nen. Und sie drückt auch mal bei­de Au­gen zu, wenn die klei­nen Hän­de schon wie­der nach ei­nem Guetz­li grei­fen. Die Gross­zü­gig­keit weiss eben nur zu gut, wie schwer es ist, zu wi­der­ste­hen, wenn es so wun­der­bar nach Zimt, Kar­da­mom und Anis duf­tet. 

Letzte Aktualisierung: 16.03.2020, TV
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