Blutentnahme aus der Armvene einer Frau
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Wie kann man sich vor einer Cytomegalie schützen?

Eigentlich sollte jede Frau am besten noch vor Eintritt der Schwangerschaft untersuchen lassen, ob sie schon einmal eine Cytomegalie gehabt hat (CMV-Status), spätestens jedoch so früh wie möglich in der Schwangerschaft.

Seronegative Schwangere, also Frauen, bei denen keine Antikörper im Blut nachweisbar sind, haben ein erhöhtes Ansteckungsrisiko, wenn sie häufig engen Kontakt mit Kindern haben, z. B. auf Kinderstationen in Spitälern oder in Kindertagesstätten und Kindergärten. Bei Kleinkindern ist die Ausscheidungsquote in Urin und Speichel mit 10 bis 30 Prozent besonders hoch, ohne dass bei ihnen Krankheitszeichen sichtbar wären, und sie scheiden die Viren auch besonders lange aus.

Werdende Mütter sollten deshalb einige einfache Hygieneregeln beachten, mit denen das Risiko einer Zytomegalie-Ansteckung um die Hälfte reduziert werden kann:

  • Regelmässiges gründliches Händewaschen (für 15 bis 20 Sekunden) mit warmem Wasser und Seife, z. B. nach Windelwechsel, Füttern, Naseputzen oder Kontakt mit Speichel. Herpesviren, wozu das CMV gehört, vertragen Seifen und fettlösende Mittel schlecht, da sie die Virushülle zerstören.
  • Tassen, Löffel, Gläser, Handtücher, Waschlappen, Zahnbürsten etc. möglichst nicht gemeinsam mit Kindern benutzen
  • Säuglinge und Kleinkinder möglichst nicht auf Mund und Wangen küssen
  • Heruntergefallene Nuggis nicht in den Mund nehmen, sondern abspülen
  • Gegenstände wie Spielzeug und Oberflächen, die mit Urin und Speichel von Kleinkindern in Kontakt kamen, am besten in die Spülmaschine oder Waschmaschine oder gut mit Seifenlauge reinigen. Die CM-Viren können auf unterschiedlichen Oberflächen (Holz, Metall, Plastik) in Form von Tröpfchen mehrere Stunden infektiös bleiben.

Frauen mit erhöhtem Risiko einer CMV-Infektion am Arbeitsplatz

Alle Schwangeren bzw. Frauen, die eine Schwangerschaft nicht ausschliessen können, sollten über die Wichtigkeit von Hygienemassnahmen informiert sein. Wenn möglich, sollte ein enger beruflicher Kontakt von Schwangeren mit Kindern < 3 Jahre vermieden werden. In den Einrichtungen sollten Einmalhandschuhe und Händedesinfektionsmittel zu Verfügung stehen für alle Tätigkeiten mit potentiellem Kontakt zu Körperflüssigkeiten (Wickeln, Füttern, Nase/Mund abwischen). Wenn die Hygienemassnahmen aus betrieblichen Gründen nicht eingehalten werden können, kann ein Beschäftigungsverbot (Nichteignung gemäss Mutterschaftsverordnung) durch den betreuenden Arzt / Ärztin ausgesprochen werden. Ein generelles Beschäftigungsverbot wie auch eine generelle Krankschreibung wird in der Schweiz nicht empfohlen.

In Deutschland geht man weiter: Laut Biostoffverordnung vom 12. Februar 2007 sollen sich Cytomegalie-seronegative Schwangere in der vorschulischen Kinderbetreuung nur mit Kindern über drei Jahren beschäftigen und dabei engen Körperkontakt und den Kontakt zu Urin, Speichel und Tränenflüssigkeit meiden. Auch die Centers for Disease Control and Prevention in den USA geben eine ähnliche Empfehlung heraus.

Letzte Aktualisierung : 12-08-20, BH

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