Fehlgeburt?
Schwangerschaft | Komplikationen | Behandlung

Wie häufig sind Fehlgeburten?

Da nicht alle Fehlgeburten als solche wahrgenommen werden, ist ihre Häufigkeit bzw. das Risiko, dass eine Schwangerschaft in einer Fehlgeburt vor der 20. Woche endet, nicht ganz exakt zu beziffern. Allgemein gilt: Zwischen der 5. und 10. SSW haben etwa 15 - 20 % aller Schwangeren einen Spontanabort.

Noch häufiger, bei mehr als der Hälfte aller befruchteten Eizellen, passiert die Fehlgeburt aber vor der 6. SSW, wenn die Betroffene die Schwangerschaft noch gar nicht bemerkt hat und den Abgang der Leibesfrucht für eine verspätete oder besonders starke Regelblutung hält (Frühestabort). Diese Erkenntnis konnte man aus sehr frühen Schwangerschaftsnachweisen durch Hormon- und Ultraschalluntersuchungen in den ersten drei Wochen nach einer hormonell assistierten oder künstlichen Befruchtung gewinnen.

Eines ist jedoch sicher: Mit fortschreitender Schwangerschaft verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines Spontanaborts immer stärker.  Hat man es einmal bis ins zweite Schwangerschaftsdrittel geschafft, besteht nur noch wenig Anlass zur Sorge. Experten beziffern das Fehlgeburtsrisiko nach der 16. SSW auf unter 5 %.

Noch beruhigender: Wenn eine Ultraschalluntersuchung bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel einen lebenden, gesunden Fetus zeigt, ereignet sich nur noch in 2 % aller Fälle eine Fehlgeburt im zweiten Schwangerschaftsdrittel. 


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"Wunderkind" | 18.08.2019

Elf Schwangerschaften endeten für die Engländerin Laura Worsley in einer späten Fehlgeburt, zusätzlich starben zwei ihrer Söhne im Alter von 17 und 20 Wochen. Diese unglücklichen Ereignisse sollen bei ihr durch das Antiphospholipid-Syndrom, eine häufig auftretende Autoimmunkrankheit, ausgelöst worden sein. Laura und ihr Mann wollten nicht aufgeben. Dank der Behandlung mit Medikamenten passierte dem Paar doch noch das Unglaubliche: Laura brachte ein gesundes Mädchen zur Welt. Mittlerweile ist Töchterchen Ivy neun Monate alt und gesund. Das Kind soll per Kaiserschnitt geboren und elf Wochen später nach Hause entlassen worden sein. Auch nach einem Dreivierteljahr können die Eltern ihr Glück kaum fassen: "Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie wirklich mir gehört.", sagte die Mutter dem Sender BBC.

Mehr Fehlgeburten bei Nachtschichten | 16.05.2019

Zwei oder mehr Nachtschichten pro Woche können die Schwangerschaft gefährden: In einer grossen dänischen Studie zeigte sich, dass es bei nachtarbeitenden Frauen in der darauffolgenden Woche häufiger zu Fehlgeburten kam als bei Schwangeren mit einem ungestörten Tagesrhythmus. Sie hatten ein um ein Drittel höheres Risiko, das sich sowohl mit der Anzahl der wöchentlich durchgeführten Nachtschichten als auch mit der Anzahl aufeinanderfolgender Nachtschichten erhöhte. Während der Nachtschicht ist man Licht ausgesetzt, der zirkadiane Rhythmus wird gestört und die Freisetzung von Melatonin verringert. Melatonin ist jedoch wichtig für die Aufrechterhaltung einer erfolgreichen Schwangerschaft. Besonders ab der 8. Schwangerschaftswoche war ein deutlicher Zusammenhang zwischen Nachtarbeit und Fehlgeburtsrisiko zu beobachten. Rund 14 % der Frauen in Europa arbeiten mindestens einmal im Monat nachts – viele auch in der Schwangerschaft.

Letzte Aktualisierung : 31-08-16, BH

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