Kranke Schwangere liegt auf dem Sofa
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Die Virusgrippe (Influenza)

Die "echte" Grippe muss von einem grippalen Infekt (Erkältung) unterschieden werden. Sie ist eine schwere Erkrankung mit möglicherweise gefährlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen, z.B. Lungenentzündung und Befall von Herz und Hirnhäuten. Bei den jährlich wiederkehrenden Grippe-Epidemien erkranken bis zu 300.000 Menschen in der Schweiz - und ca. 400 sterben sogar daran, meist Senioren mit geschwächtem Immunsystem.

Die Symptome der Influenza treten ganz plötzlich, innerhalb von Stunden auf. Es beginnt schlagartig mit schweren Muskel- und Gelenkschmerzen, Frösteln, Fiebrigkeit und Schweissausbruch sowie bohrenden Kopfschmerzen. Kurz darauf setzen meist hohes Fieber bis 40°C und Atembeschwerden wie ein quälender trockener Husten und Halsschmerzen ein. Der ganze Körper ist betroffen. Viele Patienten sagen, es sei ihnen noch nie so schlecht gegangen. Die Influenza erfordert im Allgemeinen eine 4-5tägige Bettruhe. Selbst nach mehreren Wochen fühlt man sich noch geschwächt.

Die gute Nachricht: Eine Infektion und Schädigung des ungeborenen Kindes ist durch eine Virusgrippe in der Schwangerschaft nicht zu befürchten.

Die schlechte Nachricht: Eine ursächliche Behandlung von Erkältungskrankheiten ist nicht möglich, es können nur die Symptome behandelt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Schwangere und Stillende Medikamente nicht ohne weiteres nehmen können.

Eine Grippeimpfung jenseits des ersten Schwangerschaftsdrittels ist völlig unbedenklich,da es sich um einen Totimpfstoff handelt. Sie schützt aber nicht vor Erkältungen, sondern nur vor der echten Virusgrippe (Influenza) und auch dies nur in ca. 70% der Fälle. Sie muss jährlich wiederholt werden, weil das Grippevirus in ständig neuen Varianten auftritt. Im neuesten Grippeimpfstoff (2010) ist der Wirkstoff gegen die Schweinegrippe bereits integriert. Vorsicht ist mit Impfungen geboten, wenn Sie Allergikerin (Hühnereiweiss) sind, denn der Impfstoff enthält Hühnereiweiss.

Schwangere, die sich während der Influenza-Saison - von Dezember bis April - in einem fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft (zweites und drittes Drittel) befinden, sollten sich nach Meinung von Experten gegen Grippe impfen lassen. Die besonderen gesundheitlichen Belastungen von Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode können eine Influenza-Infektion sehr gefährlich werden lassen. So kann beispielsweise durch plötzliches hohes Fieber eine Frühgeburt ausgelöst werden. Im Fall einer Ansteckung sieht man häufiger schwere Komplikationen wie Lungenentzündungen, die dann einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen. Eine Infektion nach der Geburt kann für die Mutter so anstrengend werden, dass ihr das Stillen unmöglich wird. Zudem geht von der Impfung auch ein gewisser „Nestschutz" in den ersten Monaten nach der Geburt auf das Neugeborene über.

Auch das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt die Grippeimpfung allen Personen mit erhöhtem Risiko für die o.g. Komplikationen, allen Schwangeren, ausserdem allen Erwachsenen und Kindern mit chronischen Herz- oder Lungenkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Nierenkrankheiten oder Immunsupression, allen Personen über 65 Jahren, aber speziell Bewohnern von Alters- und Pflegeheimen und Personal des Gesundheitswesens. Seit Herbst 2005 ist gehören auch Geflügelzüchter zur Hochrisikogruppe (Vogelgrippe). Die Grippeschutzimpfung ist in der Schweiz kassenpflichtig.


Häufige Frage zum Thema

Die Grippe-Impfung (Impfung gegen Influenza) ist auch während der Schwangerschaft unbedenklich – es sei denn Sie haben gerade einen akuten Infekt oder sind allergisch auf Hühnereiweiss. Bei der Herstellung des Grippe-Impfstoffes wird nämlich als Ausgangsstoff ein befruchtetes Hühnerei benutzt,...

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Grippe-Impfung | 11.10.2017

Wenn eine schwangere Frau an einer Influenza, der echten Grippe, erkrankt, steigt ihr Risiko für eine Frühgeburt. Bei den Frühgeborenen verursachen die Influenza-Viren und das hohe Fieber oft schwere Lungenentzündungen und einen dauerhaften Gehirnschaden. Aber auch termingerechten Neugeborenen schadet das Influenza-Virus. Nicht überraschend, dass Schwangeren die Grippeimpfung im Herbst besonders empfohlen wird. Denn die Antikörper, die die schwangere Frau danach gegen die Grippe entwickelt, gibt sie auch auf ihr Baby weiter, das so in seinen ersten Lebenswochen mit geschützt wird. Die Impfung kann vor der Schwangerschaft stattfinden oder nach der 12. Schwangerschaftswoche bis in die letzten Wochen vor der Geburt. Sie schadet weder der Schwangeren noch dem Baby, wie zahlreiche Untersuchungen bis ins Schulalter hinein gezeigt haben.

Letzte Aktualisierung : 30-08-16, BH

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