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Schwan­ger­schaft und De­pres­si­on (An­te­par­tum-De­pres­si­on)

Schwangere nachdenklich mit Tasse in der Hand
©
iStock

Eine Schwan­ger­schaft kann eine wun­der­schö­ne Zeit sein – muss es aber nicht. Schät­zungs­wei­se 10 % der Schwan­ge­ren lei­den in die­ser Zeit un­ter De­pres­sio­nen, die oft­mals über­spielt wer­den, weil die Be­trof­fe­nen ih­rer Um­welt ge­gen­über ein schlech­tes Ge­wis­sen ha­ben. Die Hälf­te der Frau­en, die un­ter star­ken De­pres­sio­nen wäh­rend der Schwan­ger­schaft lei­den, ent­wi­ckelt nach der Ge­burt eine Wo­chen­bett­de­pres­si­on. Eine The­ra­pie wäh­rend der Schwan­ger­schaft kann die­ses Ri­si­ko je­doch dras­tisch re­du­zie­ren.

Wie äus­sert sich eine Schwan­ger­schafts­de­pres­si­on?


Die wich­tigs­ten Sym­pto­me sind:

  • Kon­zen­tra­ti­ons­schwie­rig­kei­ten

  • Ängs­te

  • Reiz­bar­keit

  • Schlaf­pro­ble­me

  • Ex­tre­me Mü­dig­keit

  • Un­end­li­che Trau­rig­keit

Die Ur­sa­chen sind viel­schich­tig. Ganz si­cher aber ist die Wir­kung der Hor­mo­ne: Der Kör­per schüt­tet Schwan­ger­schafts­hor­mo­ne in un­ter­schied­li­cher Stär­ke aus, da­bei gibt es Hochs und Tiefs, wel­che die Stim­mung ei­ner Schwan­ge­ren be­ein­flus­sen. Man­che Frau­en spü­ren die­se Schwan­kun­gen stär­ker, man­che we­ni­ger.

Ein an­de­rer, häu­fi­ger Grund sind Pro­ble­me in der Part­ner­schaft, De­pres­sio­nen in der Fa­mi­lie, an­stren­gen­de oder be­las­ten­de Er­eig­nis­se (Zü­geln, Haus­bau, Är­ger im Job, Krank­hei­ten in der Fa­mi­lie etc.), Kom­pli­ka­tio­nen oder star­ke Be­schwer­den in der jet­zi­gen Schwan­ger­schaft und Miss­brauch in der Ver­gan­gen­heit. Aber auch schein­bar glück­li­che Um­stän­de kön­nen eine De­pres­si­on aus­lö­sen, wie z.B. wenn die jet­zi­ge Schwan­ger­schaft nach meh­re­ren Fehl­ge­bur­ten oder lan­gem Kin­der­wunsch end­lich zu­stan­de ge­kom­men ist.

Mehr In­fos

Prof. Dr. med. Anita Riecher-Rössler in einem Video-Vortrag über psychische Erkrankungen in Schwangerschaft und Stillzeit: "Mutter werden ist nicht schwer - Mutter sein dagegen sehr"

Erlebnisbericht einer Leserin zum Thema "Schizophrenie und Schwangerschaft", in dem sie speziell von ihren Erfahrungen mit der Medikamenteneinnahme bei einer psychischen Erkrankung erzählt.

Was kann man da­ge­gen tun?


Ein ers­ter An­satz, die De­pres­si­on in den Griff zu be­kom­men, sich vor der Ge­burt nicht un­ter Druck zu set­zen! Sie wer­den we­ni­ger Zeit für sich selbst ha­ben, wenn das Baby erst ein­mal da ist, also neh­men Sie sich be­wusst Zeit nur für sich selbst. Le­sen Sie jetzt ein Buch, früh­stü­cken Sie im Bett oder ma­chen Sie ei­nen schö­nen, lan­gen Spa­zier­gang. Sich um sich selbst zu küm­mern ist ein we­sent­li­cher Be­stand­teil da­von, sich um das Baby zu küm­mern!

Ge­nau­so wich­tig ist es, über Ihre Trau­rig­keit, Ihre Ängs­te und Sor­gen zu re­den. Re­den Sie be­son­ders mit Ih­rem Part­ner, Sie brau­chen sei­ne Un­ter­stüt­zung - die er Ih­nen aber nur ge­ben kann, wenn Sie of­fen mit ihm spre­chen.

Pro­fes­sio­nel­le Un­ter­stüt­zung


Wenn Sie über zwei Wo­chen ver­geb­lich ver­sucht ha­ben, aus die­sem Tief her­aus­zu­kom­men, könn­te eine Be­ra­tungs­stel­le (z.B. Pro Fa­mi­lia) oder der Be­such bei ei­nem The­ra­peu­ten, ei­ner The­ra­peu­tin hel­fen. Sie brau­chen je­man­den, bei dem Sie sich si­cher füh­len und dem Sie ver­trau­en kön­nen. Spre­chen Sie mit ih­rem Arzt, Ih­rer Ärz­tin oder Ih­rer Heb­am­me. Das gilt na­tür­lich im Be­son­de­ren, wenn Sie sich selbst­mord­ge­fähr­det füh­len und nicht im Stan­de sind, Ihre täg­li­chen Din­ge zu ver­rich­ten oder wenn Sie un­ter Pa­nik-At­ta­cken lei­den. Spre­chen Sie dann un­be­dingt mit Ih­rem Arzt oder Ih­rer Heb­am­me! Ei­nen The­ra­peu­ten oder Psych­ia­ter in An­spruch zu neh­men ist kein Zei­chen von Schwä­che son­dern ein Zei­chen da­für, dass Sie eine gute Mut­ter sind, die alle Schrit­te un­ter­nimmt, um sich und ihr Baby si­cher und ge­sund zu er­hal­ten.

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Letzte Aktualisierung: 17.11.2018, BH

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