Urin oder Frauchtwasser?
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Vorzeitiger Blasensprung

Der Blasensprung, also das Platzen der Fruchtblase, ereignet sich normalerweise erst kurz vor oder unter der Geburt. Manchmal muss die Fruchtblase sogar künstlich durch Anritzen während der Geburt eröffnet werden (Blasensprengung), weil sie nicht spontan einreisst - eine Massnahme, mit der auch die Wehen verstärkt werden können.

Warum ist ein vorzeitiger Blasensprung gefährlich?

Wenn Ihre Fruchtblase sehr viel früher als in den allerletzten Wochen vor dem errechneten Termin platzt, sollten Sie sich auf das Einsetzen vorzeitiger Wehen bzw. einzelner Kontraktionen innerhalb der nächsten Tage oder Wochen einstellen.

Ein solcher vorzeitiger Blasensprung kann durch eine unbemerkte  Infektion am unteren Teil der Fruchtblase entstehen. Ein anderer Risikofaktor ist die starke Beanspruchung der Fruchtblase, z.B. bei Mehrlingen oder wenn zu viel Fruchtwasser vorhanden ist.

Jeder auch noch so kleine Defekt in der Fruchtblase kann umgekehrt auch zu einer Gebärmutterinfektion oder Fruchtwasserinfektion führen. Das löst vorzeitige Wehen aus.

Wie erkennt man den Fruchtwasserabgang?

Bei Verdacht auf einen vorzeitigen Blasensprung versucht Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin, den Fruchtwasserabgang durch die Scheide nachzuweisen, was bei geringen Mengen nicht ganz einfach ist. Das grösste Problem ist oft die Unterscheidung zwischen Fruchtwasser und Urin, denn gerade in der Spätschwangerschaft ist unwillkürlicher Harnabgang bei Belastung der Bauchmuskulatur (Heben, Niesen etc.) recht häufig.

Ein ziemlich sicherer Fruchtwassernachweis gelingt mit einem Schnelltest auf IgF-1 (ein fetales Eiweiss). Die ältere Methode, die Sie auch selbst zwischendurch durchführen können, verwendet Lackmuspapier (auch pH-Papier genannt), das mit Fruchtwasser blau (leicht basischer pH Wert) und mit Scheidensekret rot (schwach saurer pH Wert) reagiert. pH-Papier für den Bereich um pH 7 (ca. 4-9) bekommen Sie in jeder Apotheke.

Was kann man bei einem vorzeitigen Blasensprung tun?

Ob die Infektion gravierend ist und was Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin zur Hemmung der Wehen unternimmt, wird davon abhängen, wie weit Sie in Ihrer Schwangerschaft fortgeschritten sind. In der Regel werden Sie nach dem vorzeitigen Blasensprung in ein Krankenhaus überwiesen. Später können Sie unter Umständen nach Hause entlassen werden – normalerweise unter Antibiotikabehandlung – oder die Geburt wird eingeleitet.

Manchmal ist der Defekt in der Fruchtblase nur klein und weit oberhalb vom inneren Muttermund, dann kommt es zu einem so genannten Blasenriss oder hohen Blasensprung. Dieser Riss verschliesst sich gelegentlich von selbst, so dass kein weiteres Fruchtwasser austreten kann. In anderen Fällen sickern geringe Mengen Fruchtwasser nach und nach aus. Wenn genügend Fruchtwasser nachproduziert werden kann, fällt bei der Ultraschalluntersuchung nicht auf, dass weniger Fruchtwasser vorhanden ist. Allerdings kann es dann unbemerkt zu einer Infektion kommen, weil die Fruchtblase nicht mehr dicht abgeschlossen ist.

Falls Sie tatsächlich Fruchtwasser verloren haben, wird Ihnen Ihr Frauenarzt, Ihre Frauenärztin Antibiotika verschreiben, die eine infektionsbedingte Frühgeburt verhindern sollen. Zusätzlich werden Sie wahrscheinlich Steroide (Cortison) einnehmen, damit die Lungenreifung des Kindes beschleunigt wird und Ihr Kind bessere Chancen hat, falls die Frühgeburt nicht zu vermeiden ist.

