Kinder pflanzen Setzlinge
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Sieben einfache Mini-Gartenprojekte

Sie möchten, dass Ihre Kinder in der Erde buddeln, Schmetterlinge beobachten und miterleben, wie aus einem kleinen Samen eine grosse Pflanze heranwächst, haben aber weder Zeit noch Platz für einen grossen Garten? Dann können Sie auch im kleineren Rahmen mit dem Gärtnern anfangen. Bestimmt stehen bei Ihnen im Keller oder in der Garage auch ein paar Dinge rum, die für kleine Gartenprojekte brauchbar sind. Also nichts wie raus in den Garten oder auf den Balkon!

Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie mit Ihren Kindern eigene Pflanzen ziehen. Falls Sie keine Töpfe im Haus haben, können Sie leere Klopapierrollen, Eierkartons oder Eierschalen mit Erde befüllen. Für die Kleinen ist es sehr spannend, zu beobachten, wie aus einem winzigen Samen innert kurzer Zeit ein Setzling heranwächst. Schulkinder lassen sich vielleicht auch dafür begeistern, in einem Pflanzentagebuch mit Texten und Zeichnungen festzuhalten, was im Blumentopf geschieht.

Natürlich brauchen Sie einen Ort, wo die angesäten Pflanzen wachsen können, wenn sie etwas grösser geworden sind. Hier zwei Möglichkeiten, wie Sie auch auf kleinem Raum einen Garten anlegen können:

Kinder-Hochbeet

Eine Harasse aus Holz lässt sich im Handumdrehen in ein Hochbeet für Kinder umfunktionieren:

  • Zuerst wird die Harasse mit wetterfester Farbe (z. B. Acrylfarbe, Sprühfarbe) bunt angemalt.
  • Schneiden Sie ein Stück Stoff (z. B. ein altes Fixleintuch) oder Gartenvlies so zu, dass Boden und Wände der Harasse damit ausgekleidet werden können. Falls Sie weder Stoff noch Vlies zur Hand haben, können Sie auch einen Abfallsack verwenden. Damit sich im Beet keine Staunässe bildet, sollten Sie jedoch mit einem Nagel Löcher in den Plastik stechen.
  • Ist die Farbe vollständig getrocknet, kleiden Sie die Harasse von innen mit dem Stoff, dem Vlies oder dem Plastik aus. Tackern Sie das Material rundum fest.

Nun muss das Mini-Hochbeet nur noch mit Erde befüllt werden und die Gartensaison kann beginnen. Für ein etwas grösseres Hochbeet können Sie das alte Laufgitter aus dem Keller holen. Flechten Sie rundherum Weidenzweige zwischen die Sprossen, kleiden Sie das Gitter wie oben beschrieben mit Stoff, Vlies oder Plastik aus - und fertig ist das Laufgitterbeet.

Ein Balkongarten in der Tasche

Noch einfacher geht es, wenn Sie mehrfach verwendbare Einkaufstaschen zum Gärtnern verwenden. Stechen Sie mit einem Nagel einige Löcher in den Boden der Tasche, um die Bildung von Staunässe zu verhindern, befüllen Sie die Tasche mit Erde und beginnen Sie mit dem Anpflanzen. Auf diese Weise können Sie auch frostempfindliche Setzlinge schon früh anpflanzen. Falls es nachts doch noch mal kalt wird, nehmen Sie die Tasche einfach ins Haus, bis es wieder wärmer wird.

Ein ganz besonderes Tipi

Haben Sie einen grossen Garten? Und stehen irgendwo noch alte Bohnen- oder Bambusstangen herum? Dann bauen Sie daraus ein begrüntes Tipi für Ihre Kinder. Das geht so:

  • Graben Sie auf dem Rasen etwa einen Spaten tief einen Kreis in der für das Tipi vorgesehenen Grösse.
  • Füllen Sie den Kreis locker mit etwas Gemüseerde auf.
  • Stecken Sie die Stangen in den Boden und binden Sie sie am oberen Ende mit Schnur oder Draht zusammen, so dass ein Tipi entsteht. Achten Sie darauf, dass auf einer Seite ein Eingang bleibt. Für mehr Stabilität können Sie zwischen den Stangen rundherum Schnüre spannen.
  • Setzen Sie ab Mitte Mai um jede Stange fünf bis sechs Stangenbohnen-Kerne, die Sie über Nacht in wenig Wasser eingeweicht haben. Auch Feuerbohnen sind gut geeignet. Diese haben ausgesprochen dekorative Blüten. Im Laufe des Sommers klettern die Bohnenpflanzen an den Stangen hoch und verwandeln das Gerüst in ein schattiges Tipi für Ihre Kinder.

