Anzeige
Kennenlernen nach der Geburt
©
iStock

Die am­bu­lan­te Ge­burt im Spi­tal


Un­ter ärzt­li­cher Auf­sicht si­cher ent­bin­den und nach ei­ni­gen Stun­den mit dem Neu­ge­bo­re­nen in die häus­li­che Ruhe zu­rück­keh­ren – das ist mög­lich bei ei­ner am­bu­lan­ten Ge­burt. Was ist da­bei zu be­ach­ten?

Auch in der Schweiz brin­gen die meis­ten Frau­en ihr Kind in der Ge­bär­ab­tei­lung ei­nes Spi­tals zur Welt, vor al­lem weil sie sich in ärzt­li­cher Ob­hut si­cher und gut auf­ge­ho­ben füh­len. Bei un­vor­her­ge­se­he­nen Kom­pli­ka­tio­nen – egal ob bei Mut­ter oder Neu­ge­bo­re­nem – ist so­wohl die Er­fah­rung von Ärz­ten und Heb­am­men als auch die Tech­nik vor­han­den und es kann rasch ein­ge­grif­fen wer­den. Das wiegt in der Re­gel schwe­rer als der Wunsch nach ei­ner ent­spann­ten fa­mi­liä­ren At­mo­sphä­re, wie sie bei ei­ner Haus­ge­burt bzw. Ge­burt im Ge­burts­haus er­war­tet wird.

Aber es gibt auch ei­nen Kom­pro­miss: Bei ei­ner am­bu­lan­ten Ge­burt geht man in ein Spi­tal, be­kommt das Baby mit Hil­fe von Ärz­ten und Heb­am­men, wech­selt aber an­schlies­send nicht auf die Wöch­ne­rin­nen-Sta­ti­on. Statt­des­sen geht es etwa sechs Stun­den nach der Ent­bin­dung nach Hau­se, nach ei­ner ers­ten Ken­nen­lern­pha­se mit dem Neu­ge­bo­re­nen und sei­ner gründ­li­chen Erst­un­ter­su­chung. Die am­bu­lan­te Ge­burt in ei­nem Ge­burts­haus sieht ähn­lich aus, bie­tet aber na­tür­lich nicht den höchs­ten Grad an tech­ni­scher Aus­rüs­tung für ei­nen Not­fall.

Meist ent­schei­den sich El­tern oder Frau­en, die be­reits ei­nes oder meh­re­re Kin­der ge­bo­ren ha­ben, für eine am­bu­lan­te Ge­burt. Sie ha­ben al­les schon ein­mal er­lebt und wis­sen, was sie sich und ih­rem Kör­per zu­mu­ten kön­nen – und wie un­ru­hig die ers­ten Wo­chen­bett-Tage in ei­nem Kran­ken­haus sein kön­nen.

Für eine am­bu­lan­te Ge­burt braucht es kei­nen spe­zi­el­len Ge­bär­saal, al­les läuft wie bei ei­ner nor­ma­len Ent­bin­dung ab. Man muss sich des­halb nicht zwangs­läu­fig vor­her an­mel­den - aber es scha­det nicht, wenn man die Ge­burts­hel­fer in­for­miert. Schliess­lich kann man sei­ne Plä­ne auch je­der­zeit än­dern, wenn die Ge­burt an­stren­gend war und man sich doch nicht so be­last­bar fühlt und lie­ber noch aus­ru­hen will. Ge­ra­de er­fah­re­ne Müt­ter, die ei­gent­lich eine am­bu­lan­te Ge­burt an­streb­ten, blei­ben dann ger­ne im Spi­tal, um sich fern von äl­te­ren Ge­schwis­ter­kin­dern und All­tags­ver­pflich­tun­gen ein paar Tage Ruhe mit dem neu­en Fa­mi­li­en­zu­wachs zu gön­nen.

