Jodmangelkropf

In der Schwangerschaft nimmt die Schilddrüse normalerweise an Volumen zu, denn der Mutterkuchen produziert Choriongonadotropin (hCG), das die Produktion der Schilddrüsenhormone um bis zu 50 % erhöht. Die Schilddrüsenhormone sind auf eine ausreichende Zufuhr von Jod angewiesen, und das gilt besonders während der Schwangerschaft. Wir nehmen fast alle weniger als die empfohlene Mindestmenge von 200 Mikrogramm Jod pro Tag auf.

Das auffälligste äussere Anzeichen für Jodmangel ist ein Kropf (Struma), eine Verdickung der Schilddrüse, die sich vergrössert, um so den Jodmangel durch gesteigerte Aktivität auszugleichen. Durch Einnahme von Jodid-Tabletten, evtl. in Kombination mit Schilddrüsenhormon, kann dieses bis dahin nur kosmetische Problem behandelt werden. Beide Präparate sind für das Kind völlig unschädlich. Lediglich bei einer Schilddrüsenüberfunktion darf die werdende Mutter weder Jod noch Schilddrüsenhormon einnehmen. 


Häufige Frage zum Thema

Meine Schilddrüse ist vergrössert, weshalb ich Jod-Tabletten einnehmen muss. Gestern habe ich sie vergessen. Ist das schlimm für mein Baby?

Newsticker

Jodtabletten schon bei Kinderwunsch | 18.05.2016

Die Schilddrüse benötigt für die Hormonproduktion Jod. Viele Frauen haben zu Beginn ihrer Schwangerschaft einen Mangel an Schilddrüsenhormonen, weil sie zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen. Während der Schwangerschaft benötigen sie jedoch etwa die doppelte Menge (ca. 250 Mikrogramm pro Tag), denn die Mutter muss in den ersten Wochen die Hormone für das Kind mit produzieren. Später ist auch die Schilddrüse des Kindes auf die Jodzufuhr durch die Mutter angewiesen, v.a. für die Entwicklung des Gehirns. Ein Mangel kann IQ-Punkte beim Baby kosten, warnen Experten und raten allen Frauen, schon bei der Planung der Schwangerschaft Jodtabletten einzunehmen. Dies fördere nicht nur die Intelligenzentwicklung des Kindes, sondern kann bei Kinderwunsch auch erst einmal den erfolgreichen Beginn einer Schwangerschaft ermöglichen.