Öl und Fett
Schwangerschaft | Ernährung

Fette

Fettreiche Ernährung ist ein Risikofaktor für unsere Gesundheit, denn sie führt zu Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei geht aber oft vergessen, dass Fett und seine Begleitstoffe im Körper unersetzliche Aufgaben zu erfüllen haben. Sie liefern konzentrierte Energie und Aromastoffe. Einige Vitamine (z.B. Vitamin A und Vitamin K) können sogar nur mit Hilfe von Fett aus der Nahrung aufgenommen werden.

Tierische Fette sind vor allem in Butter, Käse und Eidotter vorhanden und liefern Vitamin D. Sie enthalten aber oft auch die weniger gesunden gesättigten Fettsäuren.

Einige pflanzliche Fette sind besonders wertvoll durch ihren Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Dies sind zum Beispiel Nüsse oder kaltgepresste Pflanzenöle wie Olivenöl, Rapsöl oder Walnussöl.

Interview

Experten-Interview mit Prof. Dr. med. Berthold Koletzko: Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren in Schwangerschaft und Stillzeit.


Omega-3 Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren wie die Docosahexaensäure (DHA) zählen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sind vor allem in fettreichen Meeresfischen wie Hering, Lachs, Makrele und Thon zu finden. Sie haben nach neuesten Studien einen sehr positiven Effekt auf die Schwangerschaft, denn sie unterdrücken vorzeitige Gebärmutterkontraktionen und senken das Risiko einer Frühgeburt oder einer Präeklampsie. Beim ungeborenen Kind sind sie wichtig für die normale Entwicklung der Hirn- und Augenfunktion. Eine britische Studie (2004) ergab zudem, dass Frauen, die gegen Ende ihrer Schwangerschaft regelmässig Fisch essen, durchschnittlich 70-80 Gramm schwerere Babys bekommen. Wer die Schwermetall-Belastung beim Meeresfisch fürchtet, kann sich mit Fischöl-Kapseln aus der Apotheke helfen.

In der Schwangerschaft sollten Sie zwar eher zurückhaltend bei der Verwendung von Ölen und Fetten in der Nahrung sein und einen Teil der Fettkalorien lieber in Form von Eiweiss aufnehmen. Aber ganz auf Fett verzichten dürfen Sie auf keinen Fall.

Verwenden Sie einfach möglichst hochwertige Fette und machen Sie zumindest in den nächsten Monaten einen grossen Bogen um minderwertige und versteckte Fette wie in Pommes frites, Wurstwaren, Fast food und salzigen oder zuckerhaltigen Snacks. Sie wissen es ja sicher schon: Frittiertes gehört zu den fettreichsten Nahrungsmitteln. Und viele Wurstsorten bestehen zu mehr als 50% aus Fett und enthalten oft auch schädliche Konservierungsstoffe.

Häufige Fragen zum Thema

Während der Schwangerschaft ist es sehr wichtig, viel Fisch zu essen, denn damit führt man sich eine Extraportion Jod, hochwertiges Eiweiss und wertvolle Omega-3-Fettsäuren zu.

Wenn Sie gerne Sushi, Sashimi, Maki, geräucherte Forellenfilets oder Räucherlachs, Matjes, Hering oder rohe Austern...

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Quecksilber ist einer der wenigen Stoffe, die zu Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind führen können. Allerdings müssen dazu sehr grosse Mengen mit der Nahrung aufgenommen werden. Das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) rät deshalb, in der Schwangerschaft...

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Wissen

Viel Fisch essen in der Schwangerschaft!


Newsticker

Sperma liebt Fischöl | 25.03.2020

Seit einigen Jahrzehnten verschlechtert sich die Spermaqualität und damit die Zeugungsfähigkeit von Männern in den Industrieländern. Als mögliche Ursachen dafür werden Lebensstil, Umwelteinflüsse und Ernährung diskutiert. Dänische Forscher haben jetzt bei gesunden jungen Männern festgestellt, dass diejenigen, die Fischöl-Präparate (Omega-3-Fettsäuren) einnehmen, mehr Samenflüssigkeit und mehr Spermien produzieren. Zudem wurden bei ihnen grössere Hoden gemessen. Eine mögliche Erklärung: Die Zellmembran der reifen Spermien weist einen besonders hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf, die dem Körper mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Ein entsprechender Zusammenhang liess sich für die Einnahme anderer Vitaminpräparate, die ebenfalls mit einem gesünderen Lebensstil einherging, nicht zeigen. Jungen Männern, die etwas für ihre Zeugungsfähigkeit tun wollen, kann daher die Einnahme von Fischöl-Supplementen empfohlen werden. Oder: Häufiger Fisch essen!

Frauen sollten fettarm essen | 01.06.2019

Eine 20-Jahres-Analyse der Women‘s Health Initiative (WHI)-Studie an fast 49.000 Frauen belegt: Die Häufigkeit von Brustkrebs verringert sich um 8 % bei einer fettreduzierten Ernährung, d.h. bei einem Fettanteil von maximal 25 Prozent an der täglich aufgenommenen Energiemenge. Umgekehrt fand eine andere Studie eine Risikoerhöhung von 13 % bei Übergewicht. Noch deutlicher war der Effekt bei Frauen, die bereits ein Mamma-Ca entwickelt hatten: Dort war die Sterblichkeit um 21 % niedriger als in der Vergleichsgruppe. Insgesamt kann daraus abgeleitet werden, dass zumindest Frauen nach der Abänderung einen Vorteil haben, wenn sie sich bei der Ernährung an den Empfehlungen aus der WHI-Studie orientieren. Das heisst: Nicht nur fettarm essen, sondern auch Obst, Gemüse und Vollkornprodukte mindestens einmal täglich in die Ernährung einbauen.

Grössere Kinder | 19.03.2019

Die Einnahme von hochdosierten Fischölkapseln in der Spätschwangerschaft hat in einer englischen Studie das Wachstum in den ersten sechs Lebensjahren beschleunigt, aber nicht zu Übergewicht geführt. Schon vor zwei Jahren wurden Ergebnisse publiziert, wonach Fischölkapseln die Häufigkeit von Asthmaerkrankungen in den ersten fünf Lebensjahren um ein Drittel senkt. Weil die Einnahme der hochdosierten Fischölkapseln die Schwangerschaft um zwei Tage verlängerte und das Geburtsgewicht leicht erhöht hatte, wurde befürchtet, dass dies Übergewicht zur Folge haben könnte. Die Nachuntersuchung der Kinder lieferte jetzt keinen Hinweis darauf: Bei den Sechsjährigen war die Muskelmasse deutlich stärker gewachsen als die Fettmasse. Zugenommen hatte durch die Fischölkapseln auch der Knochenmineralgehalt, was für einen besseren Knochenbau spricht.

Letzte Aktualisierung : 15-05-16, BH

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