Wichtig: Falls Ihre Kinder noch sehr klein sind, säen Sie kletternde Zuckererbsen (Kefen) anstelle von Bohnen an. Rohe Bohnen sind giftig und Ihre Kinder sollten deshalb schon gross genug sein, um zu verstehen, dass sie die Hülsenfrüchte auf keinen Fall ungekocht essen dürfen. Zuckererbsen werden bereits im März oder April angesät und können bedenkenlos roh gegessen werden. Gut geeignet ist z. B. die Sorte "Schweizer Riesen", die bis zu 2 Meter hoch wächst.

Vielleicht haben Sie bereits alles angesät, was diesen Sommer wachsen soll. Dann können Ihre Kinder mit Pinsel und Farbe tätig werden, um den Garten zu verschönern. Hier zwei Ideen:

Bunte Pfanzenschilder

  • Sammeln Sie ca. 20 bis 30 möglichst flache Flusssteine.
  • Waschen Sie die Steine und lassen Sie sie gut trocknen.
  • Nun können die Kinder mit Bleistift zu den Pflanzen passende Motive auf die Steine zeichnen. Kleinere Kinder brauchen vermutlich Ihre Hilfe, um die Motive vorzuzeichnen. Vielleicht verzichten Sie aber auch gänzlich auf das Vorzeichnen und ermutigen Ihre Kinder, ihrer Kreativität beim Anmalen freien Lauf zu lassen.
  • Die Motive oder die ganzen Steine werden nun mit Acrylfarbe bemalt.
  • Wenn die Farbe trocken ist, können mit einem wasserfesten Marker Konturen nachgezeichnet werden. Auch der Name der Pflanze wird mit dem Marker angeschrieben.

Wenn Sie möchten, bestreichen Sie die Steine zum Schluss noch mit einem wetterfesten Transparentlack, damit sie länger schön bleiben. Aber auch ohne Lack bringen diese Pflanzsteine Farbe ins Gemüsebeet.

Windlichter aus Konfigläsern

Windlichter sorgen in der Abenddämmerung für eine romantische Stimmung. Mit leeren Konfitürengläsern, Transparentpapier und Bastelkleister sind sie im Handumdrehen hersgestellt.

  • Aus dem Transparentpapier werden Vierecke oder Formen geschnitten, kleinere Kinder können die Papierstücke auch reissen.
  • Rühren Sie den Kleister nach Anleitung an und bestreichen Sie damit saubere Konfitürengläser.
  • Das Glas wird rundum mit dem Transparentpapier beklebt.
  • Falls Sie die Lichter in einen Baum hängen möchten, bringen Sie am Glasrad eine Schnur an.

Nun brauchen Sie nur noch eine Rechaudkerze ins Glas zu stellen und das Windlicht ist fertig. Schulkinder können das Glas auch mit gepressten Wiesenblumen bekleben. Damit die ganze Pracht beim nächsten Regen nicht zerstört wird, bestreichen Sie die Windlichter vorsichtig mit einem wetterfesten Transparentlack.

In vielen Gärten finden Tiere keinen Unterschlupf und nur wenig Nahrung. Hier zwei Ideen, wie Sie dafür sorgen, dass sich kleine Nützlinge und Schmetterlinge in Ihrem Garten wohl fühlen:

Ein Zuhause für Nützlinge

Ohrwürmer sind zwar nicht besonders beliebt, die kleinen Tierchen sind aber äusserst fleissig in der Bekämpfung von Blattläusen und anderen Schädlingen. Ein kleiner Blumentopf aus Ton lässt sich leicht in ein Ohrwurm-Zuhause umwandeln:

  • Zuerst wird der Blumentopf mit Acrylfarbe bunt bemalt.
  • Ziehen Sie eine ca. 50 cm lange Schnur durch das Loch des Blumentopfs. Nehmen Sie ein Holzstück, das quer in die Öffnung des Topfs passt und knoten Sie es an das Ende der Schnur, das sich im Inneren des Topfs befindet.
  • Nun wird der Topf mit Holzwolle gestopft. Zum Schluss wird die Schnur so angezogen, dass das Holzstück die Holzwolle im Inneren des Topfs festhält.
  • Hängen Sie das Orhwurm-Zuhause dort auf, wo sich viele Blattläuse tummeln.

