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Stillende Mutter am Handy
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iStock

Han­dy aus beim Stil­len?


Müt­tern wird oft emp­foh­len, beim Stil­len ganz aufs Han­dy zu ver­zich­ten. Ent­spre­chend gross ist das schlech­te Ge­wis­sen, wenn sie die we­ni­gen ru­hi­gen Mo­men­te des Ta­ges dann doch dazu nut­zen, um durch So­ci­al Me­dia zu scrol­len und Kon­tak­te zu pfle­gen. An­statt sich un­rea­lis­ti­sche Vor­sät­ze zu fas­sen, die Sie dann doch nicht ein­hal­ten kön­nen, ist es bes­ser, ganz be­wusst zu en­schei­den, in wel­chen Mo­men­ten Sie das Han­dy weg­le­gen und in wel­chen Sie es sich als will­kom­me­ne Ab­len­kung ge­stat­ten wol­len.

Das Han­dy als Stör­fak­tor...


Bis das Stil­len erst ein­mal klappt, braucht es ziem­lich viel Übung. Die Si­gna­le des Ba­bys deu­ten zu ler­nen, es rich­tig an­zu­le­gen, zu er­ken­nen, ob es gut trinkt und satt wird – all das muss ge­lernt sein. In die­ser Zeit ist das Han­dy nur ein Stör- und viel­leicht so­gar ein Stress­fak­tor. Push-Nach­rich­ten und An­ru­fe kön­nen Sie jetzt nicht ge­brau­chen, denn erst ein­mal sind beim Stil­len vol­le Kon­zen­tra­ti­on und ziem­lich viel Aus­dau­er ge­fragt. Bis Sie ge­nü­gend Übung er­langt ha­ben, ist es da­her si­cher eine gute Idee, das Te­le­fon ganz zur Sei­te zu le­gen und erst wie­der zur Hand zu neh­men, wenn das Baby satt ist und Sie sich no­tie­ren wol­len, auf wel­cher Sei­te es zu­letzt ge­trun­ken hat.

Be­stimmt ist Ih­nen auch auf­ge­fal­len, wie oft Ihr Baby wäh­rend des Trin­kens Ih­ren Blick sucht und sich erst dann wie­der ab­wen­det, wenn es sich satt­ge­se­hen hat. Un­vor­stell­bar, sich in die­sem wich­ti­gen Mo­ment des Be­zie­hungs­auf­baus dem Han­dy zu­zu­wen­den. Das wäre so ähn­lich, als wür­de man beim Mit­tag­essen mit ei­ner gu­ten Freun­din an­dau­ernd die Nach­rich­ten che­cken und An­ru­fe ent­ge­gen­neh­men. Die Zei­ten, in de­nen Sie und Ihr Baby ganz in­ein­an­der ver­sun­ken sind, sind un­glaub­lich kost­bar und wer­den im­mer sel­te­ner, je mehr Ihr Baby an­fängt, die Welt zu ent­de­cken. Schen­ken Sie Ih­rem Kind da­her die un­ge­teil­te Auf­merk­sam­keit und las­sen Sie nicht zu, dass Ih­nen das Han­dy da­zwi­schen­funkt.

Et­was grös­se­ren Ba­bys fällt es zu­wei­len schwer, zu trin­ken, wenn sie ab­ge­lenkt sind. Auch in die­sem Fall ist es bes­ser, wäh­rend des Stil­lens ganz aufs Han­dy zu ver­zich­ten.

... oder als Tor zur gros­sen wei­ten Welt


Doch es gibt ja auch die­se an­de­ren Still-Mo­men­te: Be­reits seit ei­ner hal­ben Stun­de nu­ckelt Ihr Baby zu­frie­den an Ih­rer Brust, die Au­gen sind ihm längst zu­ge­fal­len und Sie war­ten nur noch dar­auf, bis es ganz ein­ge­schla­fen ist. Spricht da wirk­lich et­was da­ge­gen, dass Sie den Au­gen­blick nut­zen, um end­lich die­sen span­nen­den Ar­ti­kel fer­tig­zu­le­sen, für den Sie am Mor­gen kei­ne Zeit hat­ten?

Ma­chen Sie sich kein Ge­wis­sen, wenn Sie die­se ra­ren Mo­men­te der Ruhe nut­zen, um Kon­tak­te mit Ih­ren Freun­din­nen zu pfle­gen oder sich über die ak­tu­el­len Nach­rich­ten zu in­for­mie­ren. Ihr Baby ist ge­ra­de rund­um zu­frie­den mit der Nah­rung und der Nähe, die Sie ihm ge­ben - da dür­fen Sie ge­trost auch ein we­nig an Ihr ei­ge­nes Be­dürf­nis nach Ent­span­nung und Ab­len­kung den­ken.

Letzte Aktualisierung: 09.04.2020, TV
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