Vitamin A
Ernährung | Schwangerschaft

Vitamine A und C

Vitamin A (Retinol) ist in Milchprodukten, Eiern, Leber und Leberprodukten sowie in Öl eingelegtem Fisch enthalten. In grünen und gelben Obst- und Gemüsesorten wie Tomaten und Rüebli, Feldsalat und Spinat findet sich die Vorstufe Beta-Carotin, die erst bei Bedarf im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Der Tagesbedarf in der Schwangerschaft liegt bei etwa 1 mg oder höchstens 5000 I.E.

Ein Mangel an Vitamin A äussert sich durch Sehschwäche, Nachtblindheit und Hautveränderungen, nach neueren Erkenntnissen auch in einer Reifestörung der fetalen Lungen, ist aber in der Schwangerschaft extrem selten.

Dagegen kann es bei einer Überdosierung von Vitamin A (mehr als 10.000 I.E. täglich) in der Schwangerschaft zu angeborenen Störungen beim ungeborenen Kind kommen. Daher wird von übermässigem Verzehr von Leber oder Leberprodukten bzw. Lebertran während der Schwangerschaft abgeraten, da diese überaus reich an Vitamin A sind. Andere tierische Produkte (Milch, Eier usw.) enthalten nicht so grosse Mengen Vitamin A, so dass die Gefahr einer Hypervitaminose gar nicht besteht.

In Obst und Gemüse liegt sogar nur eine Vorstufe des Vitamin A, nämlich das Beta-Carotin (s.o.) vor, aus dem der Körper nur bei Bedarf das wirksame Vitamin A herstellt. Insofern ist eine Überdosierung mit Obst und Gemüse oder Säften sicher nicht möglich. Auch die von Fachleuten empfohlenen, speziell für die Vitaminversorgung der schwangeren Frau zugelassenen Vitaminpräparate enthalten entweder gar kein Vitamin A oder eine sehr niedrige Dosierung, sodass die Gefahr einer Überdosierung auch hier nicht besteht.

Die als Vitamin C bekannte Ascorbinsäure wird für Regeneration und Aufbau von Körpergewebe, ein gesundes Wachstum sowie für widerstandsfähige Knochen und Zahnhalteapparat benötigt. Es stärkt ausserdem Ihre körpereigenen Abwehrkräfte und sorgt auch bei Ihrem Baby für ein starkes Immunsystem, damit Infektionen erfolgreich bekämpft werden. Vitamin C verbessert das Hautbild und fördert die Verwertung von Eisen.

Da die Körperzellen Ihres Babys Vitamin C nicht speichern können, sollten Sie mehrmals täglich Vitamin-C-haltige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Frisches Obst und Gemüse, wie z.B. Brokkoli und andere Kohlsorten, Kartoffeln, grossblättrige Kräuter, Peperoni (Paprikaschoten), Tomaten, Zitrusfrüchte, Kiwi, Wassermelonen und Beeren (v.a. schwarze Johannisbeeren) sind gute Quellen für Vitamin C. Die Tagesdosis einer Schwangeren erreichen Sie leicht mit einer Handvoll Erdbeeren, einer Kiwi oder einer halben roten Peperoni. Auch ein paar Spritzer Zitronensaft auf den Mahlzeiten oder im Getränk sorgen für einen Vitaminschub.

Vitamin C ist leider sehr empfindlich. Bei der Lagerung bzw. Zubereitung der Speisen verliert es rasch an Wirksamkeit.


Häufige Fragen zum Thema

Darf ich meine Vitamin-A-haltige Hautcreme in der Schwangerschaft noch weiter benutzen?

Ich habe am Anfang der Schwangerschaft einmal Leber gegessen. Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

Sollte man Rüebli besser nicht mehr essen, weil sie doch Vitamin A enthalten?

Ich trinke täglich ¼ bis ½ Liter ACE-Saft und nehme auch noch ein Multivitaminpräparat für Schwangere ein. Ist das zuviel an Vitaminen?


Newsticker

Sonnenschutz von innen? | 01.07.2019

Karotten, Spinat, Feldsalat, Endivien, Grünkohl, Paprika, Tomaten, Aprikosen, Wassermelonen und viele andere Obst- und Gemüsesorten enthalten gelbe und orangefarbene Farbstoffe, sogenannte Carotine. Einige Carotine (das sogenannte Betacarotin oder Pro-Vitamin A) kann der Körper zu Vitamin A umwandeln, v.a. nach Zerkleinern, Erhitzen und Zugabe von Fett. Das ist wichtig für die Augengesundheit, für die Hautneubildung und die Abwehr von Krankheitserregern. Isst oder trinkt man regelmässig grössere Mengen dieser Nahrungsmittel oder nimmt man Betacarotin in Nahrungsergänzungsmitteln zu sich, lagert die Haut den Pflanzenfarbstoff ein und färbt sich orange-bräunlich. Dies kann ähnlich dem hauteigenen Pigment Melanin einen Teil der UV-Strahlung abwehren. Der "innere Sonnenschirm" bietet aber keinen ausreichenden Sonnenschutz, höchstens eine Ergänzung, und ersetzt keinesfalls eine Sonnencreme!

Newsticker

Fetale Lunge braucht Vitamin A: Bei der Ernährung der werdenden Mutter spielt auch das fettlösliche Vitamin A eine wichtige Rolle. Es fördert Sehen im Dämmerlicht und gilt als Schutzfaktor für die Haut oder bei der Regulation des Knochenwachstums. Vitamin A steckt in tierischen Lebensmitteln (Leber), in Vorstufen (Carotinoide) auch in Pflanzen (Rüebli). Bei Mangel kann das die Lunge des Ungeborenen schädigen, wie Forscher jetzt am Mäusemodell zeigen konnten. Schuld sei ein überschiessendes Wachstum der glatten Muskulatur in den Verzweigungen der Atemwege. Die komplexe Verwertung von Vitamin A kann durch Einflüsse von aussen, z.B.  Zigarettenrauch und Alkohol, gestört werden. (swissmom Newsticker, 17.3.14)

Saft statt Frucht: Nährstoffe aus pasteurisiertem Orangensaft werden doppelt so gut vom Körper aufgenommen wie aus der frischen Frucht. Die Orange ist ein wahres Nährstoff-Depot: Neben einer hohen Menge an Vitamin C enthält sie auch eine Vielfalt an Carotinoiden und Flavonoiden, die als Antioxidantien das Risiko von bestimmten Krebs- und Herzkreislauferkrankungen senken sollen. Carotinoide spielen zudem aufgrund ihrer Provitamin A-Aktivität eine wichtige Rolle in unserer täglichen Ernährung. Und gerade sie werden aus dem Saft viel besser verwertet. Der Grund:  Bei der Herstellung des Orangensaftes werden Ballaststoffe abgetrennt, welche die Aufnahme von Carotinoiden während der Verdauung hemmen. (swissmom Newsticker, 17.12.15)

Letzte Aktualisierung : 07-10-19, BH

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