Grund­sätz­lich müs­sen aber be­stimm­te Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein, da­mit eine am­bu­lan­te Ge­burt mög­lich ist. Die Schwan­ger­schaft soll­te bis­her kom­pli­ka­ti­ons­los ver­lau­fen sein und auf eine pro­blem­lo­se Ge­burt hin­deu­ten. Mut­ter und Kind müs­sen nach der Ge­burt ge­sund sein. Eine Prä­eklamp­sie, ein Schwan­ger­schafts­dia­be­tes, aber auch ein Kai­ser­schnitt, eine Früh­ge­burt oder eine Mehr­lings­ge­burt spre­chen bei­spiels­wei­se ge­gen ei­nen frü­hen Ab­schied aus der ärzt­li­chen Über­wa­chung.

Um si­cher­zu­stel­len, dass Mut­ter und Baby zu Hau­se gut zu­recht­kom­men und all­fäl­li­ge Pro­ble­me recht­zei­tig er­kannt wer­den, nut­zen Ärz­te und Heb­am­men die Zeit nach der Ge­burt für wich­ti­ge Un­ter­su­chun­gen. Bei der ge­ra­de ent­bun­de­nen Mut­ter wer­den re­gel­mäs­sig Kör­per­tem­pe­ra­tur, Blut­druck und Herz­schlag kon­trol­liert, aus­ser­dem die Rück­bil­dung der Ge­bär­mut­ter und die Stär­ke der Nach­blu­tung. Sie soll­te be­reits ein­mal Was­ser ge­las­sen ha­ben und beim Auf­ste­hen kei­nen Schwin­del ver­spü­ren. Wie funk­tio­niert das ers­te An­le­gen - geht das Baby an die Brust, trinkt es be­reits? Macht es ei­nen auf­ge­weck­ten Ein­druck oder ist es eher müde und schlapp? Wenn wirk­lich al­les pro­blem­los aus­sieht, dür­fen Mut­ter und Neu­ge­bo­re­nes das Spi­tal ver­las­sen. WICH­TIG: Für den Trans­port des neu­en Er­den­bür­gers im Auto braucht es ei­nen Si­cher­heits­sitz!

Wenn Sie eine am­bu­lan­te Ge­burt pla­nen, soll­ten Sie schon in der Schwan­ger­schaft gut in­for­miert und vor al­lem vor­be­rei­tet sein. Was sonst in den ers­ten Ta­gen nach der Ge­burt im Spi­tal statt­fin­det, muss nun da­heim von Ih­nen er­le­digt wer­den – oder vor­her so or­ga­ni­siert sein, dass es je­mand für Sie er­le­di­gen kann. Eine Heb­am­me oder eine frei­be­ruf­li­che Pfle­ge­fach­frau für die Wo­chen­bett­pfle­ge, die schon am ers­ten Tag vor­bei­kommt, gibt Rat bei vie­len Fra­gen, hilft bei klei­nen Pro­ble­men, kon­trol­liert die Ge­bär­mut­ter­rück­bil­dung und ver­sorgt die Na­bel­wun­de. Ein Ter­min mit dem Kin­der­arzt (op­ti­mal wäre ein Haus­be­such) für die fäl­li­ge Kon­troll­un­ter­su­chung in der 1. Le­bens­wo­che, das Neu­ge­bo­re­nen­scree­ning und das Hör­s­cree­ning muss ver­ein­bart wer­den.

Letzte Aktualisierung: 27.09.2019, BH

Mehr zum The­ma

Ak­tu­el­les

kurz&bündigkurz&bündig
12/1/2021
Lunchbox mit diversen Gemüse- und Obstsorten

See­len­kost

Kin­der, die viel Obst und Ge­mü­se es­sen, sind fröh­li­cher, aus­ge­gli­che­ner und ent­spann­ter , wie eine bri­ti­sche Stu­die …

Auch in­ter­es­sant

Neu­es­te Ar­ti­kel

Unsere Partner

Anzeige
Anzeige