Eine Futterstelle für Schmetterlinge

Schmetterlinge lieben Süsses und Buntes. Dieser Schmetterlings-Futterstelle ist nicht nur leicht herzustellen, sie ist auch dekorativ:

  • Fädeln Sie bunte Bastelperlen auf vier gleich lange Schnüre (Gartenschnur, dünnes Garn oder Nylonfäden). Die Schnüre sollten ca. 40 bis 60 cm lang sein. Verknoten Sie das Ende jeder Perlenschnur so, dass noch ca. 5 cm Faden frei bleiben.
  • Stechen Sie mit einer Ahle vier Löcher in den Rand eines Einwegtellers (Plastik, Bambus oder Karton). Die Löcher sollten gleichmässig verteilt sein, damit der Teller danach möglichst gerade aufgehängt werden kann.
  • Führen Sie die einen Enden der Perlenschnüre durch die Löcher und knoten Sie sie gut fest. Knoten Sie die anderen Enden der Perlenschnüre zusammen. 

Nun kann die Futterstelle an einem sonnigen Ort im Garten aufgehängt werden. Legen Sie einige Bananenscheiben und halbierte Erdbeeren auf den Teller und beobachten Sie, ob schon bald Schmetterlinge angeflogen kommen, um sich an Ihrem Buffet zu verpflegen.

Wie aus Resten Neues heranwächst

Sie brauchen nicht jede Pflanze von Grund auf neu zu ziehen, wenn Sie regelmässig im (Balkon-)Garten ernten möchten. Einige Gemüsesorten lassen nach der Ernte Nachschub heranwachsen, andere können Sie aus Rüstabfällen ganz einfach ziehen:

  • Lassen Sie den Strunk in der Erde, wenn Sie Kopfsalat oder Chinakohl ernten. Wenig später wachsen daraus frische Blätter, die Sie als Schnittsalat ernten können.
  • Schneiden Sie ein Stück Ingwer ab, legen Sie dieses über Nacht in Wasser ein und pflanzen Sie es dann etwa 2 cm tief in die Erde ein. Halten Sie die Erde feucht und decken Sie den Topf mit einer Folie ab, um für die nötige Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Wenn nach einiger Zeit ein grüner Trieb heranwächst, kommt die Pflanze an einen sonnigen Ort. Giessen Sie täglich, jedoch nur sparsam. Geerntet wird einige Monate später, wenn sich die Blätter der Pflanze gelb verfärben.
  • Aus übrig gebliebenen Pfefferminz-, Melissen-, Basilikum- oder Rosmarinzweigen ziehen Sie spielend leicht eine neue Pflanze: Entfernen Sie alle Blätter bis auf die obersten, stellen Sie die Zweige in ein Glas Wasser, wechseln Sie das Wasser alle paar Tage und pflanzen Sie die Zweige ins Beet, wenn sich nach einiger Zeit kräftige Wurzeln gebildet haben.
  • Stellen Sie eine Süsskartoffel, die bereits Triebe gebildet hat, bis ca. zur Hälfte in ein Glas Wasser (Triebe nach oben). Wenn sich am unteren Ende Wurzeln gebildet haben und die Triebe erste Blättchen zeigen, wird die Kartoffel ins Beet gepflanzt. Pflanzzeit für Süsskartoffeln ist ab Mitte Mai, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, geerntet wird ab Ende Oktober, wenn die Blätter zu welken beginnen.
  • Lauch und Frühlingszwiebeln können Sie laufend frisch ernten, wenn Sie das bewurzelte Ende abschneiden und in ein Glas mit Wasser stellen. Das frisch spriessende Grün schneiden Sie mit der Schere ab. Wechseln Sie das Wasser regelmässig, um Schimmelbildung zu verhindern.

Letzte Aktualisierung : 14-05-20, TV

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