Harte Drogen auf dunklem Tisch

Drogen im Einzelnen

Cannabis (Marihuana): Wer Cannabis in der Schwangerschaft konsumiert, riskiert, dass sein Baby zu früh oder zu klein zur Welt kommt und einen kleineren Kopfumfang hat. Der Effekt eines einzigen Joints entspricht dabei etwa 15 herkömmlichen Zigaretten. Babys von Frauen, die Cannabis konsumiert haben, neigen ausserdem dazu, besonders schreckhaft zu sein. Das legen zumindest einige Studien nahe. Andere Studien konnten diese Ergebnisse nicht bestätigen. Auch ein eindeutiger Zusammenhang mit kindlichen Fehlbildungen ist bisher nicht bewiesen worden. Allerdings scheint Cannabis in der Frühstschwangerschaft den Transport und die Einnistung des Embryos zu behindern und so Fehlgeburten und ektopen Schwangerschaften (z.B. Eileiterschwangerschaften) zu führen. Haschisch ist eine stärker konzentrierte Form von Marihuana.

Kokain: Crack und Kokain führen zu einer erhöhten Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin im Körper und damit zu einer Verengung der Blutgefässe, Blutdruckanstieg und schnellerem Herzschlag. Durch die extreme Gefäßverengung ist erklärbar, warum es bei Kokainmissbrauch vermehrt zu Fehlgeburten, vorzeitiger Lösung der Plazenta und niedrigem Geburtsgewicht kommt. Eine erhöhte Fehlbildungsrate (Gehirn, Gesicht, Herz, Nieren) gilt als sehr wahrscheinlich, wobei auch hier zuverlässige Studien sehr schwierig durchzuführen sind, da die Schwangeren meist nicht nur eine Droge konsumieren, sondern zusätzlich auch noch Medikamente, Alkohol und Zigaretten. Deshalb kann man nicht im einzelnen nachvollziehen, welche Schädigung beim Baby durch welche Droge verursacht worden ist.

Ecstasy: Schwangere, die Ecstasy nehmen, riskieren, dass ihr Baby mit angeborenen Fehlbildungen zur Welt kommt. Besonders häufig sind Fehlbildungen des Herz-Kreislaufsystems, des Skeletts und der Muskulatur, wie in einer britischen Langzeitstudie gezeigt werden konnte.

Heroin: Heroin ist sehr gefährlich für Mutter und Kind. Schon im Mutterleib kann das Kind nicht richtig wachsen. Die Gefahr, dass das Baby zu früh geboren wird oder nach der Geburt stirbt, ist wesentlich höher als bei Schwangeren, die nicht Heroin konsumieren. Babys heroinabhängiger Mütter haben nach der Geburt besonders schwere Entzugserscheinungen. Wie bei Kokain ist es sehr wahrscheinlich, dass das Ungeborene durch den Heroinkonsum schwer geschädigt wird. Das lässt sich aber durch Studien schwer beweisen, da heroinabhängige Mütter häufig auch andere Drogen konsumieren.

Methadon: Heroinabhängige Frauen, die an einem Methadonprogramm teilnehmen, verbessern die Chance ihres ungeborenen Kindes, gesund zur Welt zu kommen. Allerdings sind die Entzugssymptome beim Neugeborenen mindestens so ausgeprägt wie unter Heroin. Stillen ist möglich, falls die Mutter nicht mehr als 20 mg Methadon pro Tag nimmt.

Stand: 12/12, BH

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