Vorstellungsgespräch
Beruf und Karriere | Recht | Schwangerschaft

Schwanger beim Bewerbungsgespräch

Muss eine Schwangere den zukünftigen Arbeitgeber beim Bewerbungsgespräch darüber informieren?

Nein. Eine Schwangere, die sich um eine Stelle bewirbt, ist grundsätzlich nicht verpflichtet, ihre Schwangerschaft bei der Bewerbung mitzuteilen.

Werden Sie vom künftigen Arbeitgeber auf eine vorliegende Schwangerschaft gefragt, sind Sie nicht verpflichtet, die Frage zu beantworten, da man Ihnen diese aus rechtlicher Sicht nicht stellen dürfte. Eine solche Frage betrifft die Privatsphäre, die vor einer Einmischung des Arbeitgebers geschützt ist, denn sie verletzt das im Gleichstellungsgesetz verankerte Diskriminierungsverbot. Um sich aus einer solch ungemütlichen Situation zu befreien, kann auch mit der Gegenfrage geantwortet werden, ob dies für die offene Stelle relevant sei.

Beachten Sie!

INTERVIEWS

"Best Mama und berufstätig" von Dr. Gabriele Hofmann-Schmid

Valérie Borioli-Sandoz: "Gleichstellung geschieht nicht von selbst"

Nadine Hoch: "Kinderbetreuung: Worauf Eltern achten sollten"


Falls die Schwangerschaft jedoch die Arbeit objektiv verunmöglicht oder eine erhebliche Einschränkungen der Tätigkeit nach sich zieht, sind Sie verpflichtet, den künftigen Arbeitgeber über die Schwangerschaft zu informieren. Dies ist der Fall bei gesundheitlichen Gründen (gefährliche oder beschwerliche Arbeiten) bzw. bei Berufen, bei welchen die äussere Erscheinung von zentraler Bedeutung ist (Schauspielerin, Tänzerin, Modell).

Falls Sie angestellt sind, finden Sie weitere Informationen unter den nachstehenden Links. Bitte beachten Sie auch, dass Sie während der Probezeit noch nicht den vollen Schutz geniessen, falls Sie z.B. schwanger sind:

Linksammlung "Karriereplanung"

Newsticker

„Dein Kind, dein Job, deine Rechte!“ | 24.03.2021

Eine neue Kampagne der Basler Abteilung Gleichstellung von Frauen und Männern klärt Frauen über ihre Rechte bei Schwangerschaft und Mutterschaft auf. Die übersichtlich gemachte Seite ist in neun Landessprachen verfügbar. Sie beschreibt die fünf häufigsten Situationen, in denen eine Diskriminierung in der Arbeitswelt stattfinden kann: Nichtanstellung wegen Schwangerschaft, Kündigung in der Probezeit, Mobbing in der Schwangerschaft oder beim Stillen, Diskriminierende Kündigung nach Rückkehr aus dem Mutterschaftsurlaub, Kündigung, wenn sich eine Frau gegen eine Diskriminierung wehrt (Rachekündigung). Ausserdem gibt sie Tipps zur Absicherung, z.B. durch eine Mutterschafts-Vereinbarung. www.mamaworkrights.ch

Kind und Karriere | 25.11.2019

Die ersten Ergebnisse der Erhebung zu Familien und Generationen 2018 des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen: Die gewünschte Kinderzahl der jungen Erwachsenen ist stark vom Modell mit zwei Kindern geprägt. Gut 60% der kinderlosen Frauen und Männer zwischen 20 und 29 Jahren wünschen sich zwei Kinder. Nur 9% dieser jungen Erwachsenen wollen keine Kinder und lediglich 4% möchten nur ein Kind. Wunsch und Realität liegen betreffend Anzahl Kinder allerdings deutlich auseinander. Bei den 50- bis 59-Jährigen haben nur knapp 40% zwei Kinder. Rund ein Viertel ist kinderlos und knapp ein Sechstel hat ein Kind. Am häufigsten bleiben Frauen mit einem Tertiärabschluss kinderlos (30%). Ein Grund, weshalb Akademikerinnen häufiger hinter ihrem Kinderwunsch zurückbleiben, könnte die schwierige Vereinbarkeit von Kindern und Karriere sein. Bei gut zwei Drittel der Familien werden die Kinder regelmässig familienergänzend betreut. Am häufigsten greifen die Eltern dabei auf das Umfeld, insbesondere auf die Grosseltern zurück. Deutlich weniger verbreitet sind Tagesmütter bzw. Tageseltern (6%) sowie Nannys, Au-Pairs und Babysitter (5%).

Erst die Karriere? | 19.01.2019

Frauen in Industrieländern wie der Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien und Japan bringen ihre Kinder in zunehmend höherem Alter und nichtehelich zur Welt. In diesen Ländern sind Frauen im Durchschnitt mittlerweile über 30 Jahre alt, wenn sie ihr erstes Kind zur Welt bringen, wie aus dem neuen UN-Weltbevölkerungsbericht hervorgeht. In den 1970er-Jahren lag der Schnitt noch bei 24 bis 26 Jahren. „Gut ausgebildete Frauen versuchen, die wirtschaftlichen oder beruflichen Rückschläge zu vermeiden, die häufig mit einer Mutterschaft in jungen Jahren verbunden sind“, schreiben die Autoren des in New York vorgestellten Berichts. Dazu würden auch Reproduktionstechnologien wie künstliche Befruchtung beitragen. Andererseits bergen Schwangerschaften Ende 30 oder Anfang 40 grössere Risiken.

Berufstätige Mütter heute | 06.12.2017

Die Erwerbstätigkeit von Müttern in Paarhaushalten mit Kindern unter 4 Jahren hat sich in der Schweiz seit 1980 beinahe verdreifacht (Studie: Social Change in Switzerland). Die stärkste Zunahme zeigt sich in den französischsprachigen Kantonen, im Wallis etwa hat sich der Anteil der Berufstätigen unter den jungen Müttern von 18 Prozent in den 1980er-Jahren auf 69 Prozent in den Jahren 2010 bis 2014 erhöht. In der gesamten Schweiz gilt heute: Je mehr Kinder eine Frau hat, desto geringer ist ihr ausserhäusiges Arbeitspensum. Früher machte das kaum einen Unterschied. Dagegen spielt der Zivilstand – verheiratet oder alleinerziehend - für die Erwerbstätigkeit heute eine geringere Rolle als vor 40 Jahren. Deutlich ist die Veränderung unter Berücksichtigung der Nationalität: In den 80er-Jahren waren unter den Müttern weniger Schweizerinnen als Ausländerinnen erwerbstätig, heute ist das eher umgekehrt.

Letzte Aktualisierung : 30-03-20, PvE / CF / AS

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