Schilddrüse
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Postpartum-Thyreoiditis

5-9 Prozent aller Frauen bekommen innerhalb von vier bis 24 Wochen nach der Entbindung eine Schilddrüsenentzündung, eine sogenannte postpartale Thyreoiditis. Da die Erkrankung meist keine Schmerzen verursacht, wird sie auch als "stille Schilddrüsenentzündung" bezeichnet. Grund für die Postpartum-Thyreoiditis ist die hormonelle Stresssituation, der die mütterliche Schilddrüse während der Schwangerschaft ausgesetzt ist.

Gewöhnlich sind die Schilddrüsenantikörper – sogenannte TPO-Antikörper – erhöht. Betroffen sind vor allem Frauen, bei denen während der Schwangerschaft bereits erhöhte Schilddrüsenantikörper festgestellt wurden oder die bereits bei einer vorangegangenen Schwangerschaft erkrankt sind, Frauen mit einer Neigung zu Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow und Diabetespatientinnen.

Typischerweise besteht zu Krankheitsbeginn eine Überfunktion, die einige Wochen dauert, mit den Symptomen Zittern, Nervosität, beschleunigter Herzschlag und verstärktes Schwitzen. Sie geht in eine drei bis neun Monate dauernde Phase der Unterfunktion mit Müdigkeit und Antriebsarmut über. Bei der Hälfte der Frauen normalisiert sich die Erkrankung nach einem Jahr von ganz allein. Manchmal kann diese Unterfunktion auch länger bestehen bleiben.

Charakteristische Symptome sind Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Gereiztheit, Nervosität, Depression. Es können auch andere Erkrankungen die gleichen oder ähnliche Symptome hervorrufen, vor allem die Wochenbettdepression. Bei den entsprechenden Beschwerden muss auf jeden Fall eine genaue Schilddrüsenabklärung durchgeführt werden um - falls erforderlich - eine Behandlung einleiten zu können. Damit kann der Mutter meist sehr rasch geholfen werden.

 

Letzte Aktualisierung : 05-10-16, BH

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