Häufige Fragen zum Thema

Ja, das ist wahrscheinlich recht häufig die Ursache für eine Frühgeburt aus unerklärtem Grund. Manchmal ist der Defekt in der Fruchtblase nur sehr klein und weit oberhalb vom inneren Muttermund. Das nennt man dann Blasenriss oder hohen Blasensprung. Gelegentlich verschliesst sich dieses kleine Loch...

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Bei einer normalen Menge von Fruchtwasser sollten Sie das merken. Ein kleiner Schwall warmer Flüssigkeit, ohne dass Sie vorher Harndrang hatten, deutet stark auf einen Blasensprung hin.

Kompliziert wird es, wenn Sie zu wenig Fruchtwasser haben oder es sich um einen "hohen Blasensprung" handelt. Das...

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Wenn eine Schwangere zuviel Fruchtwasser hat, bezeichnet man das auch als Polyhydramnie oder Polyhydramnion. Das ist noch keine Krankheit an sich, sondern zunächst einmal nur ein Symptom. Das heisst, man sollte genauer nachsehen, ob etwas Ernsthaftes dahintersteckt. Bei 90% aller Schwangeren mit...

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Da können Sie eigentlich nur relativ sicher sein, wenn sich beim Blasensprung das Fruchtwasser schwallartig ergiesst. Es ist praktisch farblos und riecht süsslich, nicht wie der typische Urin.

Wenn es sich dagegen um sehr wenig Flüssigkeit handelt, können Sie das nicht sicher unterscheiden. Dann...

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Die meisten Geburtshelfer meinen: Wenn Ihre Schwangerschaft die 34. Woche überschritten und Ihr Baby sich bis dahin normal entwickelt hat, darf man den Wehen ihren Lauf lassen. Allerdings sollte die Geburtsklinik auf die Entbindung eines Frühgeborenen vorbereitet und für seine Versorgung speziell...

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Wissen

Vorzeitiger Blasensprung durch Bakterien?

Newsticker

Trotz früh geplatzer Fruchtblase: Die 35-jährige Amerikanerin Katy Evans war in der 16. Woche schwanger, als ihre Fruchtblase platzte. Der sogenannte vorzeitige Blasensprung führte innerhalb von Stunden dazu, dass ihr ungeborenes Baby nicht mehr von Fruchtwasser umgeben war (Oligohydramnion). Die behandelnden Ärzte schätzten die Überlebenschancen des Kindes auf nur ein Prozent. Und wenn es doch in der Gebärmutter überleben sollte, würde es vermutlich nicht lebensfähig zur Welt kommen. Auch für die Mutter bestand die grosse Gefahr einer gefährlichen Gebärmutterinfektion. Man riet deshalb zu einem Schwangerschaftsabbruch. Doch die werdende Mutter gab nicht auf. Wie durch ein Wunder regenerierte sich das Fruchtwasser - und sie brachte 18 Wochen später ein gesundes Kind zur Welt. (swissmom Newsticker, 23.1.2015)

Wenn die Fruchtblase platzt: Bisher hiess es, bei vorzeitigem Blasensprung nach der 34. Schwangerschaftswoche sei grundsätzlich die Geburt innerhalb von 12-24 Stunden einzuleiten, falls bis dahin keine spontanen Wehen eingesetzt hätten. Eine internationale Expertengruppe hat jetzt diese Empfehlung aktualisiert. Das richtige Vorgehen hängt demnach wesentlich vom Zeitpunkt des Fruchtwasserabgangs ab. Bei einem unreifen Kind sollte besser abgewartet werden, sofern sich keine sonstigen Komplikationen (Plazentaablösung, aufsteigende Infektion und Nabelschnurvorfall) einstellen. Die Schwangere sollte bezüglich Blutungen und Fieber gut überwacht werden. Erst wenn das Kind voll ausgetragen ist, sollte die Geburt eingeleitet werden.(swissmom Newsticker, 6.1.2016)

Letzte Aktualisierung : 28-09-20, BH

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