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Hebamme besucht Mutter und das Neugeborene zu Hause
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Am­bu­lan­te Wo­chen­bett­pfle­ge


Wenn Sie ein Baby be­kom­men, ha­ben Sie die Mög­lich­keit, sich nach der Ge­burt zu Hau­se von ei­ner Fach­per­son be­treu­en zu las­sen - und zwar un­ab­hän­gig da­von, ob Sie am­bu­lant ge­bä­ren oder noch ei­ni­ge Tage im Spi­tal blei­ben. Wur­den Sie in der Schwan­ger­schaft von ei­ner Heb­am­me be­treut, führt die­se in den meis­ten Fäl­len auch die Wo­chen­bett­be­su­che durch. In der ers­ten Zeit mit dem Neu­ge­bo­re­nen ste­hen Ih­nen aber auch frei prak­ti­zie­ren­de Pfle­ge­fach­frau­en mit ih­rem rei­chen Er­fah­rungs­schatz aus der Wo­chen­bett­pfle­ge ger­ne zur Sei­te.

War­um über­haupt Wo­chen­bett­pfle­ge?


An­ders als frü­her üb­lich, keh­ren Müt­ter heu­te schon we­ni­ge Tage nach der Ge­burt mit dem Neu­ge­bo­re­nen nach Hau­se zu­rück. In den ei­ge­nen vier Wän­den füh­len sich die meis­ten viel woh­ler und es ge­lingt ih­nen bes­ser, sich von der Ge­burt zu er­ho­len. Dies hat al­ler­dings auch den Nach­teil, dass die El­tern auf sich al­lei­ne ge­stellt sind, sei es bei ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men, sei es in der Ba­by­pfle­ge oder bei Fra­gen rund ums Stil­len. Die Haus­be­su­che sind da­her ein wert­vol­les An­ge­bot, das so­wohl der Mut­ter als auch dem Baby in viel­fa­cher Wei­se zu­gu­te­kommt. Dies gilt erst recht, wenn der Start ins Fa­mi­li­en­le­ben nicht so ro­sig ist, wie Sie sich das vor­ge­stellt hat­ten, wenn Sie Ge­burts­ver­let­zun­gen ha­ben oder wenn Ihr Baby sehr viel schreit. In sol­chen Si­tua­tio­nen sind fach­kun­di­ge Be­ra­tung und Un­ter­stüt­zung be­son­ders wich­tig. 

Die Auf­ga­ben der Pfle­ge­fach­frau in der Wo­chen­bett­be­treu­ung


Frei prak­ti­zie­ren­de Pfle­ge­fach­frau­en, die Haus­be­su­che durch­füh­ren, ver­fü­gen über mehr­jäh­ri­ge Be­rufs­er­fah­rung in der Wo­chen­bett­pfle­ge. Sie über­neh­men im Wo­chen­bett die glei­chen Auf­ga­ben wie Heb­am­men, füh­ren je­doch kei­ne Schwan­ger­schafts­kon­trol­len und kei­ne Ab­schluss­kon­trol­le 6 bis 10 Wo­chen nach der Ge­burt durch. Ihr Auf­ga­ben­ge­biet be­inhal­tet:

Beim Baby

  • Über­wa­chung, ob es sich ge­sund ent­wi­ckelt

  • Ge­wichts­ent­wick­lung

  • Na­bel­pfle­ge

  • Be­ra­tung in Er­näh­rungs­fra­gen (Stil­len und Schop­pen­er­näh­rung)

  • Ba­by­pfle­ge

  • Be­ra­tung in All­tags­fra­gen, z. B. Um­gang mit ei­nem Baby, das viel schreit, Tra­ge­be­ra­tung etc.

  • Falls nicht be­reits im Spi­tal ge­sche­hen: Blut­ent­nah­men (Guthrie­test, Bi­li­ru­bin­kon­trol­le), Vit­amin-K-Gabe

Bei der Mut­ter:

  • Kon­trol­le der Ge­bär­mut­ter­rück­bil­dung

  • Kon­trol­le und Nach­be­hand­lung von Ge­burts­ver­let­zun­gen und Kai­ser­schnitt­naht

  • Ent­fer­nung von Klam­mern nach ei­nem Kai­ser­schnitt

  • Brust­kon­trol­le

  • Un­ter­stüt­zung und Be­ra­tung beim Stil­len, z. B. kor­rek­tes An­le­gen, Pfle­ge von wun­den Brust­war­zen, In­struk­tio­nen zur Ver­wen­dung ei­ner Milch­pum­pe, Be­ra­tung bei Milch­stau und Brust­ent­zün­dun­gen, Ab­stil­len etc.

Auch das An­kom­men im neu­en Fa­mi­li­en­all­tag, der Um­gang mit Ge­schwis­ter­kin­dern, die Aus­wir­kun­gen der Ge­burt auf die Part­ner­schaft und an­de­re Be­zie­hungs­fra­gen kön­nen bei den Haus­be­su­chen ein The­ma sein. Vie­le frei prak­ti­zie­ren­de Pfle­ge­fach­frau­en bie­ten dar­über hin­aus wei­te­re An­ge­bo­te, bei­spiels­wei­se La­ser­the­ra­pie zur Wund­hei­lung, In­fant Hand­ling, Ba­by­mas­sa­ge, Rück­bil­dung, Be­ra­tung bei Kinds­ver­lust etc. Man­che ha­ben auch eine Zu­satz­aus­bil­dung als Still- und Lak­ta­ti­ons­be­ra­te­rin ab­sol­viert.

Eine Fach­frau für die Wo­chen­bett­be­treu­ung fin­den


Un­ter wo­chen­bett­be­treu­ung.ch so­wie über die Such­funk­ti­on auf der Web­site des Fach­ver­bands cu­ra­ca­sa fin­den Sie Fach­per­so­nen für die Wo­chen­bett­pfle­ge, die in Ih­rer Re­gi­on tä­tig sind. Küm­mern Sie sich am bes­ten schon in der Schwan­ger­schaft um die Su­che, da­mit al­les schon auf­ge­gleist ist, wenn das Baby da ist.

Die frei­be­ruf­li­chen Pfle­ge­fach­frau­en für die Wo­chen­bett­pfle­ge sind dem Fach­ver­band frei­be­ruf­li­che Pfle­ge Schweiz (cu­ra­ca­sa) an­ge­schlos­sen. Die­ser ver­gibt ein Qua­li­täts­la­bel, wel­ches ga­ran­tiert, dass die Qua­li­tät der Pfle­ge durch Selbst- und Frem­deva­lua­ti­on über­prüft wird. Die mit dem La­bel aus­ge­zeich­ne­ten Mit­glie­der sind zu­dem zu re­gel­mäs­si­ger Wei­ter­bil­dung ver­pflich­tet.

Wel­che Kos­ten über­nimmt die Kran­ken­kas­se?


Falls Sie Ihr ers­tes Baby oder Mehr­lin­ge be­kom­men ha­ben, ei­nen Kai­ser­schnitt oder eine Früh­ge­burt hat­ten, be­zahlt die Kran­ken­kas­se ma­xi­mal 16 Haus­be­su­che in­ner­halb der ers­ten 8 Wo­chen nach der Ge­burt. In al­len an­de­ren Fäl­len wer­den ma­xi­mal 10 Haus­be­su­che be­zahlt. In den ers­ten 10 Ta­gen nach der Ge­burt sind ma­xi­mal 5 zu­sätz­li­che Haus­be­su­che am sel­ben Tag mög­lich.

Die Kos­ten für die Haus­be­su­che wer­den von der Grund­ver­si­che­rung über­nom­men, und zwar ohne Selbst­be­halt und Be­las­tung der Fran­chise. In man­chen Kan­to­nen wird den El­tern je­doch eine Pa­ti­en­ten­be­tei­li­gung von ma­xi­mal Fr. 15.95 pro Haus­be­such ver­rech­net.

Zu­sätz­li­che Haus­be­su­che oder eine Be­treu­ung, die über die 8. Wo­che nach der Ge­burt hin­aus­geht, wer­den von der Kran­ken­kas­se nur be­zahlt, wenn da­für eine ärzt­li­che Ver­ord­nung vor­liegt.

Letzte Aktualisierung: 05.11.2020, TV
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